Der Überraschungserfolg aus den USA entpuppt sich als rasant-dröhnender Abenteuerfilm über einen verdeckten Ermittler in der Szene illegaler Straßenrennen. Der Regisseur zeigt mehr Interesse an den Autos als an den Figuren dieses harmlosen Str
Inhalt
Ein Cop arbeitet undercover: Als Mitglied einer Gang, die nachts auf den Straßen mit getuneten Autos Rennen veranstaltet. Eigentlich will er nur Raubüberfälle auf Trucks, die über Land fahren, aufklären. Doch dann gerät er in die Machenschaften von Straßengangs, die versuchen, Los Angeles unter ihre Kontrolle zu bekommen. Zunächst schafft er es, das Vertrauen des Gangleaders Dominic zu gewinnen. Aber plötzlich beginnen einige Kumpanen, ihn als Spitzel zu verdächtigen...
Eines der typischen B-Picture-Genres der
70er Jahre, nicht selten aus dem Hause
Roger Corman, waren PS-Kracher der Marke
"Die Blechpiraten". Hierbei durfte das Gehirn
getrost an der Kinokasse abgegeben werden,
ging es doch meist allein um
Adrenalinschübe mittels brachialer
Zerstörungsorgien. Hier konnten Käfer- und
2CV-Fahrer sich anschauen, was richtige
Autos sind, wie man damit umgeht und
weshalb man erst so richtig frei ist wenn’s nur
genügend scheppert, qualmt, quietscht,
fackelt und mieft. Die Filme waren oft gerade
wegen ihrer weit gehenden Sinnfreiheit
unterhaltsam und funktionierten nach dem
heimlichen Spießerprinzip "Was verboten ist
macht am meisten Spaß". Gleiches gilt für die
Renaissance des Genres im aktuellen
Kinojahr. Gleich mehrere Bleifuß-Actioners
propagieren in den vergangenen und
kommenden Monaten ihre schlichte
Vollgas-Ideologie. "The Fast And The Furious"
ist der virtuoseste unter ihnen.
Dominic ist der Chef einer exquisiten
Autowerkstatt in einem weniger eleganten
Stadtteil von Los Angeles. Autos und der
Rausch der Geschwindigkeit sind seine
Leidenschaft. Und der frönt er nicht nur
tagsüber, sondern vor allem nächtens. Mit
einigen Mitstreitern aus der Werkstatt fährt
und organisiert er illegale Straßenrennen.
Beim spektakulären Street-Racing jagen die
hochgetunten Geschosse auf vier Rädern mit
250 Sachen durch Straßenschluchten.
Aber Dominic und seine Leute werden nicht
nur wegen gravierender Übertretungen der
Straßenverkehrsordnung von der Polizei
beobachtet. Die Gang steht im Verdacht,
verantwortlich für etliche aberwitzige
LKW-Überfälle auf offenem Freeway bei
vollem Tempo zu sein.
Mit Brian O’Connor wird ein Undercover-Cop
in Dominics Werkstatt geschleust. Doch der
junge Polizist, selbst ein Freund von
Adrenalinschüben und Bleifuß, sympathisiert
nicht nur mit dem unkonventionellen
Lebensstil, er freundet sich gar mit Dominic
an. Der Interessenkonflikt verschärft sich, als
sich Brian auch noch in die Schwester des
Street-Racers verliebt.
Doch eines Tages hat Vince, der verwegenste
Fahrer des Teams, einen vagen Verdacht und
beginnt, Brian akribisch zu beobachten. Und
als schließlich ein neuerlicher LKW-Überfall
vorbereitet wird, eskalieren die Dinge
endgültig.
Eines ist klar: Wer auch nur in Ansätzen
geistige Nahrung sucht, ist in diesem Film
völlig fehl am Platze. Die Geschichte ist
hirnrissig, die Ausbreitung zügellosen
Machogehabes lächerlich und die Charaktere
pure Schablonen. So gesehen ist das Ganze
in höchstem Maße spätpubertär. Dass "The
Fast And The Furious" dennoch Spaß macht,
liegt an der fesselnden, einem
Highspeed-Spektakel angemessenen
Machart. Das Tempo ist furious (!), die
Actionsequenzen schlicht atemberaubend .
Überhaupt ist die ganze Inszenierung rasant
und stets phantasievoll. Von den Darstellern
vermag allein Vin Diesel zu überzeugen, was
weniger an seinem vielschichtigen Spiel, als
an seiner schier berstenden Präsenz liegt.
Hier scheint ein Nachfolger für die in die Jahre
kommenden Hollywood Haudegen der
schlichteren Art in Sicht. Erstaunliches Fazit:
"The Fast And The Furious" – selten dämlich
und trotzdem gut.