Ein Film sie zu begeisternGestern Abend "Der Herr der Ringe"-Premiere in LondonTrotz klirrender Kälte harrten gestern Abend Tausende von Fans am Leicester Square in London aus, um die Stars aus "Der Herr der Ringe" bei der Premiere der Tolkien-Verfilmung zu erspähenLondon erlebte ein Deja Vu: Binnen eines Monats herrschte am Leicester Square wieder ein Volksauflauf, paradierten Filmstars über den Roten Teppich, ergatterten Fans Autogramme. War es im November noch "Harry Potter und der Stein der Weisen" gewesen, der mit seiner feierlichen Premierenvorstellung die britische Metropole elektrisierte, so stand nun der erste Teil der Trilogie "Der Herr der Ringe" auf dem Programm. Unter einer Reihe brennender Ringe schritten die Stars über den Läufer ins 2000 Plätze starke "Odeon"-Kino, während trotz eisiger Kälte Tausende von Fans das Lichtspielhaus umsäumten. Alle wichtigen Darsteller waren erschienen - bis auf Cate Blanchett alias Galandriel, die am Mittwoch einen Jungen zur Welt gebracht hatte.Liv Tyler alias Arwenl, die in einem roten Hosenanzug erschien, sagte der Presse über die innerhalb eines Jahres hintereinander in Neuseeland abgedrehten Teile: "Wir hatten viel Spaß und viel Arbeit. Als ich den Roman und das Drehbuch gelesen hatte, wollte ich wirklich Teil dieses Films sein." Zum Premierenrummel bemerkte die Amerikanerin: "So was habe ich noch nie erlebt." Regisseur Peter Jackson verriet, warum New Line Cinema die amerikanische Produktion in London uraufführten: "Der Film basiert auf einem der größten britischen Bücher, und so zollen wir dem Mann Tribut, mit dem alles begann: JRR Tolkien." Der Neuseeländer fügte hinzu: "Ich werde erleichtert sein, wenn die Menschen endlich den Film sehen, denn es hat seit drei Jahren Gerüchte im Internet gegeben, Spione am Drehort, Klatsch und Gerede. Drei Jahre sind zu lang. Die Leute müssen ihn jetzt einfach sehen. Es ist nur ein Film, und er braucht jetzt eine Identität als Film und nicht nur als Gerücht im Internet. Ich bin froh, wenn er in den Kinos ist." Was weltweit ab Mittwoch nächster Woche der Fall sein wird. Und wie bei "Harry Potter" sind die ersten Kritiken ermutigend und könnten vielleicht mit dazu beitragen, dass "Der Herr der Ringe: Die Gefährten" den Startrekord von "Harry Potter und der Stein der Weisen" noch übertrifft. "Newsweek" erklärt, der Film "funktioniert. Er hat wirkliche Leidenschaft"; "Entertainment Weekly" spricht von "Staunen und Größe", während "Variety" lobt, die Effekte seien "außerordentlich gut mit der Gesamtheit des Films verwoben." Auch die Mitspieler geizten gestern nicht mit Lob. Elijah Wood alias Frodo beschrieb den Film als "atemberaubend. Ich hoffe, er wird eine ganz neue Generation dazu bringen, die Bücher zu lesen. Ich liebe den Film; ich finde, er ist wundervoll. Jeder hat so tolle Arbeit abgeliefert." Ian McKellen alias Gandalf erzählte, den Film zu drehen sei "genau so gewesen, wie ich es mir erträumt hatte. Alle Sorgen, die ich hatte, dass die Geschichte zu kompliziert sei, die Spezialeffekte nicht ganz so magisch wie nötig, haben sich vollkommen in Luft aufgelöst." Christopher Lee alias Saruman zeigte sich überzeugt, "Der Herr der Ringe" werde "Filmgeschichte schreiben. Niemand hat so etwas je gesehen." Nach Ende der Vorstellung sollten alle diese Stimmen Bestätigung finden. Am Schluss des Films war Jubel ausgebrochen, und die Zuschauer sprachen von einem "außergewöhnlichen" und "erstaunlichen" Filmerlebnis, bei dem die Spezialeffekte "die Phantasie beflügeln" würden. 11.12.2001 von Ralf Schmitt
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