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Komm, süßer Tod

Userwertung 10/10
Sympathische österreichische Kriminalkomödie, grotesk und gemütlich. Der Ex-Polizist Josef Hader, nun bei den Rettungssanitätern, kann die auffälige Häufung von Todesfällen in seiner Umgebung nicht länger ignorieren und beginnt nachzuforschen...
Komm süßer Tod Komm süßer Tod
Inhalt
  • Der Rettungsdienst in den Straßen von Wien ist zu einer Art Kleinkrieg ausgeartet. Der Zivi Berti, quasi Juniordirektor, freut sich deshalb natürlich, dass er mit dem Ex-Detektiv Brenner zusammen im Rettungswagen sitzt. Dieser Mann vom Fach will aber nichts mehr von seinem alten Beruf wissen, und auch der Konkurrenzkampf interessiert ihn reichlich wenig.

    Doch nach einem Doppelmord im Krankenhaus gerät er ungewollt in die Verstrickungen und Intrigen des Metiers. Als dann noch der Rettungsfahrer Gross tot aufgefunden wird, macht sich Brenner mit der attraktiven Tochter des fälschlich verhafteten Sanitäters Lanz an die Ermittlungen. Berti erweist sich sogar als hilfreich, und sie kommen der Wahrheit gefährlich nahe. Dann taucht da noch Brenners alte Jugendliebe Klara auf, wo doch Angelika gerade so nett ist. Entscheidungen treffen ist nicht gerade Brenners Stärke...

Credits
Filmkritik
  • Friedlich liegen die Einsatzzentralen mit angeliederten Betriebshöfen der Rettungsdienste in den Vierteln Wiens. Aber das ist eine wohlfeile, hinterhältige Täuschung, denn in Wirklichkeit herrscht ein erbitterter Kleinkrieg zwischen den Kreuzrettern und dem Rettungsbund. Da wird der Funk des Gegners abgehört, um auch den letzten Diabetikerpatienten noch vor der Nase wegzuschnappen. Als die ersten Toten zu beklagen sind, lässt auch die Polizei nicht mehr auf sich warten. Doch verhaften die mit einem altgedienten Rettungssanitäter den Falschen. Da dessen Tochter sich damit nicht abfinden möchte, bittet sie einen Ex-Polizisten und jetzigen Mitarbeiter beim Rettungsbund, private Ermittlungen anzustellen. Der stößt schnell auf ein Netz aus widerwärtigen Machenschaften, das langsam gefährlich wird.

    Der Film ist zynisch, rabenschwarz und stellt einen herrlichen Antihelden in den Mittelpunkt, den man mit seiner etwas grantigen, faulen Art einfach ins Herz schließen muss. Ein wenig ungeschickt, aber letztlich unerbittlich stolpert der privat nachforschende Rettungssanitäter durch ein Geflecht mieser Typen, die keine Skrupel haben. Das moderne Samaritertum in Form der Sanitätsdienste interpretiert "Komm, süßer Tod" in eine Art durchtriebener Wegelagerei um. Zurückhaltend lakonisch inszeniert gelingt das Kunststück, zugleich spannend zu sein sowie perfekt getimte Situationskomik auf den Zuschauer los zu lassen. Gleichzeitig hinterfragt "Komm, süßer Tod" ironisch die Lebenswelt leicht desillusionierter Charaktere und die aktuell um sich greifende Profitmentalität mit beachtlichem Erfolg.


    Stefan Dabrock



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