Sandra Bullock ermittelt in einem Mordfall. Eine Frau wurde scheinbar grundlos ermordet. Der Verdacht richtet sich gegen zwei High School-Schüler, doch die haben scheinbar ein Alibi. Ein gut gespielter, aber nur mäßig spannender US-Krimi...
Inhalt
Als im Wald beim kalifornischen Küstenstädtchen San Benito die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, übernimmt die erfahrene Indizienexpertin Detective Cassie Mayweather den Fall. Unterstützt wird sie von ihrem neuen Kollegen Sam Kennedy, der begeistert von ihr lernt.
Zunächst sieht es so aus, als ob die Frau das Opfer einer sinnlosen Gewalttat wurde. Doch Cassie spürt intuitiv, dass mehr hinter dem Fall steckt, weil sie sich an ihre eigene, lange verdrängte Vergangenheit erinnert fühlt. Obwohl sie keine Beweise hat und kaum Indizien findet, entwickelt sie eine bizarre Theorie: Die junge Frau musste nur deswegen sterben, weil der Mörder es darauf angelegt hat, den perfekten Mord zu begehen.
Sam versteht Cassie nicht mehr - er will weiter systematisch den Hinweisen vom akribisch untersuchten Tatort nachgehen. Cassie lässt sich aber nicht beirren. Sie verfolgt ihre eigenen Spuren und findet bald zwei Verdächtige. Doch die haben ein wasserdichtes Alibi...
"Verbrechen ist Freiheit". Mit dieser
provozierenden These füttert ein
Highschool-Schüler sein Unterrichts-Referat.
Barbet Schroeder rankt darum ein
Figurendreieck aus einer Polizistin und zwei
Schülern, die sich mit den Folgen intellektuell
motivierter Gewalt auseinandersetzen
müssen. Da wäre zum einen der schräge
Außenseiter, welcher das brisante Referat
hält. Zum anderen präsentiert "Mord nach
Plan" einen reichen Bengel, der eine
freundschaftliche Allianz mit seinem
verschrobenen Mitschüler eingeht. Beide
erkennen im jeweils anderen Charakter die
Eigenschaften, welche ihnen zur
Vervollkommnung der eigenen Persönlichkeit
fehlen. Fasziniert von der Idee eines perfekten
Mordes als freier Akt des menschlichen
Willens planen sie, irgend einen Menschen
umzubringen, den sie zufällig auswählen.
Wenige Zeit später wird die verstümmelte
Leiche einer jungen Frau gefunden. Die
sinnlos erscheinende Tat lässt die
Ordnungshüter zunächst völlig ratlos zurück,
bis die ermittelnde Polizistin durch ihren
Instinkt geführt auf die beiden Schüler trifft.
Aber die haben ein perfektes Alibi. Dennoch
lässt die Polizistin nicht von ihnen ab.
Getrieben von der eigenen Vergangenheit
verfolgt sie unerbittlich die scheinbare Spur.
Ein traumatisches Ereignis, das sie vor
Jahren fast das Leben gekostet hätte,
hinterließ psychische Narben.
Elegant verknüpft Schroeder die schreckliche
Erfahrung der Polizistin, von Sandra Bullock
gegen ihr "Knuddel-Image" überzeugend
nuanciert gespielt, mit dem aktuellen Fall. Die
Fesseln des Verbrechens, mit denen Bullocks
Figur zu kämpfen hat, verbinden sich mit dem
absurden Entwurf eines überlegenen
Menschen, der frei von moralischen Fesseln
über allem schwebend seine Handlungen
vollführen kann, zu einer komplexen Reflexion
der Ausgangsthese, das Verbrechen Freiheit
sei. Da Schroeder weniger an den sozialen
Hintergründen seiner Figuren interessiert ist,
erscheint die banale Sinnlosigkeit der Mordtat
wie ein Werk des Menschen schlechthin.
In einer Verschachtelung der aktuellen
Ermittlungstätigkeit mit Rückblenden der Tat
zeigt "Mord nach Plan" die beängstigende
Entwicklung von der bloßen Idee zur
grausamen Umsetzung. Dabei verdeutlicht er
das notwenige, manipulative Zusammenspiel
beider Charaktere, die ohne den anderen
niemals zur Tötung geschritten wären. Ihr
Wunsch der Verschmelzung scheitert aber
daran, dass beide Extreme nicht kompatibel
sind. Die Akzeptanz der eigenen Fehler ist
zum freien Weiterleben notwendig, da es den
perfekten Übermenschen nicht geben kann.
Kunstdirektor vom 24.01.2010 Ein nur mäßig spannender US-Krimi? Unglaublich! Ein erstklassiger Krimi mit exorbitanter Spannung. Hat der autor Tomaten statt Hirn?