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George Romero
George Romero
© First Run Features

George Romero ist tot

Regisseur revolutionierte den Horrorfilm

Er hat mit "Night of the Living Dead" 1968 den Horrorfilm revolutioniert und galt seitdem als "Godfather of the Dead". Nun ist George A. Romero im Alter von 77 Jahren laut seines Produktionspartners Peter Grunwald "nach einem kurzen, aber heftigen Kampf gegen den Lungenkrebs" gestern im Schlaf im kanadischen Toronto verstorben.

Als sich in den Sechzigern der Horrorfilm - bei dem ein oder anderen qualitativen Ausschlag nach oben mit Werken wie "The Innocents" ("Schloss des Schreckens") oder "Rosemary's Baby" - in den quietschbunten Dracula- und Frankenstein-Fortsetzungen der britischen Hammer Films oder den US-Adaptionen von Edgar Allen Poe-Geschichten erschöpft hatte, wirkte "Night of the Living Dead" wie eine Wiederbelebung per Elektroschock für das Genre, dessen Nachhall bis heute zum Beispiel in der TV-Serie "The Walking Dead" zu spüren ist. Der britische Kritiker und Horrorfilm-Spezialist Kim Newman schreibt: "Es ist unmöglich, den Einfluss, den George Romero auf den Horrorfilm gehabt hat, zu überschätzen."

Gedreht für gerade mal 114 000 Dollar, in Schwarzweiß, ohne Stars und mit einem afro-amerikanischen Hauptdarsteller als Helden der Geschichte, wurde "Night of the Living Dead" zu einem Sensationserfolg. Obwohl von Anfang an wegen seiner blutigen Effekte umstritten und von den meisten Kritikern angefeindet, glaubten manche Zuschauer ihren Augen nicht zu trauen, was sich da jemand auf der Leinwand erlaubte, und stürmten die Kinos, so dass am Ende weltweit 30 Millionen Dollar umgesetzt waren. Dies entspricht heute 210 Millionen Dollar, was "Alien: Covenant"-Niveau gleich kommt - und das bei einer Produktion Marke Eigenbau.

Dieser Erfolg blieb natürlich buchstäblich nicht folgenlos: 1978 inszenierte Romero "Dawn of the Dead", den Zack Snyder 2004 neu verfilmt in die Kinos brachte. Produziert für 500 000 Dollar, wurden hier Kinokarten im Wert von 55 Millionen Dollar weltweit verkauft. Dieser Zombie-Film hielt qualitativ mit dem Original mit, übertraf es vielleicht sogar und wurde auch von der Kritik anerkannt. 1985 folgte "Day of the Dead", 2005 "Land of the Dead", 2007 "Diary of the Dead", der den Found Footage-Trend einarbeitete, und 2009 schließlich "Survival of the Dead". Die drei letzteren Streifen konnten nicht mehr überzeugen.

George wurde am 4. Februar 1940 als Sohn eines Werbefachmanns in New York City geboren. Nachdem er 1960 sein Studium an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh beendet hatte, drehte er Kurz- und Werbefilme, bevor er dann mit neun Freunden Image Ten Productions gründete, die das Regiedebut "Night of the Living Dead" des damals 27-Jährigen produzierten.

Nach dem Überraschungserfolg führte Romero 1971 bei der Komödie "There's Always Vanilla", 1972 bei dem Fantasy-Film "Season of the Witch" und 1973 bei dem Horrorfilm "The Crazies" Regie. Diesem Trio blieb der Erfolg bei Publikum und Kritik versagt, so dass fünf Jahre vergehen sollten, bis sich der Filmemacher mit einem beeindruckenden Doppelschlag zurück meldete: Neben dem erwähnten "Dawn of the Dead" kam der Vampir-Film "Martin" in die Kinos, der für ein Mini-Budget von 80 000 Dollar mit Freunden und Familienmitgliedern in Pittsburgh, wo George die meisten seiner Werke drehte, entstand und von der Kritik gelobt wurde.

Die Achtziger begann Romero mit einem Wechsel des Genres: Im Drama "Knightriders" mit einem jungen Ed Harris schilderte er 1981 die wachsenden Schwierigkeiten einer Truppe von Mittelalter-Darstellern, den Laden zusammen zu halten; 1982 kehrte er mit dem Episoden-Horrorfilm "Creepshow" ("Die unheimlich verrückte Geisterstunde") zum Horror zurück; 1988 folgte der Horrorfilm "Monkey Shines" ("Der Affe im Menschen") um einen Affen, der einen Querschnittsgelähmten hilft, mit der Behinderung klar zu kommen, nur um sich dann gegen den Menschen zu wenden; 1993 kam die Stephen King-Verfilmung "The Dark Half" ("Stephen Kings Stark") und 2000 der Horrorfilm "Bruiser" über einen Mann, der eines Tages mit einer weißen Maske statt eines Gesichts erwacht. Bis auf "Creepshow" blieb diesen Werken der Erfolg beim Publikum versagt.

George Romero war dreimal verheiratet und hatte drei Kinder. Seine Frau Suzanne Desrocher und seine Tochter Tina Romero sind an seiner Seite gewesen, als er verschied.



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