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John Q

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Denzel Washington nimmt als verzweifelter Vater die Patienten einer Notaufnahme als Geiseln, um die Operation seines herzkranken Sohnes zu erzwingen. Ein wohlmeinendes Plädoyer für die Krankenversicherung, viel zu didaktisch und pathetisch...
John Q John Q
Inhalt
  • Fabrikarbeiter John Q. Archibald liebt seine Frau Denise und seinen Sohn Michael über alles. Als Michael schwer erkrankt und nur eine Herztransplantation ihm helfen kann, kommt die Krankenversicherung nicht für die Kosten auf. John Q kann sich die Operation finanziell nicht leisten, doch er will alles Menschenmögliche tun, um seinen Sohn zu retten. Ihm bleibt allerdings wenig Zeit: In seiner Verzweiflung verschanzt er sich in der Notaufnahme des Krankenhauses und nimmt die Patienten und das Personal als Geiseln. Etliche der Patienten schweben selbst in Lebensgefahr – Johns Verhandlungen mit dem altgedienten Geiselnahmeexperten Lieutenant Frank Grimes und dem jähzornigen Police Chief Monroe stehen also unter extremem Zeitdruck.
Credits
Filmkritik
  • Nick Cassavetes, stets bemüht, aus dem großen Schatten seines Vaters John hervorzutreten, hat sich abermals ein Melodram um aufgewühlte Emotionen ausgesucht, das gleichzeitig ein gutes Stück Sozialkritik übt. Jedoch schreitet Cassavetes mit ausholender Aufdringlichkeit zur Tat und wird seinem in den USA, trotz des 9 Jahre alten Drehbuchs, leider nach wie vor aktuellen Themas nur bedingt gerecht.

    Mit Oscarpreisträger Denzel Washington und Robert Duvall auf der einen und James Woods sowie Anne Heche auf der anderen Seite stehen sich zwei Lager gegenüber, die nicht eindimensionaler in ein Gut-Böse-Schema hätten gepresst werden können. Ihre durchweg guten Leistungen vermögen kaum etwas gegen die Rollenstereotypen und den weinerlich-larmoyanten Tonfall des Films ausrichten.

    In der sich bald einstellenden Geiselsituation folgt Cassavetes überaus einfallslos und obendrein dreist offensichtlich dem Klassiker "Hundstage" und dem jüngeren "Mad City". Ein verzweifelter Geiselnehmer unter hohem Druck von Polizei, allgegenwärtige Medien, Sympathie für die Geiseln: eine lange Liste von Parallelen, die bei einer subtileren und ausgewogeneren Inszenierung leichter zu ertragen wären. Allein der musikalische Taschentuch-Schwulst verdirbt einem bereits die Laune. Das ist nur insofern verschmerzbar, weil dieses Thema hierzulande kaum auf den Nägeln brennt.


    Redaktion


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