Filmfestival in Toronto beendetPublikum votierte für Ang Lee-FilmDas populäre Filmfestival in Toronto endete mit der Publikumswahl von Ang Lees "Crouching Tiger, Hidden Dragon" zum "Besten Film". Zuvor waren an zehn Tagen 300 Filme gezeigt worden.Ang Lees Abenteuerfilm ''Crounching Tiger, Hidden Dragon'' ist gestern von den Besuchern des Internationalen Filmfestivals in Toronto zum Sieger mit dem Sunday of the People Choice Award gekürt worden. Nach zehn Tagen und mehr als 300 Filmen setzten sich der taiwanesische Regisseur (''Der Eissturm'') und sein Hauptdarsteller Chow Yun-Fat (''Anna und der König'') in der Rolle eines Kriegers, der sich während der Qing-Dynastie in China zur Ruhe setzen will, gegenüber der Konkurrenz durch. Der Vorsitzende des Festivals, Piers Handling, lobt den Sieger: ''Dieser Film besitzt eine Unschuld, eine pure Magie der Bewegung. Er führt einen zurück in die Kinderzeit, als Leute von Dach zu Dach flogen und sich in Bäumen mit Schwertern duellierten.''Auf Rang zwei kam die australische Komödie ''The Dish'' mit Sam Neill (''Der Zweihundert Jahre-Mann''), die hinter die Kulissen der Fernsehübertragung der ersten Mondlandung schaut. Platz drei teilten sich eine weitere australische Produktion, ''Innocence'' des Niederländers Paul Cox (''Lust und Rache''), und das britische Drama ''Billy Elliot'' von Stephen Daldry. Es war die 25. Auflage des Festivals, das sich seit Beginn von anderen Veranstaltungen wie Cannes dadurch unterscheidet, daß alle Filme der gesamten Öffentlichkeit und nicht nur der Presse vorgeführt werden. Der Zuschauerandrang war dieses Mal wieder riesig; egal ob die Filme morgens oder nachts aufgeführt wurden, es bildeten sich lange Schlangen. Aber nicht nur das Publikum hat das Festival für sich entdeckt, auch die Presse ist in immer größerem Maß vertreten. Vor einigen Jahren drohte der industrielle und professionelle Teil sogar Überhand zu nehmen. ''Wir waren sehr besorgt darüber, daß die Profis die normalen Zuschauer verdrängen würden, erzählt Handling, ''und haben daher gerade extra Presse- und Industrievorführungen veranstaltet. Tatsächlich ist es für die Journalisten am schwierigsten gewesen, die Filme zu sehen.'' Von der kommerziellen Seite her kann es Toronto inzwischen mit Cannes und Sundance aufnehmen, das 25. Jahr war das bislang geschäftigste, und zahlreiche Deals wurden abgewickelt. Die Venedig-Sieger ''The Circle'' und ''Before Night Falls'' fanden ebenso einen Verleiher wie zum Beispiel Kathryn Bigelows (''Strange Days'') ''The Weight of Water'' mit Elizabeth Hurley (''Austin Powers'') und Sean Penn (''Sweet and Lowdown''). Vergangenes Jahr fand Tom Tykwer für seinen ''Lola rennt'' einen Verleiher, dieses Jahr war der Deutsche mit seinem neuen Werk ''Der Krieger und die Kaiserin'' zu Gast. Die für den Industrieteil des Festivals verantwortliche Kelley Alexander bestätigt: ''Wir haben es mit mehr Märkten denn je zu tun, jede einzelne Firma will hier hin kommen. Das macht es für Filmemacher nur besser.'' Wichtig für Letztere ist auch der Mundpropagandafaktor, der im vergangenen Jahr den Siegeszug von ''American Beauty'' einleitete. Auch Gewinner der Jahre davor wie ''Shine'' oder ''Das Leben ist schön'' starteten von hier aus ihren ''Oscar''-Siegeszug. Gwyneth Paltrow (''Der talentierte Mr Ripley''), Sally Field (''Auge um Auge''), Daryl Hannah (''Mein Onkel vom Mars''), Robin Wright (''Message in a Bottle''), Al Pacino (''An jedem verdammten Sonntag''), Ed Harris (''Seite an Seite''), Robert de Niro (''Makellos''), Cuba Gooding Jr (''Der Chill Faktor''), Richard Gere (''Die Braut, die sich nicht traut''), John Turturro (''Spiel des Lebens''), Kenneth Branagh (''Verlorene Liebesmüh'') und weitere Stars kamen da in diesem Jahr gerne in die kanadische Stadt, um ihre neuen Filme vorzustellen. 18.09.2000 von Ralf Schmitt
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