"Krabat": David Kross
Hauptdarsteller David Kross über seine Hauptrolle in der Bestsellerverfilmung, Schule per Internet und wie er mit dem Druck am Set klarkommt
"Eigentlich wollte ich eine Pause machen..."Vor fast einem Jahr spielte sich David Kross mit
Detlev Bucks "Knallhart" in das Bewusstsein von Publikum und
Kritikern. Danach ging alles ganz schnell: In Rumänien dreht er zurzeit unter
der Regie von Marco Kreuzpaintner die acht Millionen Euro teure Verfilmung von
Otfried Preusslers Bestsellerroman "Krabat". Wir trafen den
16-Jährigen vor Ort zu einem kurzen Gespräch.
Spielfilm.de: David, was hat sich für dich mit dem Erfolg von "Knallhart" geändert?
David Kross: Es war mein erster großer Kinofilm. Mit allem, was dazugehört. Ich war es vorher einfach nicht gewohnt, eine ganze Woche lang jeden Tag Interviews zu geben.
Spielfilm.de: Was ist danach passiert?
David Kross: ist relativ schnell wieder zur Normalität zurückgekehrt. Bis Juni. Dann wollte sich Marco Kreuzpaintner plötzlich mit mir treffen. Ein Casting später bekam ich die Zusage für "Krabat".
Spielfilm.de: Was genau wurde von dir verlangt?
David Kross: Ich habe mit einem Anspielpartner verschiedene Situationen durchgespielt. Ganz ohne Drehbuch. Als die Zusage kam, hat mich das natürlich total gefreut, vor allem, weil es so schnell ging und ich mir eigentlich vorgenommen hatte, eine Pause zu machen.

David Kross
© Fox
Spielfilm.de: Wieso?
David Kross: "Knallhart" hatte ich in den Sommerferien gedreht. Als die Schule wieder anfing, waren alle entspannt und locker, nur ich war nicht ausgeruht. Man hat das auch an meinen Leistungen gesehen, die sich daraufhin rapide verschlechtert haben.
Spielfilm.de: Für "Krabat" stehst du nun etwa sechs Wochen durchgehend in Rumänien vor der Kamera. Machst du während dieser Zeit überhaupt etwas was für die Schule?
David Kross: Ich bin bei derselben Internet-Schule angemeldet, die auch Tokio Hotel betreut. Leider bin ich bei "Krabat" in fast jeder Szene im Bild, so dass ich wirklich nur an freien Tagen zum Lernen komme. Wenn ich zurück in Deutschland bin, muss ich mich dafür so richtig ins Zeug legen.

David Kross
© Fox
Spielfilm.de: "Krabat" steht und fällt mit deiner schauspielerischen Leistung. Wie bleibst du dabei ruhig?
David Kross: Indem ich mich mit dem Regisseur unterhalte und ansonsten versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken. Bei "Knallhart" war ich noch recht unbedarft, jetzt weiß ich, wie viel bei diesem Film von mir abhängt. Am Anfang hatte ich auch richtig Angst. Bei so vielen bekannten Schauspielern dachte ich, dass mein Name in Verbindung mit dem Film eher komisch klingt. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die Vorstellung und wird ruhiger.
Spielfilm.de: Wie stellst du dir die Zeit nach "Krabat" vor?
David Kross: Zuerst einmal muss ich mir selbst beweisen, dass ich das Abitur schaffen kann. Danach habe ich so einige Pläne. Vielleicht weiter Filme drehen, vielleicht auch erst eine Schauspielausbildung machen. Und auf alle Fälle in eine Großstadt ziehen und hoffen, dass "Krabat" ein Erfolg wird.
Interview geführt am 06.03.2007 von Johannes Bonke/RICOPRESS