A Hard Day´s Night
Der erste Beatles-Film von 1964 erzählt temporeich und witzig im Stil eines Dokumentarfilms von einem Tag im Leben der Fab Four: Durchgeknallte Manager, kreischende Fans, Pauls nervender Großvater und einige Hits...Inhalt- 1964: Vier junge Typen aus Liverpool sind kurz davor, die Welt zu verändern - wenn die völlig durchgedrehte Welt sie nur unerkannt aus den Hotelzimmern entkommen ließe! Die Beatles geraten in einen Strudel von kreischenden Fans, paranoiden Produzenten, fanatischen Journalisten und nervenden Familienangehörigen. Im Stil einer "Mockumentary" (= Fake Documentary, gestellter Dokumentarfilm) wird ein wüster Tag im Leben von John, Paul, George und Ringo beschrieben: Sie pfeifen auf ihre Terminkalender und wollen Freiheit, nur für 24 Stunden...
Credits- Originaltitel: A Hard Day´s Night
- Kinostart: 05.07.2001
- FSK: 6
- Filmlänge: 87 Min.
- Jahr: 1964
- Genre: Komödie, Musik
- Land: Großbritannien
- Verleih: Arthaus
- Regie: Richard Lester
- Buch: Alan Owen
- Kamera: Gilbert Taylor
- Produzent: Walter Shenson
- Darsteller: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr, Norman Rossington, Victor Spinetti, Wilfred Brambell, John Junkin, Anna Quayle, Derick Guyler, Richard Vernon
Filmkritik- Es ist seit längerem zu befürchten gewesen
und hat bei der ungebrochenen Beatlemania
eigentlich erstaunlich lange gedauert. Aber
nun kommt nach immer “neuen“ Büchern und
diversen CD’s mit unwesentlich variierten
Song-Zusammenstellungen der erste
Beatles-Film wieder in die Kinos. Natürlich mit
der üblichen digitalen Sound-Überarbeitung
und dergleichen Firlefanz mehr. Die Frage, ob
das Sinn macht, erübrigt sich, geht es doch
alleine darum, den Reichtum und Wohlstand
der Rechteinhaber zu sichern und zu mehren.
Dem Publikum und hier vor allem den
Beatlesfans älteren Semesters wird mit der
Wiederaufführung kaum ein Gefallen getan.
Es stellt sich der Effekt ein, der bei
Besichtigung von kulturellen Fetischen der
eigenen Jugend 20 – 30 Jahre später immer
wieder greift: Enttäuschung und mildes
Kopfschütteln. Natürlich: Phänomene der
Zeitgeschichte wie die Beatles erklären sich
vor allem aus ihrer Zeit heraus. Posthume
Betrachtungen werden schnell ungerecht, weil
sie entweder verklären oder intellektuell
sezieren.
Trotzdem: Der Verleih von „A Hard Days Night“
hängt sich dermaßen weit aus dem Fenster,
dass einige Anmerkungen geradezu
provokant werden. Ein Meilenstein der
Filmgeschichte, wie Plakat und Presseheft
verkünden, ist der Film wahrlich nicht. Ganz im
Gegenteil. Er ist einfach gestrickt, äußerst
bemüht lustig, schauspielerisch dilettantisch
und überhaupt kreuzbrav. Die
Bürgerschreckattitüde mit der die Beatles sich
in dem Film gefallen, ist eher peinlich. Im
Grunde genommen sind die Vier in etwa so
revolutionär wie Rex Gildo, der in dem Film so
verkehrt nicht aufgehoben wäre.
Womit wir übrigens beim zu Recht viel
gescholtenen deutschen Schlager dieser
Jahre wären. Von dem unterscheiden sich die
frühen Beatles vor allem textlich nämlich
kaum.
Wohlverstanden, dass in den späten
sechziger Jahren die Beatles exzellente
Popmusik gemacht haben und vor allem John
Lennon zu den ganz Großen unter den
Songwritern zählt, ist unbestritten. Nur, so wie
die Fab Four von Richad Lester in „A Hard
Days Night“ portraitiert werden, sind sie alles
andere als ein Jahrhundertereignis. Und das
gilt wie gesagt auch für den Film, der
immerhin für sich verbuchen kann, in
einzelnen Teilen so etwas wie der erste
Videoclip zu sein.
Im Stil einer fiktiven Dokumentation beschreibt
Lester in dem Schwarz/Weiß – Film einen Tag
im Leben von John, Paul, George und Ringo.
Auf dem Weg zu einer Fernsehshow müssen
sie ihre Manager bändigen, kreischende Fans
entkommen und der Presse Rede und
Antwort stehen. Witziger Höhepunkt hier die
Antwort auf die Frage „Wie fanden Sie
Amerika?“ – „Bei Grönland links abbiegen“. Thomas Lawetzky
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