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Hotel Lux (2011)

Deutsche Komödie: 1938 muss Komiker und Parodist Hans Zeisig wegen Witzen über Hitler aus Nazi-Deutschland fliehen. Eigentlich will er nach Hollywood - er kommt aber nur bis Moskau, wo er sich im Exilantenhotel Lux einmietet und durch eine Verwechslung zu Stalins Astrologe wird...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.6 / 5

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Das war ein Hitler-Gag zu viel: Der Komiker und Parodist Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Eigentlich träumt er von Hollywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland.
Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat. Zu seiner Überraschung trifft Zeisig im LUX auch seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten) wieder, die beide fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod.

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Hotel LuxHotel Lux - HauptplakatHotel Lux - v.l.n.r.: Michael 'Bully' Herbig, Thekla...VogelHotel Lux - Thekla Reuten und Michael 'Bully' HerbigHotel Lux - v.l.n.r.: Michael 'Bully' Herbig, Thekla...VogelHotel Lux - Berlin 1938 - gefährliche Zeiten für den...big).

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2011
Genre: Komödie
Länge: 95 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.10.2011
Regie: Leander Haußmann
Darsteller: Gennadiy Vengerov, Jürgen Vogel, Sylvia Schwarz
Verleih: Constantin Film

ZusatzinformationAlles anzeigen

Die Köstlichkeiten des Bäckers Iwan Filippow waren weit über die Grenzen Moskaus hinaus bekannt. Selbst am Zarenhof in St. Petersburg erfreuten sich die Reichen und Mächtigen an den Kalatschen, [...mehr] Piroggen und Wecken aus der Moskauer Twerskaja 36. Im Jahr 1911 ließ Filippows Sohn über der zweistöckigen Bäckerei das Hotel Franzija mit vier Etagen einrichten. Zwei mächtige Säulen vor dem Haupteingang sowie viel Marmor und hohe Spiegel im Foyer machten deutlich, dass diese Nobelherberge für Gäste aus der reichen Oberschicht gedacht war. Seit 1921, vier Jahre nach der Oktoberrevolution, diente das Hotel als Gästehaus der Kommunistischen Internationale, der Komintern. Aus Sicht des Westens galt Moskau damals als kaltgraue Welthauptstadt des Kommunismus, als Meuchelmetropole stalinistischer Säuberungen mit vielen Millionen Opfern. Doch Moskau war auch eine Megacity im Aufbruch, die größte Baustelle der Welt, voller Gerüste, Kräne, Metroschächte und entschlossener Arbeitermassen. 1933 wurde das Haus, das inzwischen in Hotel Lux umbenannt worden war, um zwei zusätzliche Etagen erhöht. Nun bot es 300 Zimmer für 600 Gäste. Anfangs hatte "Väterchen Stalin" auch noch Moskaus Dichter und Denker, Künstler und Wissenschaftler auf seiner Seite. Sie erwiesen sich als massenwirksame Propagandisten, die mit Engels-Zungen "Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit" predigten und damit sogar – "vorübergehend" – brutale Unfreiheit rechtfertigen. Josef Stalin war zugleich Hoffnung und Verhängnis derer, die im Hotel Lux Zuflucht und eine Bleibe fanden. Die kommunistischen Funktionäre, die vor dem Faschismus in ihren Heimatländern fliehen mussten, erhielten Asyl in diesem "Absteigequartier der Weltrevolution". Die größte Gruppe kam aus Deutschland, unter ihnen Walter Ulbricht, Herbert Wehner und Wilhelm Pieck. Das Hotel Lux war ein Hort der Konspiration. Wer dort wohnen oder andere Gäste treffen wollte, brauchte einen Passierschein. Besuchszeiten wurden genau protokolliert, Pässe wurden hinterlegt, obgleich die meisten Pässe in dieser Zeit eh gefälscht waren. Ruth von Mayenburg, die Frau des österreichischen Kommunisten Ernst Fischer, schrieb 1978 die Erinnerungen an ihre sieben Jahre im berühmten Hotel nieder: "Das Lux war ein konspiratives Hotel, konspirativ nach innen und nach außen – ein Geheimnisträger. Keine Gästeliste, keine Totenliste gibt darüber Auskunft, wer jemals darin gewohnt hat. Bei den Anreisenden stimmte in den meisten Fällen der Passname nicht mit dem Personennamen überein, nicht der Personenname mit dem Parteinamen, mit den wechselnden Deck- und Rufnamen." Im Hotel Lux zu nächtigen war ein Privileg, aber bei weitem kein Luxus. "Unser erhabenes Gebäude beherbergte in wanzenbelebten Mehrbettzimmern in den unteren Etagen künftige Staatsmänner von welthistorischer Bedeutung wie Tschou En-lai und Ho Tschi Minh", schrieb Ruth von Mayenburg. Die Ratten, angelockt von Gemeinschaftsküchen und der Bäckerei, die im Erdgeschoss all die Jahre weiter arbeitete, finden in fast allen Berichten der Hotelbewohner besondere Erwähnung. Auch über den Lärm der Kinder auf den langen Fluren wurde oft geklagt. Denn nach 1933 war das Lux vom "Ausländerhotel" zum "Emigrantenhotel" für ganze Familien geworden. Doch der vermeintliche Zufluchtsort erwies sich für viele als Falle. Im Rahmen des Großen Terrors zwischen 1936 und 1938 wurden zahlreiche Funktionäre als angebliche Gegner Stalins festgenommen, verhört, in den Gulag deportiert oder hingerichtet. Bei diesen "Säuberungen" starben unter Stalin mehr deutsche kommunistische Spitzenfunktionäre als unter Hitler. Entsprechend herrschte im Hotel Lux eine Atmosphäre der Angst und der gegenseitigen Denunziation. Kein anderes Hotel der Weltgeschichte hat je solch bizarre Widersprüche unter einem Dach beherbergt wie das Hotel Lux: ein Leben zwischen Wollen und Wirklichkeit, Erhabenem und Lächerlichem, intellektuellem Irrsinn und erbärmlichem Spießertum, Zukunftsglauben und Todesangst. Ruth von Mayenburg zieht in "Hotel Lux – das Absteigequartier der Weltrevolution" (Serie Piper, 1978) das Fazit: "Ein derart vielnationales, von Politik besessenes und unterjochtes Hotel wird es nie wieder geben. Unter dem Dach des Lux wurde in Dutzenden von Sprachen gesprochen, politisiert, konspiriert, diskutiert – und bisweilen in halber Agonie geschwiegen. Hier gab es fröhliche und schauerliche Nächte. Hier gab es Tränen, Träume und Tragödien. Kein menschliches Schicksal ist denkbar, das nicht im Lux zu finden wäre."

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