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Tom Wilkinson und George Clooney in Michael Clayton
Tom Wilkinson und George Clooney in Michael Clayton
© Constantin Film

TV-Tips für Sonntag (31.1.): George Clooney passt die Wahrheit an

ARD zeigt "Michael Clayton"

Pro7 zeigt heute Abend im Hauptprogramm als Free TV-Premiere die vergnügliche Komödie "Wir sind die Millers" mit Jennifer Aniston, doch am sehenswertesten ist George Clooney als "Michael Clayton", der im Spätprogramm der ARD sein Gewissen entdeckt.

"Wir sind die Millers", Pro7, 20:15 Uhr
Ein kleiner Drogendealer (Jason Sudeikis) versammelt eine falsche Familie (Jennifer Aniston, Emma Roberts und Will Poulter) um sich, um eine große Ladung Marihuana von Mexiko in die USA hereinzuschmuggeln.

Ginge es nach den Kritikern, dann wäre "We're the Millers" kaum einer Erwähnung wert gewesen. Die Rezensionen waren 2013 nur gemischt - viele Kritiker beschwerten sich über die im Tonfall uneinheitliche, lahm zusammengesetzte Handlung, an der nicht weniger als vier Autoren gesessen hatten. Doch bevor man noch auf die "zu vielen Köche, die den Brei verderben", anheben konnte, stürmten die Zuschauer die Kinos und machten die 37 Millionen Dollar teure Komödie mit weltweit 270 Millionen Dollar Umsatz zu einem Erfolg für New Line Cinema.

Bereits 2002 war die Idee zu der Produktion auf dem Tisch der New Line-Manager gelandet, und nach vier Jahren hieß es, Steve Buscemi würde die Hauptrolle übernehmen. Daraus wurde nichts - und es sollte sich noch sechs weitere Jahre hinziehen, bis Regisseur Rawson Marshall Thurber in North Carolina und New Mexico die erste Klappe fallen lassen konnte.

Kritikerin Stella Papamichael schrieb für "Digital Spy": "Der Film versucht, anstößig zu sein, aber das Schockierendste ist, dass er eigentlich gar nicht so schlecht ist. Im Gegenteil ist er recht witzig - auch wenn man sich dafür schämen möchte, gelacht zu haben."



"Unterwegs nach Cold Mountain", Arte, 20:15 Uhr
In den letzten Tagen des Amerikanischen Bürgerkriegs macht sich ein verwundeter Soldat (Jude Law) auf eine gefährliche Heimreise zu seiner Liebsten (Nicole Kidman) in Cold Mountain im US-Bundesstaat North Carolina.

Auf dem Plakat zu "Cold Mountain" spielt sie nach Jude Law und Nicole Kidman nur die dritte Geige, aber das epische Drama sollte ihr größter Triumph werden: Renée Zellwegger gewann 2004 den "Oscar", den Golden Globe und den Britischen Filmpreis als "Beste Nebendarstellerin". Damit ist sie die Perle in einem unglaublichen Ensemble, das der britische Regisseur und Drehbuchautor Anthony Minghella für seine Adaption des gleichnamigen Romans von Charles Frazier aus dem Jahr 1997 versammeln konnte: Neben dem Hauptdarstellertrio wirkten Natalie Portman, Brendan Gleeson, Philip Seymour Hoffman, Giovanni Ribisi, Donald Sutherland und Ray Winstone mit.

Wenn es den Cold Mountain auch tatsächlich in North Carolina gibt, wurde der Großteil der 79 Millionen Dollar teuren Miramax-Produktion in Rumänien gedreht. Das war kostengünstiger, aber Transsylvanien besaß gegenüber den Appalachen auch den Vorzug, dass sie noch ursprünglicher aussahen und nicht dauernd Stromtrassen, Sendemasten oder geteerte Straßen das Bild des 19. Jahrhunderts störten.

Minghella schuf 2003 ein exquisit gefertigtes Werk mit epischem Schwung, das den Horror und die brutale Härte des Krieges - bei einigen historischen Ungenauigkeiten und Fehlern (Spike Lee schimpfte, im Film käme kein einziger Farbiger vor) - beeindruckend einfängt.

Nach Ende der Dreharbeiten machte "Cold Mountain" Schlagzeilen, weil Cutter Walter Murch den Film nicht wie üblich auf einer teuren Schneidemaschine von Avid schnitt, sondern die "Final Cut Pro"-Software von Apple für unter 1000 Dollar auf einem Mac benutzte. Dies signalisierte die Zeitenwende für große Hollywood-Produktionen, die nun auch beim Schnitt auf digital zu setzen begannen.

Murch wurde für einen "Oscar" nominiert, ebenso wie Jude Law als "Bester Hauptdarsteller", John Seale für die "Beste Kamera", Gabriel Yared für die "Beste Musik", T Bone Burnett und Elvis Costello für den Song "Scarlet Tide" sowie Sting für den Song "You Will Be My Ain True Love". Gewinnen konnte aber nur Renée Zellweger. Mit weltweit 173 Millionen Dollar Einspiel wurde "Cold Mountain" ein solider Erfolg an den Kinokassen.

Eine US-Zuschauerin schwärmt: "Dieses Epos wird durch seine bündige Erzählung gewaltig. Anthony Minghella platziert die Kamera oft hoch und entfernt und zeigt mit seinen Breitwandaufnahmen die Schönheit der Landschaft. An anderen Stellen zieht es uns direkt in das Geschehen. Vor allem aber ist der Film eine mächtige Romanze. Das Ganze hat eine mitreißende, Odysseus-hafte Anmutung und einen brennenden Idealismus, den manche trotz der modernen Sichtweise auf den Krieg als altmodisch empfinden mögen. Dies ist ein schmerzhaft menschlicher Film, ein wunderschönes Werk im Gleichgewicht großen Übels und großer Güte."



"Michael Clayton", ARD, 23:35 Uhr
Eine Anwaltskanzlei bringt ihren "Problemlöser" (George Clooney) ins Spiel, um eine Situation zu bereinigen, nachdem einer ihrer Anwälte (Tom Wilkinson) einen Nervenzusammenbruch erlitten hat. Er war dabei, einen Chemiekonzern - von dem er wusste, dass dieser schuldig war - gegen eine Milliarden Dollar schwere Sammelklage zu verteidigen.

Tony Gilroy ("Das Bourne Vermächtnis") hatte sich 2007 bereits als einer der besten Drehbuchautoren Hollywoods einen Namen gemacht - so mit den Skripten zu den "Bourne"-Thrillern. Mit "Michael Clayton" gab er sein Regiedebut, das von der Kritik einhellig gefeiert und zu einem der bestbesprochenen Filme des Jahres wurde, der auf vielen Bestenliste auftauchte und für rund 100 Preise nominiert wurde.

Seinen Einstand nach Maß verdankte Gilroy seinem eigenen scharfsinnigen Drehbuch mit dessen packender Ausgangslage und dem makellosen Spiel seiner Darsteller. Es gelang dem Filmemacher, die Aufmerksamkeit des Publikums buchstäblich bis zum Abspann zu fesseln.

Der für 25 Millionen Dollar in New York City und im US-Bundesstaat New York gedrehte Warner Brothers-Thriller wurde mit weltweit 93 Millionen Dollar nur ein mäßiger Erfolg, aber bei den Academy Awards siebenmal erwähnt. Nominiert waren Tilda Swinton als "Beste Nebendarstellerin" (die den "Oscar" dann auch gewann), der Film selbst, George Clooney als "Bester Hauptdarsteller", Tom Wilkinson als "Bester Nebendarsteller", Tony Gilroy jeweils für die "Beste Regie" und das "Beste Originaldrehbuch" sowie James Newton Howard für die "Beste Musik".

Kritiker Matthew Pejkovic schrieb in "Matt's Movie Review": "Ein eiskalter, ernsthafter Verschwörungs-Thriller mit interessanten Charakteren und großartigen schauspielerischen Leistungen."



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