Fluch der Karibik
Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black PearlGroß, laut und teuer: Das nicht nur mit Effekten überladene Piratenabenteuer "Fluch der Karibik" ist der Kinofilm zu Disneys Themenparkspektakel "Pirates of the Caribbean". Doch Johnny Depp verhindert Schlimmeres...  Inhalt- Kristallklar und verlockend blitzt das Meerwasser in der karibischen Sonne. Hier, wo Freiheit, Abenteuer und Lebenslust förmlich in der Luft liegen, fühlt sich der verwegene und charmante Haudegen Captain Jack Sparrow (JOHNNY DEPP) zu Hause.
Sein paradiesisches Leben erhält einen jähen Dämpfer, als der durchtriebene Captain Barbossa (GEOFFREY RUSH) sein stolzes Schiff, die BLACK PEARL, in seine Gewalt bringt und mit ihr die Hafenstadt Port Royal überfällt, wo er die bildschöne Tochter des Gouverneurs, Elizabeth Swann (KEIRA KNIGHTLEY), entführt. Das kann der abenteuerlustige Will Turner (ORLANDO BLOOM), Elizabeths Freund und Vertrauter seit Kindheitstagen, nicht auf sich ruhen lassen. Gemeinsam mit Captain Sparrow macht er sich auf die Jagd nach der mörderischen Bande um Barbossa –und seiner verlorenen Liebe. Auf dem schnellsten Schiff der britischen Flotte wollen sie den Piraten das schmutzige Handwerk legen. Noch ahnen die beiden Draufgänger nichts von einem mysteriösen Fluch, der auf Barbossa und seiner Mannschaft lastet: Bei Mondschein verwandeln sie sich in lebendige Skelette, dazu verdammt, auf ewig als Untote durch die Nacht zu ziehen. Nur ein außergewöhnliches Geheimnis kann den Fluch brechen...
Credits- Originaltitel: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl
- Kinostart: 04.09.2003
- Filmlänge: 143 Min.
- Jahr: 2003
- Genre: Abenteuer
- Land: USA
- Verleih: Buena Vista
- Regie: Gore Verbinski
- Buch: Ted Elliott, Terry Rossio, Jay Wolpert
- Kamera: Dariusz Wolski
- Produzent: Jerry Bruckheimer
- Darsteller: Jonathan Pryce, Jack Davenport, Geoffrey Rush, Johnny Depp, Zoë Saldana, Lee Arenberg, Keira Knightley, Orlando Bloom, Paula J. Newman, Lauren Maher, Martin Klebba, Isaac C. Singleton Jr., Mackenzie Crook, Damian O'Hare, Giles New, Angus Barnett, David Bailie, Michael Berry Jr., Treva Etienne
Filmkritik- Fette Beute
War's ein Anflug von Größenwahn? Erfolgproduzent
Jerry Bruckheimer ("Armageddon") wollte es wieder
einmal wissen: Mit dem Piratenfilm "Fluch der Karibik"
versuchte er sich - unterstützt von Filmemacher Gore
Verbinski ("The Ring") - ausgerechnet an dem Genre, das
in den letzten Jahren regelmäßig an den Kinokassen
unterging. Doch zur Überraschung vieler Spötter segelte
der mit Horror-Elementen aufgepeppte Popcorn-Hit in
den amerikanischen Kinocharts der Konkurrenz davon.
Bruckheimer reibt sich ob des gelungenen Raubzugs
schon die Hände und plant eine Fortsetzung.
"Cutthroat Island" alias "Die Piratenbraut" erlitt vor
acht Jahren am Box-Office dermaßen Schiffbruch, dass
er die legendäre Produktionsfirma Carolco ("Rambo",
"Terminator 2") gleich mit in die Tiefe riss. Seitdem
gelten Piratenfilme in der Traumfabrik als Kassengift,
an das sich höchstens lebensmüde Zocker wagen würden.
Zum Beispiel Jerry Bruckheimer (57): Der Produzent von
Blockbustern wie "Armageddon" und "Pearl Harbor" kam
den synergiefreudigen Disney-Managern gerade recht,
als diese ihr Themenpark-Spektakel "Pirates of the
Caribbean" in einen Kinofilm verwandeln wollten. Was
Bruckheimer anfasst, wird zu Gold, und der vom
Besucherrückgang in den Freizeitparks, sinkenden
TV-Einschaltquoten und deftigen Kinoflops finanziell
angeschlagene Mäusekonzern brauchte dringend einen
Sommerhit. Bruckheimer warf Disneys
Drehbuchvorschlag allerdings gleich über Bord und
heuerte stattdessen das Autorenduo Ted Elliott und
Terry Rossio an, das zuvor Trickfilmhits wie "Shrek"
aber auch Desaster wie "Der Schatzplanet" geschrieben
hatte. Die beiden verpassten der simplen Piratenstory
einen gleichermaßen gruseligen wie
publikumsträchtigen Twist, doch Bruckheimers
Geniestreich bestand am Ende darin, Hollywoods enfant
terrible Johnny Depp in das Kostüm eines exzentrischen
Piratenkapitäns zu stecken.
Faszination und Ekel
Der heißt Jack Sparrow und hegt einen tiefen Groll
gegen seinen Kollegen Kapitän Barbossa
(Oscar-Preisträger Geoffrey Rush), der ihm einst
meuternd sein Piratenschiff "Black Pearl" gestohlen und
ihn auf einer einsamen Insel zurückgelassen hatte. Doch
Barbossa und seine Mannen hatten an Sparrows Schiff
nicht lange Freude, denn ein Fluch verwandelte die Crew
in untote Gesellen: Bei Tageslicht sehen sie wie normale
Menschen aus, im Mondenschein dagegen skelettiert.
Igitt! Um den Fluch zu brechen, brauchen die Zombies das
Blut einer schönen Maid (Keira Knightley aus "Kick it
like Beckham"), die ehetechnisch dem hochnäsigen
Hafengouverneur (Jonathan Pryce) versprochen ist,
tatsächlich aber den brav-niedlichen Schmied Turner
(Orlando Bloom) liebt. Klingt kompliziert? Ist es
natürlich nicht, und in endlosen (Zwei-)Kämpfen und
Seegefechten hat das Publikum viel Zeit, den nicht
vorhandenen Sinn hinter der blutrünstigen (aber
jugendfreien) Story zu ergründen. Auch die
Digitaleffekte-Macher von Industrial Light & Magic
("Hulk") hatten wieder viel zu tun, und es hätte nicht
geschadet, wenn das 140 Minuten lange
Popcorn-Abenteuer kürzer ausgefallen wäre.
Zum Glück ist da noch Johnny Depp. Der sagte nicht nur
Errol Flynn und Co. Adieu, sondern schuf mit Jack
Sparrow eine vollkommen originelle Piratenfilmfigur,
wie man sie so noch nie gesehen hat. Wie ein bekiffter
Rockstar (Keith Richards stand angeblich Pate) taumelt
er goldbezahnt und transvestitenhaft von Missgeschick
zu Missgeschick. Sparrow ist ein Exzentriker, total
plemplem und schmuddelig - und er ist der eigentliche
Held des Films, dem man als Zuschauer mit einer
Mischung aus Ekel und Faszination begegnet. Depp in
"Fluch der Karibik" bei der Arbeit zuzusehen, ist schon
allein das Geld für eine Kinokarte wert. Redaktion
| |