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Her - Joaquin Phoenix
Her - Joaquin Phoenix
© Warner Bros.

TV-Tipp für Mittwoch (19.7.): Joaquin Phoenix schwärmt für eine Stimme

Arte zeigt "Her"

"Her", Arte, 20:15 Uhr
Ein einsamer Schriftsteller (Joaquin Phoenix) beginnt eine ungewöhnliche Beziehung zu einem Computer-Betriebssystem (Stimme von Luise Helm).

Erstmals schrieb Regisseur Spike Jonze sein eigenes Drehbuch ganz alleine und landete gleich einen Volltreffer: Sein Drama ist süß, gefühlvoll und intelligent und nutzt seine leicht in Richtung Science Fiction gehende Geschichte, um mit seinem trockenen Humor Weisheiten über den Stand moderner menschlicher Beziehungen in Zeiten von Smartphones und Social Media zu vermitteln.

Die Idee zu der Warner Brothers Pictures-Produktion war dem Filmemacher bereits Anfang der nuller Jahre gekommen, als er in einem Artikel von einem Instant Message Service las, bei dem die Nutzer mit einer Künstlichen Intelligenz interagierten. Nachdem er diesen Ausgangspunkt 2010 als Grundlage seines Kurzfilms "I'm Here" genutzt hatte, entschloss sich Jonze, einen Spielfilm zu drehen.

Entscheidende Bedeutung kam bei der filmischen Realisierung natürlich der Stimme des Betriebssystems zu, die Spike mit der englischen Schauspielerin Samantha Morton besetzte, die ihre Dialoge während der Dreharbeiten in Los Angeles und in Shanghai aufnahm. Doch in der Nachproduktion kam der Regisseur zu der Einsicht, dass Morton's Stimme nicht die Wirkung erzielte, die er erhofft hatte, und ersetzte sie durch Scarlett Johansson. In der deutschen Fassung ist entsprechend Johansson's Synchronsprecherin Luise Helm zu hören. Es gab Überlegungen, Scarlett für einen Golden Globe zu nominieren, was die Hollywood Foreign Press Association jedoch ablehnte, weil die Darstellerin kein einziges Mal auf der Leinwand zu sehen ist.

Die 23 Millionen Dollar teure Produktion wurde 2013 einhellig von der Kritik gefeiert und kam auch bei den Zuschauern gut an; mit weltweit 48 Millionen Dollar Umsatz wurde "Her" ein Achtungserfolg. Jonze's Originaldrehbuch gewann den Oscar und den Golden Globe; für den Academy Award nominiert waren zudem der Film selbst, die Musik von Will Butler und Owen Pallett, der Song "The Moon Song" von Karen O und die Ausstattung. Für den Golden Globe waren noch der Film und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix genannt.

Kritiker Jason Best urteilte in "Movie Talk": "Dieser skurrile, schlaue und zum Nachdenken anregende Film ist eine nur allzu glaubwürdige Vorausschau, in welche Richtung sich die Menschheit entwickelt, aber auch eine scharfsinnige Beobachtung, wie wir schon heute mit der Technologie und miteinander umgehen."



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