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'Die Schwester der Königin' - Kinoposter
'Die Schwester der Königin' - Kinoposter

"Die Schwester der Königin": Natalie Portman

Natalie Portman über ihren Ruf als Intellektuelle, die Zeit vor der Klatschgesellschaft und ihr Faible für Hillary Clinton

"Ich konnte erwachsen werden, bevor Klatsch zu einer Industrie wurde"In "Die Schwester der Königin" spielt Natalie Portman eine junge Frau, die dem englischen Führer Henry VIII. ordentlich den Kopf verdreht. Der Joker: Ihr Aussehen. Ihre Gegenspielerin: Scarlett Johansson. Privat dagegen will die studierte Psychologin von Zickenkämpfen nichts wissen. In Berlin trafen wir die 26-Jährige zum Gespräch.
Spielfilm.de: Mrs. Portman, einige sind der Meinung, die Welt wäre ein besserer Ort, wenn mehr Frauen an der Macht wären. Wie denken Sie darüber?
Natalie Portman:Ich glaube nicht, dass das irgendetwas mit dem Geschlecht zu tun hat. Es geht doch vielmehr um Menschlichkeit! Frauen sind sicherlich keine besseren Menschen als Männer. Es gibt immer solche und solche. Wenn man mit Stereotypen arbeitet und ein Geschlecht auf einige wenige Merkmale reduziert, ist das immer eine Form von Sexismus, egal ob man nun gutes unterstellt oder nicht.Spielfilm.de: Ihre Kollegin Scarlett Johansson hatte bei Ihrer Ankunft in Berlin einen Barack Obama-Sticker an Ihrem Anorak. Würden Sie offiziell einen Präsidentschaftskandidaten unterstützen?
Natalie Portman:Auf alle Fälle. Es bleibt ja trotzdem noch jedem selbst überlassen, ob man sich davon beeinflussen lässt, oder lieber seine eigene Entscheidung trifft. Wer es nicht hören oder sehen will, kann ja problemlos umschalten. Ich kann nicht verstehen, warum sich einige darüber aufregen. Wir leben ja in keiner Tyrannei, in der man blind folgen muss!Spielfilm.de: Wie denken Sie über Hillary Clinton?
Natalie Portman:Es macht mich sauer, wie sie manchmal von den Medien behandelt wird. Wenn sich andere über sie aufregen, frage ich oft nach den Gründen. Ich höre dann immer wieder, dass sie doch so bescheuert ist, weil sie nach der Affäre ihres Mannes bei ihm geblieben ist. Doch was wäre passiert, wenn sie ihn verlassen hätte? Es war eine Situation, in der sie nicht gewinnen konnte. Wenn sie keine Emotionen zeigt, heißt es, sie wäre kalt, zeigt sie welche, unterstellt man ihr ein schwaches Gemüt. Ich finde sie phantastisch. Ich meinen Augen würde sie eine hervorragende Präsidentin abgeben.Spielfilm.de: Ihre Kollegin Scarlett denkt da ganz offensichtlich anders. Kannten Sie sich bereits vor den Dreharbeiten?
Natalie Portman:Nur oberflächlich. Wir gingen zeitweise auf dieselben Partys, wurden uns auf Societyevents vorgestellt. Wirklich kennengelernt haben wir uns aber erst durch die Dreharbeiten.Spielfilm.de: Was mögen Sie an Ihr?
Natalie Portman:Sie ist ehrlich, was auch immer sie tut. Ich zumindest glaube ihr einfach alles. Sie ist eine extrem starke und offene Frau. Sie erzählt dir ehrlich von ihren Gefühlen, wohingehen viele andere - mich eingeschlossen - eher vorsichtig bei so etwas sind.Spielfilm.de: Sie sind doch nicht etwa schüchtern?
Natalie Portman:Aber sicher doch.Spielfilm.de: Sie sind studierte Psychologin. Hilft diese Ausbildung, sich leichter in Charaktere hineinzufühlen?
Natalie Portman:Jeder Schauspieler hat natürlich seine eigene Methodik, aber bei mir beeinflusst mein Studium definitiv die Art und Weise, wie ich darüber nachdenke.Spielfilm.de: Was wollen Sie mit Ihrem Studium auf lange Sicht anstellen? Dürfen wir irgendwann auf Ihrer Couch liegen und Ihnen was vorschwafeln?
Natalie Portman:Es wäre wohl doch etwas zu seltsam, wenn ich plötzlich in einem Büro sitzen und Patienten empfangen würde. Es würde sich so anfühlen, als ob eine Schauspielerin eine Psychologin spielt. (lacht)Spielfilm.de: Sie haben als das Fach also nur aus reinem Interesse studiert und lassen es nun bis ans Ende Ihrer Tage links liegen?
Natalie Portman:Es wird mich wohl immer irgendwie beeinflussen, als Person wie als Schauspielerin. Die Thematik interessiert mich noch immer, ich lese viel darüber, aber aktiv ausüben werde ich es wohl nicht.Spielfilm.de: Fragen Sie sich manchmal, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie mit elf Jahren nicht den Durchbruch geschafft hätten?
Natalie Portman:Klar frage ich mich das manchmal. Aber ich werde die Antwort nie erfahren, weil man im Leben immer nur einem Weg folgen kann.Spielfilm.de: Hatten Sie jemals das Gefühl, durch Ihren frühen Erfolg etwas Grundlegendes verpasst zu haben?
Natalie Portman:Man merkt natürlich mit der Zeit, dass man einige Dinge verpasst hat. Aber andererseits habe ich durch meinen Beruf auch sehr viele andere Dinge dazugewonnen. Man muss dabei bedenken, dass Ruhm früher noch etwas anderes war als heute. Wäre es heute noch vorstellbar, dass ich in "Star Wars" mitspiele und trotzdem noch unbehelligt auf eine öffentliche Highschool gehe? Auch aus meiner Jugendzeit gibt es eigentlich kein privates Foto, das von mir gegen meinen Willen an die Öffentlichkeit gelangt ist, und das, obwohl auch ich betrunken in Clubs saß und andere dumme Dinge getan habe. Auch wenn all das noch nicht so lange her ist: Es waren trotzdem noch andere Zeiten, in denen die Privatsphäre noch respektiert wurde. Ich konnte also erwachsen werden, bevor sich der Klatsch zu einer schlagkräftigen Industrie entwickelt hat. Im Vergleich zu anderen Stars hatte ich also noch eine sehr normale Kindheit.Spielfilm.de: Empfinden Sie es heute als Bürde, ein Weltstar zu sein?
Natalie Portman:Es hat wohl mehr positive als negative Aspekte. Ich kann reisen, interessante Leute kennenlernen und das tun, was mich interessiert. Ich empfinde das als eine sehr glückliche Position.Spielfilm.de: Andererseits lieben es die Klatschblätter derzeit, über Ihre Nacktszene in Wes Andersons Kurzfilm zu schreiben. Man sagt, Sie bereuen diese zutiefst. Was ist dran an den Gerüchten?
Natalie Portman:Nein. Ich bin sehr stolz auf den Film. Aber es macht mich sauer, wenn man eine bestimmte Szene danach aus dem Kontext nimmt und darauf herumreitet.Spielfilm.de: Gerüchten zufolge arbeiten Sie an Ihrer ersten Regiearbeit. Stimmt das?
Natalie Portman:Ja, auch wenn wir wegen des Streiks der Drehbuchautoren noch in einem sehr frühen Stadium sind. Ich verfilme "A Tale of Love and Darkness", die Memoiren von Amos Oz.Spielfilm.de: Was tun Sie, wenn Sie von diesem Trip zurückkommen? In unserer Vorstellung sitzen Sie an einem Holztisch und lesen intelligente Bücher. Wie nah sind wir an der Wahrheit?
Natalie Portman:Zuerst muss ich mal meine Freunde sehen. Ich war vier Monate unterwegs, insofern muss ich einiges nachholen.





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