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Winterreise (2006)

Deutsches Drama: Franz Brenninger hat es zu Ansehen und Vermögen gebracht. Als sein Unternehmen vor der Pleite steht, lässt er sich auf ein zweifelhaftes Geschäft mit kenianischen Geschäftsleuten ein...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Eine Winterlandschaft in Bayern. Eine Kirche. Man hört den Kirchenchor. Franz Brenningers Stimme sticht heraus. Er singt inbrünstig, forciert und ärgert sich sehr vernehmlich über den "schlappen" Gemeindegesang: "Das ist eine Schubertmesse und keine Schneckenmesse!"Franz Brenninger (Josef Bierbichler) lebt mit seiner Frau Martha (Hanna Schygulla) in der Provinz. Er ist Besitzer einer Eisenwarenhandlung und hat es zu Ansehen und Vermögen gebracht. Die Kinder Xaver (Philip Hochmair) und Paula (Anna Schudt) sind längst erwachsen und stehen auf eigenen Beinen. Aber Brenninger eckt an und wirft das Geld zum Fenster raus: zu stark ist seine innere Unrast. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Wenn es ihm schlecht geht, ist er ganz klein. Aber meistens geht es ihm gut. In diesen Hoch-Phasen kann ihm keiner was, dann wischt Brenninger die Realitäten einfach vom Tisch. So wie die "Arschlochpost", von der er immer mehr bekommt: Rechnungen, Mahnungen, Forderungen. Brenningers Firma steht vor der Pleite.Er lernt die junge Kurdin Leyla (Sibel Kekilli) kennen. Sie will Ethnologin werden: "Ich will wissen, was passiert, wenn ein Volk einfach verschwindet." Diese Antwort beeindruckt ihn. Brenninger bekommt Post aus Kenia/Afrika und bezahlt Leyla dafür, ihm diese zu übersetzen.
Die Geschäftsleute aus Kenia schlagen Brenninger ein Geschäft vor: Sie suchen einen seriösen deutschen Geschäftsmann, auf dessen Konto sie 15 Millionen Dollar "parken" können. Der, also Brenninger, soll dafür eine stattliche Provision erhalten. Brenninger ist euphorisch und schlägt alle Warnungen in den Wind. Er ist in einer seiner Hoch-Phasen.
Brenningers Frau Martha kennt solche Zustände schon seit langem. Der Ungeduld ihres Mannes begegnet sie mit robuster Sanftmut. Denn sie weiß, dass diesen Hoch-Phasen der Absturz in die Handlungsunfähigkeit und Sprachlosigkeit folgt. Aber jetzt ist Brenninger obenauf. Nackt tritt er in die frische Winterluft. Oder er geht ins Bordell. Hört ohrenbetäubend laut Musik. Aber nirgends findet er Erlösung von seiner Unruhe. Nachts im Auto auf der Landstraße hört Brenninger Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise.Als klar ist, dass Brenningers Firma vor der Pleite steht und die Bank keinen Kredit mehr gewährt, mischen sich die Kinder Xaver und Paula ein und bieten ihre Hilfe an – vor allem der Mutter zuliebe. Man könne den Betrieb verkaufen. Dann bleibe immer noch das Haus, eine Rente.
Aber Brenninger reagiert darauf mit Ignoranz und hält ihnen ihr eigenes "missglücktes" Leben vor Augen.
Brenninger will das Geschäft mit den Kenianern abschließen. Dazu soll er 50.000 Euro als Sicherheit hinterlegen. Das war so nicht besprochen. Das Geschäft platzt. Martha ist krank. Sie droht zu erblinden. Nur eine teure Operation kann ihr noch helfen, die von der Versicherung nicht bezahlt wird. Das Geld, dass er von der Bank und seinem Sohn für Marthas Operation bekommt, steckt der impulsive Brenninger dann doch in das Geschäft mit den Kenianern. Wider besseren Wissens und aller Vernunft. Er will Martha helfen und sein Unternehmen retten.Statt der vereinbarten Provision erhält Brenninger von den Kenianern jedoch nur weitere Zahlungsaufforderungen. Schnell ist klar, dass er betrogen wurde und alles verloren hat. Brenninger steht vor dem Nichts. Er ist wild entschlossen, sich auf eigene Faust das Geld zurück zu holen und beschließt, nach Kenia zu reisen. Leyla soll ihn als Dolmetscherin auf diese Reise begleiten.

Bildergalerie zum Film

WinterreiseWinterreise - Martha Brenninger mit ihrem Mann FranzWinterreise - Franz Brenninger und Leyla im Hotel in KeniaWinterreise - Franz Brenninger laeuft zielos durch...irobiWinterreise - Franz Brenninger (Josef Bierbichler)Winterreise - Franz Brenninger hoert laut Musik

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2006
Genre: Drama
Länge: 99 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 23.11.2006
Regie: Hans Steinbichler
Darsteller: Hanna Schygulla, Aloysius Itoka, Johann von Bülow
Verleih: X Verleih

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