Single-DVD in der Amaray Box des US-Thrillers, von David Fincher nach wahren Begebenheiten inszeniert: Kalifornien, 1969. Vier Männer sind von der Jagd auf einen mysteriösen Serientäter besessen: Der Zeitungskarikaturist Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal), der Starreporter Paul Avery (Robert Downey Jr.), der ehrgeizige Inspector Dave Toschi (Mark Ruffalo) und sein pedantischer Kollege William Armstrong (Anthony Edwards)
Inhalt
"Hier spricht Zodiac..." Der Amoklauf eines Irren, der nie geschnappt wurde; der unfassbare Chiffre-Killer, der das ganze Land in Angst und Schrecken versetzte – Amerikas Gegenstück zu Jack the Ripper. Öffentlich sprach er von 13 Opfern, später von weiteren – zwei Dutzend weiteren. Die Polizei wies ihm sieben Taten nach – fünf dieser Opfer starben. Wie viele Morde der wohl legendärste Serienmörder der USA wirklich beging, wird vermutlich nie ans Licht kommen. Vier Männer sind von der Jagd auf den Jäger besessen – diese Besessenheit verändert sie völlig und macht sie zu Gespenstern ihrer selbst: Die endlosen Hinweise, die der Killer hinterlässt, dominieren ihr Leben – und zerstören es. Unter den vieren war Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal) der Joker. Der schüchterne Zeitungskarikaturist Graysmith hatte nicht die Erfahrung seines abgebrühten und zynischen Kollegen Paul Avery (Robert Downey Jr.), der beim San Francisco Chronicle als Starreporter über Kriminalfälle berichtete. Er hatte auch nicht Averys Beziehungen zur örtlichen Polizei und zum gefeierten, ehrgeizigen Inspector Dave Toschi (Mark Ruffalo) vom Morddezernat oder zu dessen zurückhaltendem, pedantischem Partner Inspector William Armstrong (Anthony Edwards). Aber er hatte etwas, was ihm niemand zutraute: entscheidende Erleuchtungen – die erste am 1. August 1969.Im üblichen Poststapel fand die Redaktion einen unbeholfen geschriebenen Brief an den Chefredakteur. Dieser eine von drei Briefen, die an den Chronicle, den San Francisco Examiner und den Vallejo Times-Herald adressiert waren, ließ die Redaktionen vor Schreck erstarren. "Sehr geehrter Herr Chefredakteur, hier spricht der Mörder…" Jede Zeitung erhielt einen Teil einer Chiffre, die – wenn dekodiert – angeblich seine Identität preisgeben sollte. Dann folgte eine Drohung: Veröffentlicht den Brief, oder es werden noch mehr Menschen sterben. Seit Jack the Ripper hatte sich niemand mehr an die Presse gewandt und sie mit Hinweisen auf seine Identität verspottet. Mit Zodiac erreichte die Geschichte mörderischer Psychopathen in den USA eine neue Dimension. Ein Paar in Salinas dekodierte die Botschaft. Doch erst Graysmith, ein enthusiastischer Code-Experte, dechiffrierte ihren verborgenen Inhalt, einen Bezug auf den Kinofilm "The Most Dangerous Game" (Graf Zaroff, Genie des Bösen) von 1932...
DVD-Informationen
Medium: DVD
Anzahl Medien: 1
Regionalcode: 2
Verkaufsstart: 02.10.2007
Anbieter/Label: Warner Home Video
EAN: 7321925005714
Filmlänge: 152 Min.
Medien-Typ: DVD-9
Bildsystem: PAL
Bildformat: 16:9, 2,40:1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch
Verpackung: Amaray Box
Extras: Dokumentation: This is Zodiac Trailer: Zodiac Director`s Cut Trailer - Coming in 2008, Blood Diamond, 300
Film-Kritik
1995 legte Regisseur David Fincher mit
„Se7en“ einen Serienmörder-Thriller vor, der mit seinem
ungewöhnlichem visuellen Stil, drastischen Bildern und einem
ziemlich bösartigen Ende zu überzeugen wusste. In „Zodiac
– Die Spur des Killers“ erzählt Fincher erneut von einem
Serienkiller, und auch dieser Film weiß zu überzeugen.
Hier enden dann auch schon die Gemeinsamkeiten. Anders als „Se7en“ folgt
„Zodiac-Killer“ keiner fiktiven Geschichte, sondern stellt wahre
Begebenheiten nach: Von Dezember 1968 bis Oktober 1969
wurden im Großraum San Francisco 5 Menschen von einem
Unbekannten ermordet, zwei weitere wurden schwer verletzt. Anfangs
meldete der Mörder telefonisch seine Taten, ab August 1969
machte er sich dann einen Spaß daraus, Briefe an die örtliche
Presse zu schreiben, in denen er sich selbst „Zodiac“ taufte,
verschiedenste Drohungen ausstieß und einige Details zu den
Morden gab, die den Absender eindeutig als den Täter
identifizierten. Darüber hinaus schickte er chiffrierte Texte
mit der Aufforderung, sie zu veröffentlichen um weitere
Bluttaten zu verhindern. Obwohl der Killer von zahlreichen weiteren
Opfern schrieb, konnte ihm kein weiterer Mord mehr nachgewiesen
werden – doch erst 1974 erreichte der letzte, eindeutig
verifizierte, Brief die Presse. Unter den rund 2500 Verhörten
galt der wegen Kindesmissbrauchs verurteile Arthur Leigh Allen als
einer der Hauptverdächtigen, doch Durchsuchungen, Schriftproben,
Fingerabdrücke erbrachten keine belastenden Ergebnisse. Allen
verstarb 1991, kurz nachdem seine Wohnung erneut durchsucht worden
war. Der Zodiac-Killer wurde nie gefasst.
Zahlreiche Bücher und einige Filme
diskutierten die Mordserie oder wurden von ihr inspiriert, so basiert
etwa die Figur des „Dirty Harry“ auf dem mit dem Mordfall
betrauten Detective Toschi . Finchers „Zodiac – Die Spur des
Killers“ basiert auf dem Buch „Zodiac“, das von Karikaturist,
Zeichner und Autor Robert Graysmith veröffentlicht wurde. Zu der
Zeit der Morde arbeitete Graysmith als Karikaturist beim San
Francisco Chronicle - er war anwesend , als die zum Teil chiffrierten
Briefe des Mörders in der Redaktion eintrafen.
Wie die erzählte Zeit von immerhin
24 Jahren erahnen lässt, stehen die Morde aus den Jahren 1968/69
nicht im Mittelpunkt des Geschehens, sondern sind nur der Anstoß
für die Story, die Fincher weniger als Suspense-Thriller, denn
als Drama und Charakterstudie inszeniert. Hauptfigur ist der über
Jahrzehnte obszessiv recherchierende, und für die Suche nach dem
Mörder gar seine Ehe opfernde Graysmith (Jake Gyllenhaal) –
die Story folgt seinen Überlegungen, seinen vergeblichen
Versuchen den Täter zu entlarven und bietet schließlich
jenen Verdächtigen als wahrscheinlichen Täter an, auf den
auch Graysmith sich festgelegt hat. Daneben folgt der Film den
persönlichen Dramen von Graysmith' „Mitstreitern“ – dem
immer weiter in Alkohol- und Drogenabhängigkeit abrutschenden
Journalisten Paul Avery (Robert Downey Jr.), sowie dem zu Ruhm
gekommenen, durch seine Erfolglosigkeit aber schließlich in
Ungnade gefallenen Detective Toschi (Mark Ruffalo) und seinem
frustrierten Kollegen Armstrong (Anthony Edwards).
Bei der Inszenierung hat sich Fincher
extrem zurückgehalten – es ging ihm ganz klar weniger um
Spannung und ungewöhnliche Bilder, als um das präzise
Nachstellen der Begebenheiten.
So ist das vielleicht Auffälligste
das Verschwinden der Farben Dass der Film größtenteils
in den quitschbunten 60er und 70er Jahren spielt, wird hauptsächlich
in den Mordszenen, an der Kleidung der Opfer, deutlich. Anschließend
dominieren gedeckte Farben, und allenfalls kleine (und seltene)
Details wie eine Brille, ein Auto, ein Telefon verweisen noch auf das
zeitliche Setting – als hätten die Morde die Welt grauer und
eisiger gemacht.
Die Mordszenen, anhand der
Polizeifotos und Zeugenaussagen so wahrheitsgetreu wie möglich
inszeniert, sind durchaus drastisch – was wohl schlicht in der
Natur der Sache liegt. Im Anschluss erschlägt einen der Film
förmlich mit einer Flut von Fährten, Beweismitteln,
Zeugenaussagen – manche führen zu neuen Erkenntnissen, andere
ins nichts, wieder andere wirken viel versprechend, werden aber
vergessen – wie das vermutlich so ist, bei Ermittlungen die sich
über Jahrzehnte hinziehen und tausende Verdächtige
produzieren. Am Ende kann man die Frustration der vier Hauptfiguren
angesichts des ungelöst gebliebenen Falls nachempfinden – es
ist ein wenig wie ein Puzzle, das einfach nicht zusammenpassen will.
Ganz ehrlich: Ich war nach dem Film
ziemlich kaputt, mein erster Gedanke war: „Puh, war das lang“ -
obwohl zum Beispiel „Pirates of the Caribbean“ noch etwas länger
ist. Aber: In ausgeruhtem Zustand, ein paar Stunden, und tatsächlich
auch noch über eine Woche später, habe ich mich immer
wieder dabei „erwischt“ wie ich über den Film nachgedacht
habe. Soll heißen: Die Mühe die es auf Dauer bereitet,
„Zodiac – Die Spur des Killers“ zu sehen, lohnt sich durchaus.
Denn mehr als man es während des Sehens erwartet, setzt sich
„Zodiac“ im Kopf fest und wirkt nach – und das ist wohl mit das
beste, was man über einen Film sagen kann.