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Another Glorious Day
Another Glorious Day
© Karin Kaper Film

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Another Glorious Day (2009)

Es war ein historischer Moment, als im Sommer 2007 das vor vier Jahrzehnten aus New York vertriebene Living Theatre in der Clinton Street an der Lower Eastside den Spielbetrieb wiedereröffnete und dies mit einem Paukenschlag tat: mit der Rekonstruktion des am 15.5.1963 uraufgeführten Stückes "The Brig" von Kenneth H. Brown, einem unter die Haut gehenden Drama über das brüllend unmenschliche Innenleben eines US-Marines-Gefängnisses, das nichts von seiner erschreckenden Aktualität eingebüßt hat.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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"The Brig" ist kein übliches Theaterstück. Es ist ein Akt der Rebellion, des leidenschaftlichen zivilen Ungehorsams. Judith Malina und Julian Beck, die Gründer des Living Theatre, waren die mitverantwortlichen Initiatoren des ersten Generalstreiks für den Frieden im Mai 1963 in New York. So war es nur konsequent, dass sie das Manuskript des ehemaligen Marines Kenneth Brown aufgriffen. Der Autor beschreibt darin den selbst erlebten Tagesablauf in einem Straflager vom Wecken bis zum Schlafappell.

Der Betrachter wird Teil einer klaustrophobischen Welt, aus diesem Gewaltzusammenhang gibt es kein Entrinnen. Das Stampfen der Bouts gibt den unheimlichen Rhythmus vor, die Gefangenen bilden ein aberwitziges Ballett des Terrors. Eine geradezu unheimliche Komplizenschaft zwischen Opfern und Wächtern wird sichtbar, die sich mühelos auf andere gesellschaftliche Verhältnisse übertragen lässt.
Mit dieser bewegenden Attacke auf die sakrosankte Institution der Marines wurde das Living Theatre in den Augen der amerikanischen Behörden zum Staatsfeind, in Europa jedoch fand die Gruppe fortan eine zweite Heimat, in den 60'iger Jahren besonders auch in der Berliner Akademie der Künste.

2007 beschloß das Living Theatre, mit der Wiederaufnahme von "The Brig" ein Zeichen zu setzen gegen jede Form gewalttätiger Machtausübung, ein Übel, an dem sich in den letzten Jahrzehnten nichts wesentlich geändert hat. Die neue Produktion trifft den Nerv der heutigen Zeit und gewann in New York die begehrten Obie Awards für Ensemble und Regie.

Die Europapremiere am 30.4.2008 in Berlin nehmen die Filmregisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies zum Anlaß, die gegenwärtige Ausstrahlungskraft des Stückes zu erfassen und im Lichte der historischen Bedeutung zu dokumentieren. Als ehemaliger Schauspieler des Living Theatre erhält Dirk Szuszies intime Einblicke in das Innenleben des Ensembles. Im Film werden diese intervallmäßig in den Ablauf des Stückes eingebaut, um dem Zuschauer andere Betrachtungsmöglichkeiten zu erschließen. Die Originalmusik und das Sounddesign von Patrick Grant erweitern die sinnliche Wahrnehmung des Films, der weit über eine reine Stückdokumentation hinausgeht.

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Land: Deutschland
Jahr: 2009
Genre: Dokumentation
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 19.11.2009
Regie: Dirk Szuszies, Karin Kaper
Darsteller: Enoch Wu, Morteza Tavakoli, Gene Ardor

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