Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft
Coco avant ChanelBiopic über Coco Chanel, mit Audrey Tautou in der HauptrolleInhalt- Ein kleines Mädchen, das irgendwo im tiefsten Frankreich mit seiner Schwester in einem Waisenhaus lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden.
Eine Varietésängerin mit schwacher Stimme, die vor einem Publikum aus betrunkenen Soldaten singt. Eine arme Näherin, die im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei Säume stichelt. Eine junge, magere Nachwuchskurtisane, die bei ihrem Beschützer Etienne Balsan Zuflucht findet, unter Kokotten und Lebemännern. Eine Liebende, die weiß, dass sie niemals nur "einem Mann" gehören wird und sogar die Ehe mit Boy Capel verweigert, obwohl dieser sie wirklich liebt. Eine Rebellin, die an den Konventionen ihrer Zeit erstickt und die Kleidung ihrer Liebhaber trägt.
Dies ist die Geschichte von Gabrielle Chanel, die ihr Leben als willensstarkes Waisenkind beginnt und sich auf außergewöhnliche Weise zur legendären Modeschöpferin entwickelt, zur Verkörperung der modernen Frau – und zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil. Anne Fontaine ("Eine saubere Affäre") inszenierte "Coco Avant Chanel" (Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft) nach einem Drehbuch, das sie zusammen mit Camille Fontaine und unter Mitarbeit von Christopher Hampton ("Gefährliche Liebschaften") schrieb. Als Vorlage diente das Buch "L’irrégulière" von Edmonde Charles-Roux. Die Produktion verantworten Philippe Carcassone, Caroline Benjo und Carole Scotta. In der Titelrolle spielt Audrey Tautou, weitere Rollen übernehmen Benoît Poelvoorde , Emmanuelle Devos, Marie Gillain und Alessandro Nivola.
Credits- Originaltitel: Coco avant Chanel
- Kinostart: 13.08.2009
- Filmlänge: 110 Min.
- Jahr: 2009
- Genre: Biopic
- Land: Frankreich
- Verleih: Warner Bros.
- Website: http://www.CocoChanel-DerFilm.de
- Regie: Anne Fontaine
- Buch: Christopher Hampton, Anne Fontaine, Camille Fontaine, Anne Wiazemsky
- Buchvorlage: Edmonde Charles-Roux
- Kamera: Christophe Beaucarne
- Produzent: Philippe Carcassonne, Caroline Benjo
- Darsteller: Benoît Poelvoorde, Alessandro Nivola, Audrey Tautou, Marie Gillain, Emmanuelle Devos
- Tags: L’irrégulière" von Edmonde Charles-Roux, Sira Brand, Kritik, review
Awards, Auszeichnungen und Preise Filmkritik- Der deutsche Titel führt – wie so oft – in die Irre: Aus "Coco avant Chanel" (Coco vor Chanel) machte man "Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft". Doch von Leidenschaft kann in dem Film keine Rede sein. Jedenfalls nicht für die Mode, mit der man ihren Namen assoziiert. Der Film erzählt nämlich überwiegend die Geschichte einer eigenwilligen Mätresse, die sich schließlich verliebt – woraufhin daraus dann die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern wird.
Wie sich die Halbwaise Gabrielle zur glamourösen Modeschöpferin Coco Chanel entwickelt, deutet die Regisseurin Anne Fontaine eher beiläufig an. Damit überzeugt sie immerhin in der Ausstattung: Der schroffe Kontrast zwischen Cocos elegant-legerem Stil und den über und über gerüschten und behängten Damen der Haute Société zeigt zunächst, wie selbstbewusst Coco, ein Kind aus der Unterschicht, mit schlichtem Chic auftritt, der – so will es der Film – von ihrer Kindheit in einem Kloster inspiriert wurde. Schließlich lässt sie sich von ihren Lovern inspirieren – von Reithosen über Pyjamas zu (praktischen) Hosen für Frauen. Ein radikaler Schritt in der Modegeschichte, der in der Liebesgeschichte untergeht. Dass Coco das Nähen oder Mode liebt, oder sich zumindest dafür begeistert, bekommt man jedenfalls nicht zu sehen. Stattdessen gibt es unzählige schmeichelnde Close-Ups von Audrey Tautou; von allen Seiten ausgeleuchtet, in koketten Posen inszeniert, oft schmollend und meist rauchend. Was dabei in ihrem entzückenden Kopf vor sich geht, bleibt jedoch rätselhaft. Ein Großteil des Films fühlt sich tatsächlich an, wie ein üppig ausgestattetes Kammerspiel: Die junge Coco hat kein Ziel und keinen Ehrgeiz. Sie folgt ihrem Lover, dem Kleinadeligen Étienne Balsan (Benoît Poelvoorde) aus einer Kleinstadt auf dessen Anwesen in der Nähe von Paris. Hier muss sie sich zunächst verstecken, etabliert sich aber nach und nach trotzig-naiv in seinen Kreisen. Wobei Poelvoorde Tautou an die Wand spielt: Der belgische Schauspieler gibt die beste Darstellung des Films, als lebensfroher, reicher Pferdenarr, der ebenso vulgär wie versnobbt ist und schließlich ungeahnte Empfindsamkeit enthüllt. Dennoch plätschert Cocos endlos scheinender Aufenthalt in Balsan (wie viel Zeit vergeht, wird nicht erzählt) recht zäh dahin. Bewegung kommt mit dem Engländer "Boy" (Alessandro Nivola) in behäbige Idylle, ein Geschäftsmann, der sich sein Vermögen selbst erarbeitet hat, und in den sich Coco verliebt. Die aufkeimende Romanze wird dann allerdings wieder durch einige melodramatische Dialoge verwässert, so dass noch nicht einmal dieser Teil die im Titel versprochene Leidenschaft zeigt. Überhaupt fallen viele Dialoge durch eigentümliche Gestelztheit auf – womöglich ein Synchronisationsproblem, diese Kritik bezieht sich auf die deutsche Fassung. "Coco Chanel" ist, wie zu erwarten, detailgetreu ausgestattet. Tautou ist, wie immer, bezaubernd anzusehen. Der Charme des Charakters, der beschrieben wird, ist allerdings nicht auszumachen. Offensichtlich sollen die Dialoge sie als selbstbewusst, vielleicht sogar kühn hinstellen. Was aber aufgesetzt wirkt: Tautou im historischen Kostüm, mit zickigem Anstrich. Immerhin bekommt man den Kontrast zwischen Chanel und dem, was vor ihr war – die von extremen Korsetts und gleichzeitig überbordende Üppigkeit geprägte Mode der Belle Epoque – vor Augen geführt. Sira Brand
Userkommentare filmfuzzy vom 24.07.2009?Coco Chanel ? Der Beginn einer Leidenschaft? Ein Film von einer Frau über eine Frau. Regisseurin Anne Fontaine hat das Leben der Coco Chanel auf die Leinwand gebracht. Allerdings ist das vorliegende Ergebnis doch ein bisschen enttäuschend. Der Film endet dort wo es für den Betrachter erst richtig interessant geworden wäre. Nämlich zu Beginn ihrer einzigartigen Karriere. Das eröffnet natürlich die Möglichkeit einer Fortsetzung. Wir schreiben das Jahr 1893. Die junge Gabrielle Chanel kommt ins Waisenhaus und wartet dort jeden Sonntag vergebens auf ihren Vater. Sechs Jahre verbrachte sie im Waisenhaus des katholischen Klosters von Aubazine, wo sie den Beruf der Näherin lernte. Danach erhielt Coco zwei Jahre im Pensionat ?Notre-Dame? der Stiftsdamen von Saint Augustin in Moulins am Allier Unterricht. Mit 20 Jahren arbeitete sie als Angestellte in einem Aussteuer- und Babyartikelgeschäft und nahm auch privat Schneideraufträge an. Zu dieser Zeit trat Gabrielle Chanel (Audrey Tattou)als Sängerin im ?Rotonde? in Moulins auf, wo sie vor allem mit ihrer Schwester Adrienne (Marie Gillian) Chansons vortrug. Und da ein Lied über einen Hund ?Coco? handelte, wurde sie fortan so gerufen. 1904 lernte sie den Pariser Industriellensohn Etienne Balsan (Benoit Poelvoorde) kennen, der sie in die Gesellschaft einführte und mit dem sie von 1906 bis 1910 in Royallieu zusammenlebte. Ihr nächster Geliebter ist der englische Bergwerkbesitzer Boy Capel (Alessandro Nivola) der ihr in Paris ein Atelier einrichtet. Hier beginnt sie zuerst neue Hutmode zu entwerfen. 1915 besaß sie Modesalons in Paris und Biarritz, entwarf schlichte, locker umspielende Kleider aus Baumwolljersey und kreierte damit eine neue und funktionale Mode mit klaren Linien statt der bisher üblichen Verzierungen. Und mit einer grandiosen Modenschau endet der Film. Der ist schauspielerisch sehr gut umgesetzt und auch die Zeitepoche ist gelungen dargestellt. Nur wer die Idee der Regisseurin Anne Fontaine, nur die junge Coco Chanel zu zeigen, nicht vorher erfährt, der ist natürlich enttäuscht über diese Geschichte. Gern hätte man etwas mehr über die Frau und ihre vielen bahnbrechenden Ideen und Entwürfe erfahren. (Chanel-Kostüm aus Tweedstoff; 1921 Parfüm Chanel Nr.5; Hosen und Handtaschen) Coco Chanel starb 1971 im Alter von 88 Jahren in ihrem Appartement im Pariser Hotel Ritz. Ein Film der nicht über die Mode, sondern über die Person die eine Modeepoche einläutete, berichtet. 110 Minuten ? leichte Kost über ein starke Persönlichkeit.
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