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Paul Newman (1925-2008)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 26. Januar 1925 in Shaker Heights, Ohio, USA
Gestorben: ✟ 26. September 2008 in Westport, Connecticut, USA
Name: Paul Leonard Newman
Größe: 177 cm
Augenfarbe: blau
Links:


Zitat: "Wenn man erst mal sein Geschicht auf einer Flasche mit Salatdressing gesehen hat, ist es schwer, sich selbst ernst zu nehmen."

Zitat: "Ein Mann ohne Feinde ist ein Mann ohne Charakter."

Zitat zu seinen berühmten blauen Augen: "Ich kann mir meine Grabinschrift vorstellen: Hier liegt Paul Newman, der als Versager starb, weil seine Augen braun wurden."

Bildergalerie

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Biographie

Geboren wurde er als Paul Leonard Newman, am 26. Januar 1925 in Shaker Heights, einem Vorort von Cleveland, Ohio. Seine Mutter, Theresa Fetzer, war eine Slowakin und stammte aus Ptičie (heute Slowakei, ehemals Ungarn). Sein Vater Arthur S. Newman, ein konvertierter ungarisch/polnisch-stämmiger Jude, betrieb ein erfolgreiches Sportartikelgeschäft. Mit sieben Jahren gab Paul sein Schauspieldebüt - als Hofnarr in einer Schulaufführung von Robin Hood.
1943 meldete Paul sich freiwillig bei der US-Navy, um Kampfpilot zu werden - ein Vorhaben, das an seiner Farbenblindheit scheiterte. Stattdessen absolvierte er drei Jahre als Funker bei der Marine, auf einem Torpedobomber im Pazifik.

Nach seinem Literaturstudium in Ohio (BA) trat Newman 1949 in verschiedenen Theaterproduktionen in Chicago auf und verliebte sich dabei in die Schauspielerin Jacqueline Witte. Kurze Zeit später folgte die Heirat, und 1950 kam ihr Sohn Scott Newman zur Welt. Ihren Lebensunterhalt bestritten die Newmans zunächst mit dem Laden seines Vaters, den Paul nach dessen Tod übernahm. Schließlich verkaufte Newman seinen Anteil an dem Geschäft an seinen Bruder Arthur und zog er mit seiner Familie nach New Haven, Connecticut um. Dort studierte er an der Eliteuniversität Yale Theater und verdiente sein Geld zunächst mit kleineren Engagements am Broadway, sowie diversen Rollen in TV-Serien. 1952 wurde Newman nach nur einem Vorsprechen an Lee Strasbergs renommierten Actor's Studio als Schüler angenommen. Ein Jahr später landete er seine erste große Rolle im Broadwayhit "Picnic", die ihm einen Vertrag mit Warner Bros. einbrachte.

1954 gab Newman sein Kinodebüt, im Historienschinken "Der silberne Kelch". Obwohl er den Golden Globe für den besten Nachwuchsdarsteller erhielt, war ihm die Rolle später so peinlich, dass er 1966, bei der ersten Fernsehaustrahlung, eine Anzeige in einem Filmmagazin aufgab, in der er darum bat, den Film nicht anzusehen - was extrem hohe Einschaltquoten nach sich zog. Später bezeichnete Paul das Werk als "der schlechteste Film, der in den 1950ern produziert wurde".
1956 wurde Newman dann einem größeren Publikum bekannt, als Boxlegende Rocky Graziano in "Die Hölle in mir". Nur zwei Jahre später stieg er an Elizabeth Taylors Seite in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" zum Hollywoodstar auf. Für seine Performance erhielt er die erste von fünf Oscar-Nominierungen für den besten Hauptdarsteller.
Bei den Dreharbeiten zu "The Long, Hot Summer" (1957) verliebte Paul sich in Joanne Woodward, die er schon seit seiner Zeit am Broadway kannte. Die beiden heirateten im Januar 1958, einen Tag nach Newmans Scheidung von Witte. Für die Darstellung des charismatischen Herumtreibers Ben wurde er beim Filmfestival in Cannes als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet.
1959 kehrte Newman ans Theater zurück, mit der Uraufführung von Tennessee Williams "Sweet Bird of Youth", die Elia Kazan inszenierte. Zusammen mit seinem Co-Star Geraldine Page trat er drei Jahre später auch in der Filmversion des Stückes auf.

Newmans erstes größeres Filmprojekt in den 60ern war "Exodus" (1960), Otto Premingers Verfilmung des gleichnamigen Romans von Leon Uris. Ein Jahr später landete Paul mit "Haie der Großstadt" den nächsten großen Hit. Seine Darstellung des professionellen Billardspielers Eddie Nelson brachte ihm den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama und den BAFTA für den besten ausländischen Hauptdarsteller ein. 1986 nahm er die Rolle für Martin Scorseses "Die Farbe des Geldes" wieder auf und erhielt seinen einzigen Oscar für den besten Hauptdarsteller.
In den nächsten Jahren trat Newman wieder neben Woodward auf, in "Paris Blues" (1961) und "Eine neue Art von Liebe" (1963). Beide waren jedoch nur mäßig erfolgreich.
Einen moderaten Hit landete Newman 1963 mit dem Western "Der Wildeste unter Tausend", für den er abermal eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller einheimste. 1966 drehte er mit Alfred Hitchcock das Spionageabenteuer "Der zerrissene Vorhang". Der Film gilt trotz einiger brillianter Szenen als einer der schwächeren Filme der Regielegende, vor allem wegen inhaltlichen und filmischen Ungereimtheiten.
Im selben Jahr gab Newman sein Regiedebüt: Er inszenierte seine Frau in der Hauptrolle von "Rachel, Rachel". Das Melodrama wurde vom Publikum nur verhalten angenommen, erhielt aber dennoch Oscar-Nominierungen für den besten Film und die beste Hauptdarstellerin.
1967 stand Newman für einen weiteren Neo-Western vor der Kamera, "Man nannte ihn Hombre". Newman spielte diesmal einen Weißen, der unter Apachen aufwächst. Der gesellschaftskritische Film traf genau den Nerv seiner Zeit und überzeugte sowohl die Kritiker, als auch die Kinobesucher. Im selben Jahr landete er mit dem Gefängnisdrama "Der Unbeugsame" noch einen zweiten Hit. Für die Darstellung des rebellischen Knastinsassen Luke Jackson erhielt er eine Oscar-, sowie eine Golden Globe-Nominierung für den besten Hauptdarsteller.

1969 drehte Paul Newman erstmals mit Robert Redford, den teils melancholischen, teils komischen Neo-Western "Butch Cassidy and the Sundance Kid" (="Zwei Banditen"). Der Film war in den USA der Boxofficehit des Jahres. Für den damals 37jährigen Redford brachte die Rolle des Sundance Kid den Durchbruch als Schauspieler. Mit Newman blieb er bis an dessen Lebensende eng befreundet. Zuerste sollte eigentlich Steve McQueen Redfords Rolle spielen - angeblich war er jedoch absolut dagegen, in den Credits hinter Newman aufgeführt zu werden und verabschiedete sich deshalb von dem Projekt.

1971 inszenierte Newman seinen zweiten Film: "Sie möchten Giganten sein", die Verfilmung von "Manchmal ein großes Verlangen", einem Roman von Ken Kesey ("Einer flog über das Kuckucksnest"). Er selbst spielte neben Henry Fonda eine Hauptrolle in dem durchaus sehenswerten Familiendrama.
John Hustons Westernkomödie "Das war Roy Bean" (1972), in der Newman den legendären Outlaw-Richter darstellt, war im Vergleich zu seinen früheren Western ein eher moderater Erfolg. Ein Jahr später trat Newman wieder neben Redford auf, in der Ganoven-Komödie "Der Clou" - dem Boxofficehit des Jahres 1974. Im selben Jahr stand Newman dann doch noch neben McQueen vor der Kamera, für den Katastrophenfilm "Flammendes Inferno". Der Film war ein weiterer Kinokassenknüller der 70er. Robert Altmans Satire "Buffalo Bill und die Indianer" (1976), in der Newman die Titelrolle spielt, ging dagegen seinerzeit wohl auch aus politischen Gründen unter.
1977 trat Newman als alternder Eishockeytrainer im Sportkomödienklassiker "Schlappschuss" auf, seinem letzten erfolgreichen Film in den 70ern. Zwei Jahre später landete Newman seinen größten persönlichen Flop des Jahrzehnts, mit Altmans Science Fiction-Versuch "Quintett".

1981 gelang Newman in Sydney Pollacks "Die Sensationsreporterin" seine seine Oscar-nominierte Rückkehr als Leading Man. Ein Jahr später überzeugte er als alkoholabhängiger Rechtsanwalt, in Sidney Lumets "The Verdict- die Warheit und nichts als die Wahrheit". Wiederum wurde er für einen Academy Award nominiert, und wiederum ging er leer aus. 1986 erhielt Newman dann den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, dem ein Jahr später der erste "echte" folgte, für "Die Farbe des Geldes".

1990 stellt Newman mit Woodward ein Ehepaar dar, in James Ivorys historischem Familiendrama "Mr. und Mrs. Bridge". Der eher betulich inszenierte Film kam beim Publikum nur mäßig an, brachte aber Newmans Gattin Oscar- und Golden Globe-Nominierungen für die beste Hauptdarstellerin ein.
Vier Jahre später holten die Coen-Brüder den inzwischen 69jährigen Schauspieler wieder vor die Kamera, für eine Hauptrolle in der Satire "Hudsucker- der große Sprung".
1999 stellte Newman Kevin Costners Vater dar, in "Message in a Bottle" - einem der größten Flops des Jahres. Wesentlich erfolgreicher war er als Daniel Craigs leiblicher und Tom Hanks' Ersatzvater, in Sam Mendes' "Road to Perdition" (2002). Für die Rolle erhielt er seine letzte Oscar-Nominierung - und gleichzeitig die erste für den besten Nebendarsteller.

Newman war auch im Privatleben sehr rege: Seit den Dreharbeiten zu "Winning" (1969) begeisterte er sich für das Rennfahren und belegte 1979 den zweiten Platz beim Rennen von Le Mans. Außerdem war er ein leidenschaftlicher Koch und engagierte sich für eine gesunde Lebensweise. Ab 1982 brachte er eigene Salat- und Spagehttisaucen und schließlich Popcorn heraus, unter dem Markennamen "Newman's Own". Was anfgangs als praktischer Schwerz gedacht war, entwickelte sich zum Millionengeschäft. Der Erlös kommt karikativen Einrichtungen zugute.
1988 gründete er in Connecticut das nach "Zwei Banditen" benannte "Hole in the Wall Gang"-Camp für arme Kinder, die an Krebs und anderen lebensbedrohlichen Krankheiten leiden - der Aufenthalt in der medizinischen Einrichtung ist für Kinder mittelloser Eltern kostenfrei. Es folgten ähnliche Gründungen in anderen Bundesstaaten und Europa.
Seit den 60ern war Newman außerdem in der Bürgerrechtsbewegung dabei, zunächst gegen den Vietnamkrieg, später für Waffenkontrolle. Nebenbei unterstützte er mehrerer Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Vor zwei Jahren gab er kund, es sei für ihn die größte Ehre gewesen, während des Watergate-Skandals auf der Feindesliste von Richard Nixon (Platz 19) gestanden zu haben...

Im Mai 2007 verkündete Newman in der Nachrichtensendung Good Morning America, dass er sich zur Ruhe setzen werde, da sein Gedächntnis zunehmend nachließe. Im Juni 2008 wurde bekannt, dass Newman - der als Kettenraucher bekannt war - an Lungenkrebs leidet. Im August verschlechterte sich sein Zustand derart rapide, dass er die Chemotherapie in einer New Yorker Klinik abbrach. Er verstarb am 26. September 2008 in seinem Haus in Westport, Connecticut; umgeben von Familienmitgliedern und engen Freunden.
Newman hinterlässt fünf Kinder: Susan Kendell Newman (*1953) und Stephanie Newman aus seiner Ehe mit Witte, sowie Woodwards Töchter Nell Potts (*1959), Melissa Newman (*1961) und Claire Newman. Sein erstes Kind und einziger Sohn Scott Newman (*1950) verstarb 1978 an einer Drogenüberdosis. Seine Töchter bescherten ihm insgesamt acht Enkel.


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