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"Fast And Furious 4": Paul Walker

Paul Walker über schnelle Autos, neue Herausforderungen und wieso sein Aussehen zum Problem wurde

"Ich verspüre heute einen neuen Hunger" Paul Walker wird leidenschaftlich, wenn es um schnelle Autos geht. Also kein Wunder, dass es kaum Überredungskunst gekostet haben muss, den 35-Jährigen Kalifornier für den vierten Teil der erfolgreichen "Fast And Furious"-Serie zurück zu gewinnen. Wieso nach einer langen Auszeit plötzlich wieder alle Hauptdarsteller des ersten Teils dabei sind, warum er sich zeitweise hintergangen fühlte und was sich an seiner Grundeinstellung geändert hat, erklärte er uns bei einem Setbesuch mitten im Herzen von Los Angeles
Spielfilm.de: Herr Walker, im ersten und zweiten Teil von "Fast and The Furious" spielten Sie die Hauptrolle, dann wurden Sie für einen Film von Lucas Black ersetzt. Erzählen sie uns kurz, wie es dazu gekommen ist, dass Sie beim vierten Teil nun wieder als verdeckter Ermittler Brian O’Conner durch die Straßen von Los Angeles heizen?
Paul Walker:Um ehrlich zu sein, hatte ich nach "The Fast And The Furious" kein Interesse mehr an einer Fortsetzung. Dann habe ich beim zweiten Teil doch wieder mitgemacht. Danach war es allerdings an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, meinen Horizont zu erweitern. Hinsichtlich des dritten Teils war ich - offen gesagt - enttäuscht. Ich dachte, man würde mir zumindest eine Option geben. Wer weiß, ob ich mitgemacht hätte oder nicht. Es gab einfach gewisse Unstimmigkeiten. Irgendwann bekam ich mit, dass ein vierter Teil zur Debatte stand, für den man ursprünglich nur Vin Diesel verpflichten wollte. Er kam allerdings auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte, wieder mit einzusteigen. Schließlich ist er dieses Mal auch Produzent. Da sonst nichts ging, dachte ich: warum eigentlich nicht. Hier bin ich also wieder, fahre schnelle Autos, werde bezahlt und habe dabei Spaß! Rückblickend muss ich auch gestehen, dass es doch recht cool ist, Teil eines Franchise-Systems zu sein. Nach acht Jahren begegne ich immer noch Fans auf der Straße, die sich an Brian O’Conner erinnern.Spielfilm.de: Wie fanden Sie denn persönlich den dritten Teil, bei dem niemand von der Originalbesetzung mitspielte?
Paul Walker:Visuell hat der Film mir sehr gut gefallen. Die Rennsequenzen sind meiner Meinung nach die besten. Justin Lin hat gute Arbeit geleistet.Spielfilm.de: Wie viel verstehen sie eigentlich wirklich von schnellen Autos und halsbrecherischen Rennen?
Paul Walker:Na ja, ich will es mal so formulieren: ich kenne mich mit jedem Auto hier auf dem Filmset aus. Ich kann sogar jedes Auto auf der Straße identifizieren, ganz gleich ob es sich um japanische, europäische oder amerikanische Modelle handelt. Ich kenne sie alle in- und auswendig. Nun bin ich heute nicht mehr der Jüngste, aber damals waren sogenannte Beschleunigungsrennen unheimlich beliebt. Insbesondere dort, wo ich aufgewachsen bin. Das Ganze war wieder stark im Kommen und außerdem war es genau die Zeit, in der japanische Autos erstmalig auf diesen Rennen auftauchten. Keiner glaubte zu dem Zeitpunkt an Civics Honda oder Subarus. Wir verspotteten sie vielmehr. Die meisten Leute fuhren aber nach wie vor amerikanische Sportwagen. Der Mustang 5.0 war ziemlich beliebt. Das waren die Vanilla Ice-Zeiten, verstehen Sie? Es war toll, dabei zu sein...Spielfilm.de: Sind Sie selbst jemals Rennen gefahren?
Paul Walker:Oh ja, ich fahre regelmäßig Rennen. Ich bin mindestens zwei- bis dreimal im Monat auf der Piste. Daher kommt auch einiges an Erfahrung und Wissen.Spielfilm.de: Waren Sie schon Rennfanatiker, bevor Sie für "Fast and the Furious" unterschrieben?
Paul Walker:Absolut. So ist eigentlich überhaupt erst die Idee zu dem ersten Film entstanden. Für Universal spielte ich 2000 bei "The Skulls" mit, Rob Cohen führte Regie und Neal Moritz war Produzent. Die beiden kannten längst meine Leidenschaft für Autorennen. Eines Tages fragten sie mich, was ich als Nächstes vorhätte. Ich hatte "Donnie Brasco" gesehen und fand den Film großartig. Also erzählte ich ihnen, dass ich gerne einen Film würde über einen verdeckten Ermittler und illegale Straßenrennen machen würde. Einen Monat später kamen sie mit der Idee zu "The Fast And The Furious". Ich unterschrieb sofort den Vertrag, obwohl es noch kein Drehbuch gab. So hat es begonnen.Spielfilm.de: Sie fahren jetzt wieder einen Nissan Skyline, wie damals im ersten Teil. Wie viel Einfluss haben sie eigentlich bei der Wahl ihres Filmautos?
Paul Walker:Wir treffen die Entscheidung gemeinsam. Es gab einige Autos, die meiner Ansicht nach für meine Figur in Frage kamen, darunter eben der Nissan Skyline R34. Wissen Sie, hierzulande ist der Skyline ein absoluter Exot, und zwar aus einem einfachen Grund: den Wagen gab es bislang in Nordamerika nicht zu kaufen. Heiß begehrt und offensichtlich genau das, was die Kids sehen wollen. Im Endeffekt ist die Auswahl der Charakter-Autos wie ein Casting. Dem Skyline gebührte besondere Aufmerksamkeit, wir alle in der Produktion sind große Fans. So fiel die Entscheidung nicht schwer.Spielfilm.de: Ich frage mich gerade, ob sie im Alltag oft zu einem spontanen Rennen aufgefordert werden? Wenn sie zum Beispiel an einer roten Ampel stehen...
Paul Walker:(lacht) Das passiert mir öfter.Spielfilm.de: Und dann? Drücken Sie das Gaspedal und lassen es drauf ankommen?
Paul Walker:Nein. Ich fahre in der Regel einen Truck. Ist einfach besser für mich, sonst wäre ich wohl vor langer Zeit umgekommen.Spielfilm.de: Wie ist es mit den Stunts im Film? Machen Sie viele selbst?
Paul Walker:So gut wie keine. Wir haben zwei parallel laufende Dreharbeiten. Dort, wo die Action stattfindet, bin ich so gut wie nie dabei.Spielfilm.de: Frustriert Sie das nicht manchmal?
Paul Walker:Schon ein wenig! Insbesondere weil mein bester Freund zugleich mein Stunt Double ist. Er erzählt mir nach jedem Drehtag, was er verrückte Stunts gemacht hat. Jedes Mal platze ich vor Neid. (lacht)Spielfilm.de: Können Sie heute eigentlich guten Gewissens sagen, dass Ihre Schauspielkarriere nach Ihren Wünschen verläuft?
Paul Walker:Ich habe nichts vorhergesehen. Als ich am Anfang stand, dachte ich, dass nach dem ersten Film wieder Schluss wäre. Dann kam ein weiterer Film und ich dachte, ich mache noch einen und dann ist es vorbei. Nun sind seitdem gute zehn Jahre vergangen...Spielfilm.de: ... und kein Ende in Sicht. Was gefällt Ihnen nach so langer Zeit noch an dem Beruf?
Paul Walker:Ich schätze die Freiheit. Ich mag es, weiterzuziehen und andere Orte zu entdecken. Ich habe bereits fast überall auf der Welt gedreht. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und tolle Dinge gesehen. Allerdings gab man mir bis vor kurzem so gut wie keine Gelegenheit, Neues auszuprobieren. Das hat damit zu tun, wie ich aussehe. Ich war eben auf einen bestimmten Typ festgelegt. Dann gab mir Wayne Kramer 2006 eine Chance mit "Running Scared" und ich erkannte, dass ich zu mehr in der Lage bin, als ich mir zutraute. Ich verspüre heute einen neuen Hunger. Ich will die Herausforderung, ich will hart arbeiten. Das Ganze hier macht mir wieder großen Spaß. Ich denke, daher kommt die Belohnung. Schnelle Autos fahren und eine gute Zeit haben. Aber es ist nicht die Art von harter Arbeit, die einen emotional und körperlich vollkommen auslaugt. Diese Erfahrung habe ich vor "Running Scared" nicht gemacht. Auf solche Rollen bin ich heute hungrig.





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