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Kritik: The Raid 2 (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"The Raid" begeisterte vor zwei Jahren Kritik und Publikum gleichermaßen mit fulminanten Kampfsequenzen und einer Geradlinigkeit, wie man sie im Actionfilm lange nicht mehr gesehen hat. Dabei kam der Film ohne jegliche Materialschlachten und fast gänzlich ohne CGI aus, dazu kam die reduzierte Handlung, die die Wirkung der unmittelbaren, spektakulären Fight-Szenen nur noch nachhaltiger erscheinen ließ. Ähnlich kompromisslos und knüppelhart kommt nun auch der zweite Teil daher, wieder inszeniert vom Waliser Gareth Evans, der bei der Fortsetzung deutlich mehr Wert auf eine komplexere, weitläufigere Handlung legt. Und die Rechnung geht voll auf: In Sachen Choreografie und Kampfkunst kann "The Raid 2" mit dem Vorläufer mithalten.

Die aus Südostasien stammende Kampfkunst "Silat", die aus mehr als 800 Einzelstilen besteht, steht auch im Zentrum des zweiten Teils des furiosen Action-Erstlings von 2012. "Silat" ist geprägt durch seine extreme Schnelligkeit, Körperbeherrschung und - betonung. Und keiner ist auf diesem Gebiet besser und talentierter als Hauptdarsteller Iko Uwais, der die ganze Vielfalt seines Könnens auch in "The Raid 2" auf der großen Leinwand zeigen darf. Die brutalen, teils erbarmungslosen Prügel- und Actionszenen bilden demnach auch hier wieder klar das Highlight und den Schwerpunkt des Films: Knochen brechen lautstark, Blut und Gedärme spritzen meterhoch gen Himmel und die scharfen Messerklingen schwingen erbarmungslos durch die Lüfte. Ein Höhepunkt bildet die sich über mehrere Minuten hinziehende, blutige Schlacht im verschlammten Innenhof des Gefängnisses.

Auch wenn die körperbetonte Action im zweiten Teil freilich erneut ins Staunen versetzt: ganz so eindringlich gestalten sich die schweißtreibenden Kämpfe diesmal nicht. Das ist jedoch in keinster Weise der Qualität eben dieser geschuldet als vielmehr schlicht der Tatsache, dass dem Film das Überraschungsmoment fehlt, da man die Intensität der Gewalt und Härte einfach schon vom ersten Teil kennt. Positiv sticht heraus, dass sich Regisseur Evans diesmal deutlich mehr Mühe mit der Tiefe der Handlung und dem Komplexitätsgrad der Geschichte gab. Allein die Zeit im Gefängnis nimmt in der Filmhandlung eine Zeit von zwei Jahren in Anspruch, auf der Leinwand ist das ein Drittel der gesamten Lauflänge - und die ist mit zweieinhalb Stunden ebenso episch gehalten wie die ausufernden, spektakulären Kampfszenen, die auch diesmal wieder unfassbar gut unterhalten.

Fazit: Die Fortsetzung des Action-Überraschungshits von 2012 steht der Choreografie-Qualität und der Gewalt-Intensität des ersten Teils in nichts nach.





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