USA in den 90ern. Die Anzahl der amerikanischen Millionäre ist erstaunlich gestiegen. Heutzutage ist jeder 36. arbeitende Amerikaner wohlhabend, Tendenz steigend. Es ist die Zeit, in der super reich sein super cool ist.
Inhalt
USA in den 90ern. Die Anzahl der amerikanischen Millionäre ist erstaunlich gestiegen. Heutzutage ist jeder 36. arbeitende Amerikaner wohlhabend, Tendenz steigend. Es ist die Zeit, in der super reich sein super cool ist. Für diejenigen, die keine Eliteuniversität besucht und auch keine guten Beziehungen zum Silicon Valley haben, und dennoch auf schellstem Weg reich werden wollen, bleibt nur eine Alternative: der "Boiler Room". Im Keller einer knallharten Maklerfirma kann selbst ein cleveres Kind von der Straße durch den telefonischen Verkauf dubioser Aktien Millionen verdienen. Davon träumt auch der 19-jährige Seth Davis (Giovanni Ribisi). Er hat zwei Ziele im Leben: eine Million Dollar und den ständigen Respekt seines Vaters. Seth wird in den Kreis der smarten Yuppies aufgenommen, an dessen Spitze J.T. Marlin (Tom Everett Scott) sitzt, Seth ist gut und verdient schon bald seine ersten Tausender. Als er jedoch beobachtet, wie seine Kollegen immer reicher und seine Klienten immer ärmer werden, beginnt er J.T. Marlin hinterher zu spionieren – und begibt sich damit auf dünnes Eis...
Die ungebremste Gier nach Geld führt oft zum
Crash: Die Männerwelt des Business war im
kapitalistischen Amerika seit jeher auch ein
Thema für die Bühne und die Leinwand.
Schon 1949 setzte Arthur Miller mit "Tod eines
Handlungsreisenden" ein bemerkenswertes
Statement. Und 1992 zeigte David Mametss
"Glengarry Glen Ross", dass es zu diesem
Thema einiges hinzuzufügen gab. Oliver
Stones 80er-Jahre-Börsendrama "Wall Street"
handelte von Vätern, Söhnen und den
Verlockungen des Geldes, und nun kommt
"Risiko" daher, eine mit schlagkräftigen
Dialogen aufgemotzte Neuauflage eines
altbekannten und stets aktuellen Themas: Die
Suche nach dem Sinn des Lebens in einer
vom Geld besessenen Welt, die den Erfolg
des Einzelnen allein an dessen Reichtum
misst.
Ben Youngers Erstlingswerk erzählt von
einem jungen Broker namens Seth (Giovanni
Ribisi), der seinen illegalen Glücksspielkeller
auflöst, um vom autoritären Vater (Ron Ritkin),
einem angesehenen Richter, endlich
respektiert zu werden. Dads Skepsis ist
durchaus berechtigt, denn Seth gerät bald in
den Sog zwielichtiger Aktiengeschäfte. Er
kommt den Machenschaften seiner
Arbeitgeber auf die Spur - und bringt damit
nicht nur sich selber in Gefahr.
Wie "Risiko" die Charaktere präsentiert und
uns ins Innenleben einer Maklerfirma blicken
lässt, ist durchaus faszinierend. Sobald der
Film jedoch versucht, seine Geschichte zu
erzählen und die oft konstruiert wirkenden
Nebenhandlungen zu bündeln, wirkt das
Ergebnis aufgesetzt, fehlt es sowohl an Größe
als auch an Subtilität. Letztlich ist Seth doch
nur ein ungeliebter Junge, der von seinem
Vater Anerkennung ernten möchte. Ein
bisschen Lob und Schulterklopfen seitens der
Familie - und allen wäre einiges erspart
geblieben.