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The Lord of the Ring: The Return of the King
The Lord of the Ring: The Return of the King
© New Line Cinema

TV-Tips für Samstag (19.12.): Die Krönung des Peter Jackson

Sat1 zeigt Meisterwerk "Die Rückkehr des Königs"

Zwei gelungene Romanverfilmungen treten heute Abend im Hauptprogramm gegeneinander an: Fans des deutschen Kinos schalten die ARD ein, die den von ihr mitproduzierten "Der Medicus" ausstrahlt. Doch für alle anderen ist heute Abend Sat1 ein Muss, wo das Meisterwerk "Die Rückkehr des Königs" triumphal die "Der Herr der Ringe"-Saga beendet.

"Der Medicus", ARD, 20:15 Uhr
Im Persien des 11. Jahrhunderts verkleidet sich der Lehrling (Tom Payne) eines Chirurgen (Stellan Skarsgard) als Jude, um an einer Schule zu studieren, die Christen nicht zulässt.

Dieser deutsche Abenteuerfilm existiert auch als rund 30 Minuten längere Fernsehminiserie, was durch die Produktionsgesellschaften zu erklären ist: Neben der in Babelsberg ansässigen UFA Cinema und Beta Cinema war auch die Produktiongesellschaft Degeto der ARD beteiligt. Als der Streifen von Philipp Stölzl 2013 in die Kinos kam, dauerte er 150 Minuten; die ARD strahlte ihn dann noch einmal in zwei Teilen a la 90 Minuten aus. Heute Abend kommt die fast dreistündige Langfassung an einem Stück.

Den Produzenten Wolf Bauer und Nico Hofmann schwebte vor, eine Bestseller-Verfilmung à la "Der Name der Rose", "Das Geisterhaus" oder "Das Parfüm" auf die Leinwand zu bringen. Immerhin wartete der gleichnamige Bestseller von Noah Gordon bereits seit 1986 als schlafender Riese als Stoff für das Kino. Es gelang den Produzenten, eine internationale Besetzung zu gewinnen - unter anderem wirken neben Tom Payne und Stellan Skarsgard auch Ben Kingsley und Olivier Martinez mit - die dann für 60 Tage in Kölner Studios, in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Marokko drehte. Die Kosten beliefen sich auf 26 Millionen Euro.

Stölzl gelang der Beweis, dass auch die deutschen Filmschaffenden bildgewaltige Historienfilme, die den Hollywood-Vorbildern in nichts nachstehen, drehen können. Dabei sollten Fans der Romanvorlage gewarnt sein, dass sich Drehbuchautor Jan Berger mit seiner Adaption teilweise weit von den Vorlage entfernt.

In Deutschland wurde das Werk mit 3,6 Millionen Besuchern ein Riesenerfolg. Weltweit spielte "Der Medius" umgerechnet rund 80 Milllionen Dollar ein und war für fünf Deutsche Filmpreise nominiert: Beste Kamera, Beste Ausstattung, Beste Kostüme, Beste Maske und Bester Ton.

Kritiker Roger Moore schrieb für "Tribune News Service": "Altmodisch, absurd zu lang, aber eine liebevolle Nachstellung des Mittelalters und ein unterhaltsamer Film, dank der guten schauspielerischen Leistungen von Ben Kingsley, Stellan Skarsgard und Tom Payne."



"Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs", Sat1, 20:15 Uhr
Gandalf (Ian McKellen) und Aragorn (Viggo Mortensen) führen die Armee der Menschen gegen Sauron's Armee ins Feld, um seine Aufmerksamkeit von Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) abzulenken, die sich mit dem Einen Ring dem Schicksalsberg nähern.

"It's a clean sweep!"
Der Abend des 29. Februar 2004 hat "Oscar"-Geschichte geschrieben: Als Steven Spielberg mit diesen Worten die Bekanntgabe des Gewinns als "Bester Film" für "The Return of the King" bekannt gab, bedeutete dies, dass der Fantasy-Film alle elf Academy Awards, für die er nominiert worden war, auch gewonnen hatte. "Beste Regie", "Bestes Drehbuch", "Bester Schnitt", "Beste Kulissen", "Beste Kostüme", "Beste Maske", "Beste Musik", "Bester Song", "Beste Tonmischung" und "Beste Spezialeffekte" - das "Lord of the Rings"-Team kam aus dem Feiern gar nicht mehr heraus, und laut Moderator Billy Crystal gab es "niemanden mehr in Neuseeland, bei dem man sich noch bedanken könnte".

Mit diesem Triumph - das war allen klar - zollte die Filmindustrie Produzent, Regisseur und Drehbuchautor Peter Jackson Respekt für das gesamte "Herr der Ringe"-Unterfangen, nachdem man sich in den Jahren zuvor noch um die klare Entscheidung, die Meisterwerke "Die Gefährten" oder "Die zwei Türme" auszuzeichnen, gedrückt und Filme wie "Chicago" vorgezogen hatte. Jackson und New Line Cinema hatten alles gewagt und alles gewonnen, nicht nur an diesem "Oscar"-Abend.

"The Return of the King" war ein mehr als würdiger Abschluss der Trilogie, in seiner Qualität genauso gut wie die ersten beiden Teile, ein visuell atemberaubendes und emotional packendes Epos, das zugleich den bewegenden und befriedigenden Abschluss einer großen Trilogie darstellte. Jackson arbeitete bis zuletzt an dem Streifen, der rund 1500 Spezialeffekte beinhaltete - dreimal so viele wie in "The Fellowship of the Ring" und zweimal so viele wie in "The Two Towers". Erst bei der Londoner Premiere im Dezember 2003 sah der Regisseur seinen eigenen Film zum ersten Mal selbst in voller Länge. Die Tontechniker hatten zuvor drei Monate ohne Pause durchgearbeitet, Komponist Howard Shore musste während der Zusammenstellung der Rohfassung seine Musik parallel schreiben - sieben Minuten pro Tag, und drei Wochen lang saß Cutter Jamie Selkirk alleine an den letzten 45 Minuten des fast dreieinhalb stündigen Films.

Die ganzen Mühen machten sich mehr als bezahlt: Die Kritiker feierten auch diesen "Herr der Ringe"-Film, und das Publikum stürmte mehr denn je die Kinos: Der 94 Millionen Dollar teure Streifen spielte weltweit 1,1 Milliarden Dollar ein und war damit nach "Titanic" von 1997 die zweite Produktion, der es gelang, die Milliardengrenze zu knacken. Damit war "The Return of the King" der erfolgreichste der drei "Lord of the Rings"-Streifen und der umsatzstärkste Film des Jahres 2003.

"Bereits mit den ersten beiden Teilen hat sich Jackson als ein unglaublicher Visionär etabliert, der riesige Landschaften in seinem Heimatland Neuseeland filmte. Mit diesem dritten Part bringt er uns die schönsten Bilder der gesamten Trilogie, ein traumhaftes Fest für die Augen. Dabei ist Jackson sehr in seinen Charakteren geerdet, lässt nicht die Effekte die Geschichte erzählen, sondern nutzt sie als Ergänzung zu den wundervollen Dialogen und Charakteren. Man muss sich 'Return of the King' als eine Mischung aus den ersten beiden Filmen vorstellen - mit genügend Action und Charakterzeichnung, die es wert sind, ein Filmereignis dieses Ausmaßes zu beenden", schwärmt ein Zuschauer aus der US-Hauptstadt Washington.



"La zona - Betreten verboten", ARD, 00:35 Uhr
Die Bewohner einer abgeschlossenen Wohnsiedlung in Mexico City werden durch ein brutales Verbrechen erschüttert. Für den jungen Alejandro (Daniel Tovar) verschärft sich die Situation noch, als er einen der Teenager, die für die Tat verantwortlich waren, und der sich innerhalb der Mittelklassen-Siedlung versteckt hält, findet.

Der uruguayische Regisseur Rodrigo Plá hat hier einen cleveren und gekonnten mexikanischen Thriller gedreht, der die Panik und die Selbstjustiz einer verunsicherten Mittelschicht beschreibt - düster, betont langsam, knapp gehalten, fies und oft schockierend. Sein Werk aus dem Jahr 2007 zeigt die in Klassen aufgespaltene mexikanische Gesellschaft und wirft Fragen über politische und soziale Aspekte in dem nordamerikanischen Land auf.

"La Zona" gewann insgesamt rund 15 Preise, darunter auch auf den Filmfestspielen in Venedig. Kritiker Chris Hicks schrieb für "Total Film": "Dem Film gelingt eine beißende Kritik an der Mittelklasse, die in blasierter Abgeschiedenheit lebt, ohne dabei die Spannung zu kompromittieren, als die Moral der Vorstadtbewohner außer Kontrolle gerät."



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