Vorlagengetreue Live-Acion Adaption der Graphic Novels von Frank Miller...
Inhalt
Lange schon gibt es niemanden mehr, der Basin City noch bei ihrem eigenen Namen nennt. Sin City - dies ist der Name, der hängen geblieben ist für diese Metropole, Hort der Hoffnungslosen, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse längst verschwommen sind.Marv (MICKEY ROURKE) ist ein Ungetüm von Mann, ein Monster, ein Schläger, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht, der so unerbittlich ist wie seine eisenharten Fäuste. Freunde? Fehlanzeige. Feinde? Wer könnte sie jemals zählen? Kurzum: Marv ist Sin Citys bester Bürger. In dieser Nacht ist alles anders: Die bildschöne Goldie (JAIME KING) hat sich in seine kräftigen Arme geflüchtet. Er kann sein Glück nicht fassen. Am nächsten Morgen, als Marv mit schwerem Kopf neben ihr erwacht, ist Goldie tot - ermordet während er schlief, nur wenige Zentimeter von ihm entfernt. Es bleibt keine Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer der Mörder gewesen sein könnte. Denn Marv ist klar, dass der Täter die Situation ausnutzt, um den Mord ihm in die Schuhe zu schieben. Er findet kurz Unterschlupf bei seiner Bewährungshelferin, der Lesbierin Lucille (CARLA GUGINO), und eilt dann weiter, um denjenigen ausfindig zu machen, der ihn hintergehen wollte. Im Kadie?s tanzt die bildschöne Nancy (JESSICA ALBA), aber Marv hat keine Augen für sie. Er verbreitet die Nachricht, dass sein Herz gebrochen ist wegen des Todes von Goldie. Und muss nicht lange warten, bis ihn zwei Killer in eine dunkle Gasse bitten. Sie haben keine Chance. Bevor sie ihr Lebenslicht aushauchen, erhält Marv die nötige Information. Unerbittlich kämpft sich Marv voran, schließlich landet er in der Kirche im Beichtstuhl beim Priester (FRANK MILLER). Aber Marv steht nicht der Sinn nach Beichte, sondern nach Rache. Der Priester kann noch einen Namen nennen, bevor er das Zeitliche segnet. Ein Name, der selbst Marv das Blut in den Adern gefrieren lässt: Roark. Roark (RUTGER HAUER), der mächtigste Mann von Sin City, der Senator und Kardinal der Stadt. Und dies ist nur eine der Geschichten dieser Nacht...
DVD-Informationen
Medium: DVD
Anzahl Medien: 0
Regionalcode: 2
Verkaufsstart: 15.12.2005
Anbieter/Label: Buena Vista Home Entertainment, Miramax Home Entertainment
Extras: Making Of und Blick hinter die Kulissen mit Cast und Crew
Film-Kritik
Dieser Pressespiegel wird präsentiert von www.angelaufen.deDie vorlagengetreue Verfilmung der gleichnamigen Comics von Frank Miller erzählt drei Geschichten im zwielichtigen Prostituierten-Milieu von Basin City, über einen amoklaufenden Killer, gute und böse Cops und einen hässlichen Privatdetektiv."Insgesamt ein sündhaft irrwitziger Thrillride, der als eine der am faszinierendsten zum Leinwandleben erweckten Comicadaptionen bezeichnet werden darf", meint Blickpunkt:Film. Besonders die Ästhetik des mit HD-Digitalkameras aufgenommenen Films mit digital eingefügten Hintergründen hat es dem Magazin angetan: "Die kontrastreichen Schwarzweiß-Aufnahmen versah man mit spärlichen, dafür umso eindrucksvolleren Farbeffekten. Das ästhetisch atemberaubende Ergebnis ist das schwarzweiße Pendant zum sepiagetönten Sky Captain and The World of Tomorrow."Auch Frank Mehring (Filmdienst) ist begeistert: Mit Mitteln der digitalen Videoproduktion entstehe "ein großer Kinofilm, der die Grenzen zwischen Pulp, Pop und Pop Art verwischt. Das Ergebnis zeugt von Mut, Eigenständigkeit und dem Willen, Erzählstrukturen jenseits der Konventionen auszutesten. Mit seiner Transferleistung vom Comic zum Film avanciert Rodriguez quasi zum Roy Lichtenstein der Filmkunst." Die "Substanz" liege weniger in den Geschichten, die "letztlich nur ein Vehikel zum Spiel mit filmischen Erzähltechniken darstellen", als vielmehr "im Stil, Look und Sound des Films".Adriano Sack (Welt am Sonntag) schreibt in seiner Besprechung, die hauptsächlich ein Porträt von Frank Miller ist: "Sin City will kein Blockbuster sein, sondern Konzept-Kino. Er ist ein ästhetisches Experiment, eine sadistische Schwelgerei, ein Triumph des Künstlers Frank Miller." In der optischen Umsetzung sei der Film "ebenso nostalgisch wie zukunftsweisend".Andreas Platthaus von der FAZ fühlt sich zunächst verpflichtet, auf die "Risiken und Nebenwirkungen" des Films hinzuweisen: "In ihm werden Menschen auf eine Weise malträtiert, die über die üblichen Erwartungen an einen Actionfilm weit hinausgehen. Es werden Glieder amputiert und Köpfe abgesäbelt, es wird gehauen, gestochen und geschossen, als gebe es kein Morgen". Die Filmemacher hätten mit Sin City "ein prototypisches Werk für all das geschaffen hat, was man 'Pulp Cinema' nennen kann". Platthaus findet: "Besser kann man Comics nicht verfilmen." Die Hauptdarsteller ergänzten sich "mit den ihren Comicvorbildern wie aus den Gesichtern geschnittenen Helden zu einem Volltreffer von Film". Hanns-Georg Rodek (Welt) erkennt drei "Disziplinen", in denen Sin City "Meilensteine" setze: "die komplette Dominanz von Stil über Substanz, die Weiterentwicklung der Filmsprache mit rein technischen Mitteln sowie die Verabreichung von Gewalt als Genußmittel". Der Film sei "eine Hommage an den einflußreichsten Comic-Schöpfer der letzten 20 Jahre und zugleich die Nobilitierung von dessen Kunstform: Das Kino eignet sich die Sprache des illegitimen kleinen Bruders an." Auch die production values haben Rodek überzeugt: "weitab von der Kontrolle der großen Studios entstand ein Film, der nach 150 Millionen Dollar aussieht und doch nur ein Fünftel kostete, und zudem von einer kühneren Vision geprägt ist als eine ganze Hollywood-Jahresproduktion". Lediglich das Ausmaß der Gewaltdarstellungen bereitete ihm anscheinend etwas Skrupel: "So werden die Schrauben von Zynismus, Nihilismus und öffentlicher Brutalität weiter angezogen. Nicht nur um eine Drehung. Um mehrere.""Selten hat ein Regisseur den Anspruch, die klassische Form der Kinematografie zu überwinden, so konsequent umgesetzt wie Rodriguez mit seiner Verfilmung von Frank Millers Hard-Boiled Comic", meint Andreas Busche von der taz. Rodriguez habe Millers "expressionistische Zeichnungen erst zum Leben erweckt und anschließend in kinetische Bildkader zurückgegossen". Doch Rodriguez "Obsession, Millers Vorlage bis ins kleinste Detail gerecht zu werden", schnüre Sin City "spätestens ab der Hälfte die Luft ab. Die notorische Humorlosigkeit dieses Pulp-Universums (...) kann keinen Lustgewinn verschaffen. Mag das Genre Comicverfilmung mit Sin City auch zu seltener formaler Reife gefunden haben, so droht die Form mit dem Inhalt auch schon wieder zu regredieren.""Mit Sin City ist den Regisseuren Robert Rodriguez und Frank Miller die perfekte Comicverfilmung gelungen - und eine digitale Hommage an den Film noir", findet Andreas Borcholte (Spiegel). Er geizt nicht mit Superlativen: Es seien die Bilder, diesen Film, "eines der visuell beeindruckendsten Werke der jüngeren Kinogeschichte", "einzigartig" machten. Sein Fazit: "So ist Sin City in seiner episodischen Struktur, seiner bis ins Absurde stilisierten Gewalt und seinem haarsträubendem Humor 'Pulp Fiction' in Vollendung - ein grandioses Stilexperiment von Cineasten für Cineasten. Alles, ob Action, Horror oder Gewalt, hat hier nur einen einzigen Zweck: sich selbst zu zelebrieren. (...) Kein Subtext und keine Moral verbergen sich unter dieser ebenso brillanten wie oberflächlichen Inszenierung. Alles ist eins zu eins an Sin City, die Botschaft ist das Bild."Sebastian Handke vom Tagesspiegel befindet: "Sin City ist keine Comicverfilmung, sondern die Fortsetzung des Comics mit anderen Mitteln." Zudem bringt er den mehrfachen Medientransfer, aus dem der Film hervorgegangen ist, auf den Punkt: "Sin City ist ein Film, der auf einem Comic beruht, der auf Filmen beruht, die aus Büchern hervorgingen. Denn Frank Millers gezeichneter Geschichtenzyklus bedient sich aus den Zutaten des Film Noir: Liebe, Verrat, Gier und Tod, immer in der Stadt und oft bei schlechtem Wetter." Sin City "mag dramaturgisch eher schwaches Genrefilmgut sein", so Handke, in "seiner konzentrierten Bildfindung ist es Konzept- und Autorenkino": "Das Ergebnis: ein ausgelassenes Schlachtfest, pulp fiction in der schwärzesten Form. Doch, anders als Tarantinos zynisches Zitatkino, bleibt Sin City eine schlichte, tiefromantische Moritat, der die Todessehnsucht ihrer einsamen Helden aus allen Bildern tropft."Fritz Göttler (Süddeutsche Zeitung) scheint dem Blutrausch nahe: "Morituri total, eine grandiose Mischung aus Sadismus und Masochismus, dazu Spuren der Perversion, von Kannibalismus bis Pädophilie. Vernarbte Männer, die zu jedem Gewaltakt bereit sind, was das Austeilen angeht und das Einstecken, die verstümmeln, Köpfe abhacken, dem Gegner das Gehirn zu Brei schlagen." Aber kurz darauf schon beruhigt er uns wieder: "Es ist bei allen grausamen Exzessen eine Geschichte von absoluter Unschuld und Naivität - das garantiert schon die makellose Stilisierung, die klassische Holzschnittartigkeit von Frank Millers Tableaus. Seine Figuren haben Konturen, kein Profil." Zur Einordnung des Films in das Filmschaffen von Rodriguez schreibt Göttler: "Robert Rodriguez ist der große Naive des amerikanischen Kinos, und seit er sich die unbegrenzten Möglichkeiten des digitalen Kinos erschlossen hat, macht er seine Filme nur noch jenseits von Hollywood, im Eigenbetrieb - Regie, Kamera, Musik, Schnitt etc. Sin City ist das Nonplusultra dieses Kinos, ein synthetischer Film, der ohne Inszenierung auskommt". Volker Mazassek schreibt in der Frankfurter Rundschau, Sin City definiere "schlicht und ergreifend die Standards des Genres neu und setzt Maßstäbe, an denen künftige Produktionen sich messen lassen müssen". Wie die meisten "genialen Ideen" sei auch Robert Rodriguez' Grundüberlegung "denkbar einfach": "Er nimmt die Comic-Ästhetik mit ihren Farben, ihrem Tempo, ihren Überzeichnungen ernst und übersetzt sie in bewegte Bilder." "Noch ein Glücksfall" sei das "intensive Spiel der ausgesuchten Darsteller-Riege". Die Besprechungen zur Aufführung des Films im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes 2005 finden Sie hier.Spiegel Online und die Süddeutsche Zeitung haben sich mit Frank Miller unterhalten, die Welt am Sonntag und Spiegel Online mit Mickey Rourke. Der Tagesspiegel porträtiert Jessica Alba. Die Welt und der Tagesspiegel schreiben über Frank Miller und seine Comics. In der Zeit erzählt Mickey Rourke über seinen Traum.Weitere Pressespiegel: www.angelaufen.de