VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du hier.

oder
Das A-Team -Empfang im Hotel de Rome mit Sharlto Copley, ...
Das A-Team -Empfang im Hotel de Rome mit Sharlto Copley, Liam Neeson, Jessica Biel Quinton Rampage Jackson und Regisseur Joe Carnahan
© 2010 Twentieth Century Fox

"Das A-Team": Interview mit Regisseur Joe Carnahan

"Hollywood entdeckt das wieder, was Pop-Kultur, Zeitgeist und Trend war"In den 80er Jahren gehörte die US-Serie "Das A-Team - Der Film" zu den größten Erfolgen der internationalen TV-Landlandschaft. Der Regisseur Joe Carnahan (41) hat die Truppe gesetzloser Ex-Soldaten nun für die Kinoleinwand neu zum Leben erweckt. Ein Gespräch über die zeitgemäße Adaption eines Actionreißers, interne Kämpfe mit dem Studio und Panzer, die vom Himmel fallen.
Spielfilm.de: Mr. Carnahan, was verbanden Sie mit der 80er Jahre Serie "A-Team", bevor Sie sich daran machten, die Charaktere für einen Kino-Actionreißer neu zusammenzuwürfeln?
Joe Carnahan:Ich mochte den Kult, der irgendwann um die Serie entstand. Und ich mochte die Tatsache, wie sehr die Typen bewundert wurden. Ich kann mich erinnern, dass mein Bruder und ich zeitweise sogar ein B-Team gründeten. (lacht) Ich war damals 13 Jahre alt, trieb allerlei Unfug, stellte Mädchen nach, stahl Zigaretten und Alkohol. Als ich mir die Folgen dann im Zuge der Recherchen noch einmal alle ansah, fand ich sie charmant gemacht und irgendwie auch nostalgisch.Spielfilm.de: Was macht für Sie die Anziehungskraft der Serie aus?
Carnahan:Ganz klar die Konstellation der vier Typen. Die ist unschlagbar. Sie ist fast schon vergleichbar mit einer Horde Western-Helden, die all ihre Aufträge trotz der Rohheit mit Eleganz und Anstand ausführen.Spielfilm.de: Was mussten Sie bei der Neuauflage fürs Kino beachten?
Carnahan:Dass einerseits die alten Fans auf ihre Kosten kommen, die alles über die Serie wissen, und andererseits auch diejenigen sich amüsieren können, die rein gar nichts mit der Serie verbinden können. Meine Kinder zum Beispiel kannten das "A-Team" überhaupt nicht. Wir wollten beiden Parteien gerecht werden.Spielfilm.de: Heben Sie sich stilistisch von der ursprünglichen Serie ab?
Carnahan:Ich war daran interessiert, die Anfänge der Vereinigung zu zeigen und wie sich die Herren überhaupt kennen gelernt haben. Für mich ist der Film auch kein Remake – sondern einfach nur eine Kinoversion der Serie. Und daher unterscheiden sie sich auf gewisse Weise schon grundlegend. Liam Neeson spielt Hannibal ganz anders als George Peppard das damals getan hat, gleiches gilt für Quinton 'Rampage' Jackson und Mr. T.Spielfilm.de: Heben Sie sich stilistisch von der ursprünglichen Serie ab?
Carnahan:Ich war daran interessiert, die Anfänge der Vereinigung zu zeigen und wie sich die Herren überhaupt kennen gelernt haben. Für mich ist der Film auch kein Remake – sondern einfach nur eine Kinoversion der Serie. Und daher unterscheiden sie sich auf gewisse Weise schon grundlegend. Liam Neeson spielt Hannibal ganz anders als George Peppard das damals getan hat, gleiches gilt für Quinton 'Rampage' Jackson und Mr. T.Spielfilm.de: Die Frage ist: werden die Fans das mögen?
Carnahan:Darüber kann ich mir nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Ich glaube auch, dass die wirklichen Harcorde-Fans der Serie in der Anzahl der viel geringer sind, als viele das annehmen. Wenn man immer nur die Authentizität im Kopf hat und versucht, sich an einem alten Produkt zu orientieren, kann das auch schnell nach hinten losgehen.Spielfilm.de: Nun ist der Stil des Films völlig überzogen. Welche der Actionszenen wären denn im realen Leben wirklich möglich?
Carnahan:Eigentlich nur die Szene, in der das A-Team mit einem Panzer an Fallschirmen aus einem zerbombten Flugzeug springt und die Flugroute dadurch bestimmt, dass sie auf Teufel komm raus Munition abfeuern. Das haben wir mehrfach vorher getestet! (lacht) Die simple Antwort ist: was in der Realität möglich ist, stand bei diesem Film nun wirklich nicht im Vordergrund. Aber wir sind vermutlich trotzdem noch um einiges realistischer als ein Film wie "Transformers".Spielfilm.de: Angeblich hatten Sie während der Dreharbeiten andauernd Probleme, Ihren gewünschten Stil gegenüber dem Studio durchzudrücken. Woher rührten diese Streits?
Carnahan:Ich habe am Ende den Film machen dürfen, den ich wollte. Es ist bei so einer großen Action-Produktion ja vorprogrammiert, dass das Studio sich als internationales Konstrukt permanent einmischt. Darauf muss man vorbereitet sein, sonst kann man sich als Regisseur überhaupt nicht behaupten. Mir war schon bewusst, dass ich keinen Independent-Film für 8000 Dollar drehe, sondern eben das "A-Team".Spielfilm.de: Wie sieht so ein Einmischen des Studio zum Beispiel aus?
Carnahan:Zum Beispiel konnte ich die Anfangsszene nicht so umsetzen, wie ich das gerne gewollt hätte. Sie war eine meiner Lieblingsmomente im Film, aber am Ende war nichts zu machen. Ich hatte nämlich in dieser Sequenz angenommen, dass alle Leute wissen, wer das A-Team eigentlich ist. Vielleicht hatte das Studio mit ihrer Entscheidung auch Recht, denn viele junge Leute haben ja wirklich keinen blassen Schimmer. Jessica Biel zum Beispiel, die in unserem Film die weibliche Rolle spielt, war zu Zeiten der Serie noch ein Fötus im Mutterbauch! (lacht) Insofern muss man die Zusammenarbeit mit dem Studio einfach als solche respektieren. Sonst erscheint man jeden Tag mit Frust und Ärger am Set. Unser großes Problem waren also nicht diese Komplikationen, sondern eher die Zeit, gegen die wir während den vollgepackten Dreharbeiten ständig ankämpfen mussten.Spielfilm.de: "Transformers", "Miami Vice" oder das "A-Team": Entdeckt Hollywood gerade die 80er Jahre wieder?
Carnahan:Nein. Man konzentriert sich nur zunehmend darauf, das noch einmal auszugraben, was schon irgendwann einmal sehr erfolgreich war. Die Studios produzieren heutzutage weniger Filme für sehr viel mehr Budget, damit wächst auch der Druck, genug Geld einzuspielen. Es geht also hier nicht spezifisch um ein Revival der 80s, sondern eher um eine Auffrischung dessen, was einmal Pop-Kultur, Zeitgeist und Trend war.Spielfilm.de: "Transformers", "Miami Vice" oder das "A-Team": Entdeckt Hollywood gerade die 80er Jahre wieder?
Carnahan:Nein. Man konzentriert sich nur zunehmend darauf, das noch einmal auszugraben, was schon irgendwann einmal sehr erfolgreich war. Die Studios produzieren heutzutage weniger Filme für sehr viel mehr Budget, damit wächst auch der Druck, genug Geld einzuspielen. Es geht also hier nicht spezifisch um ein Revival der 80s, sondern eher um eine Auffrischung dessen, was einmal Pop-Kultur, Zeitgeist und Trend war.Spielfilm.de: "Transformers", "Miami Vice" oder das "A-Team": Entdeckt Hollywood gerade die 80er Jahre wieder?
Carnahan:Nein. Man konzentriert sich nur zunehmend darauf, das noch einmal auszugraben, was schon irgendwann einmal sehr erfolgreich war. Die Studios produzieren heutzutage weniger Filme für sehr viel mehr Budget, damit wächst auch der Druck, genug Geld einzuspielen. Es geht also hier nicht spezifisch um ein Revival der 80s, sondern eher um eine Auffrischung dessen, was einmal Pop-Kultur, Zeitgeist und Trend war.Spielfilm.de: Und das macht auf kreativer Ebene auch Spaß?
Carnahan:: Ich würde jetzt nicht vom Fleck weg sagen, dass ich für "A-Team 5" zur Verfügung stehen würde, aber ein "A-Team 2" würde mich schon reizen. Es ist doch etwas angenehmes, auf eine gewisse Popularität zurückgreifen zu können, um darauf ein Franchise aufzubauen. Aber wer weiß, wie bald dieser Trend der Remakes wieder abflacht: in den 50er Jahren war Hollywood noch wie wild auf Musicals, in den 60er Jahren war davon eigentlich bereits keine Rede mehr.





Reklame