Die Vorahnung
PremonitionFinal Destination rapes Groundhog Day... Mennan Yapos Mysterymurks
vermengt Zeitsprungthriller mit Familiendrama - einen einigermaßen
spannenden Einstieg macht er mit schnulzigster "Heile Welt"-Polemik
zunichteInhalt- Für Linda Hanson (Sandra Bullock) bricht eine Welt zusammen, als ihr
Mann bei einem Autounfall ums Leben kommt. Doch am nächsten Morgen
sitzt er in der Küche und trinkt seinen Kaffee. Nur ein Albtraum?
Die
mysteriösen Ereignisse häufen sich und Linda scheint ihre Tage nicht in
der richtigen Reihenfolge zu leben. Bis sie dahinter kommt, dass sie
eine Vorahnung erlebt. Jetzt kämpft sie um das Leben ihres Mannes
(Julian McMahon), doch die Zeit läuft ihr davon...
Credits- Originaltitel: Premonition
- Kinostart: 11.10.2007
- Filmlänge: 94 Min.
- Jahr: 2007
- Genre: Thriller
- Land: USA
- Verleih: Kinowelt
- Website: http://www.dievorahnung.kinowelt.de
- Regie: Mennan Yapo
- Buch: Bill Kelly
- Kamera: Torsten Lippstock
- Produzent: Jennifer Gibgot, Adam Shankman, Ashok Amritraj, Jon Jashni, Sunil Perkash
- Darsteller: Sandra Bullock, Kate Nelligan, Nia Long, Peter Stormare, Amber Valletta, Marc Macaulay, Julian McMahon, Shyann McClure, Courtney Taylor Burness, Irene Ziegler
- Tags: Sira Brand
FilmkritikAll American Housewife Linda (Sandra Bullock) erfährt von
einem Polizisten, dass ihr Ehemann Jim (Julian McMahon) bei einem Autounfall
umgekommen ist. Sie trauert verhalten, bringt es ihren jungen Töchtern bei und
holt ihre Mutter zu sich ins Haus. Am nächsten Morgen wacht sie auf und trifft
Jim höchst lebendig seinen Kaffee schlürfend in der Küche an. Am Morgen drauf
ist dann allerdings der Tag der Beerdigung...
Anders als Linda ahnt man
spätestens an dieser Stelle, dass es sich bei dem Phänomen wohl kaum um einen
ziemlich epischen Traum à la Pamela und Bobby Ewing handeln kann. Mennan Yapos
Mysterymurks funktioniert eher wie "Final Destination rapes Groundhog Day" - was in der ersten Stunde tatsächlich auch ganz unterhaltsam
anzusehen ist, in klar inszenierten Spannungstableaus, mit einer solide gegen
die Zeitreisehandlungen immer innewohnenden Plotlöcher (und albernem Firlefanz
wie blutigen Rabenleichen) anspielenden Bullock. Die Zeitsprünge bringen mit
ihrem willkürlichen Platzieren der Hauptfigur – mal vor und mal nach Jims Tod –
zudem Bewegung in die sonst reichlich zähflüssige Dramaturgie. Dass die
Ehe der beiden auf Eis liegt, wird nebenbei einigermaßen subtil untergebracht.
Dann aber besucht Linda völlig unmotiviert einen Priester,
lässt sich mit schmierigem, pseudochristlichem Gedöns einbalsamieren und rettet
prompt ihre Ehe – indem sie ihrem Gatten die Schuhe auszieht und einen
Seitensprung verzeiht. Das ist nun das wirklich
Gruselige. Obwohl – McMahon agiert auch als lebendiger, liebevoller Jim
leichenblass und fahl. Und die aufgesetzte Endpointe tut ihr Übriges.
Die Vorahnung stimmt schon als Titel nicht: Linda bleibt
ahnungslos, wenn längst klar ist, was sie zu tun hat. Sobald sie’s dann mal
kapiert, wirkt ihr Handeln wie aufgesetzt. Yapo, der deutsche Regisseur
von "Lautlos", macht in seinem englischsprachigen Debüt aus einer leidlich
interessanten Idee letztendlich billigste Familienramschware und verbrät dabei
einen Hollywoodstar.
Sira Brand
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