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Harrison Ford (70)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 13. Juli 1943 in Chicago, Illinois, USA
Größe: 185 cm

War in den 1970ern Roadie für The Doors

machte sich in Hollywood zunächst als Tischler einen Namen - er baute unter anderem Wandschränke in ein Haus von George Lucas ein

Bildergalerie

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Biographie

Harrison Ford kam am Montag dem 13. Juli 1942 im Swedish Concenant Hospital von Chicago zur Welt. Beide Eltern sind ehemalige Schauspieler. Seine Mutter Dorothy (ihr Mädchenname lautet Dora Nidelman) arbeitete beim Radio, sein Vater Christopfer Ford in der Werbebranche. Die Familie seines Vaters entstammt aus Irland und Deutschland, die Eltern von Harrisons Mutter, Anna Lifschutz und Harry Nidelman, waren jüdische Immigranten aus Minsk.
Als Kind engagierte sich Harrison bei den amerikanischen Pfadfindern, den Boy Scouts of America. In der High School war er außerdem als Reporter beim schuleigenen Radiosender dabei. 1960 schrieb Harrison sich am Ripon College in Wisconsin ein. Dort belegte er Schauspielkurse - zunächst um bei Mädchen zu landen, wie er später zugab. Obwohl ihn das Schauspielen faszinierte, versank er eine Weile in Depressionen und legte immer weniger Wert auf sein Aussehen. Schließlich brach er sein Studium ab.

1964 heiratete Ford seine ehemalige Komillitonin Mary Marquardt und reiste nach Los Angeles, um sich für einen Job als Radiosprecher zu bewerben. Den erhielt er zwar nicht, ergatterte dafür aber einen Vertrag mit dem New Talent-Programm des Studios Columbia Pictures: Für 150 Dollar die Woche tauchte er in kleinen Rollen - kaum mehr als Statistenauftritte - von diversen Filmen auf. Ende der 60er folgte dann TV-Arbeit für Universal, mit Auftritten in Serien wie "Kung Fu". 1970 landete er eine Minirolle - als Flughafenarbeiter - in Michelangelo Antonionis "Zabriskie Point".
1967 kam Harrisons erster Sohn Benjamin Ford zur Welt, zwei Jahre später folgte sein Bruder Willard Ford. Da Harrison die Familie als Schauspieler nicht über Wasser halten konnte, arbeitete er als Tischler: Ohne dafür ausgebildet zu sein, verschaffte er sich mit handwerklichem Geschick und Talent für Restaurationsarbeiten schnell einen lukrativen Kundenkreis in Los Angeles - seine Kommoden sind heute noch begehrte Sammelobjekte. Schließlich legte Ford seine Meisterprüfung ab und arbeitete parallel auch als Roadie bei Auftritten der Kultband The Doors.

Eigentlich hatte er seine Filmkarriere fast aufgegeben, als Harrison von George Lucas damit beauftragt wurde, Wandschränke in seinem Haus einzubauen. Dies führte zu einer kleineren Rolle in Lucas' "American Graffiti" (1973). Danach verschaffte der Regisseur ihm einen Job bei Vorsprechterminen für seinen nächsten Film "Star Wars" (1975): Ford sollte zunächst hoffnungsvollen Kandidaten für die Hauptrollen ihre Zeilen vorlesen. Steven Spielberg überzeugte Lucas schließlich, Ford die Rolle des Weltraumhaudegens Han Solo zu überlassen. Der Rest ist Geschichte - dem zeitlosen SciFi-Epos folgten zwei Sequel, "Das Imperium schlägt zurück" (1980) und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (1983). Parallel zum plötzlichen Ruhm ging allerdings Fords erste Ehe in die Brüche - 1979 ließen sich die beiden scheiden.
1981 etablierte Spielberg ihn in der zweiten wichtigen Rolle seiner Karriere, als raubeiniger Archäologe "Indiana Jones" in "Jäger des verlorenen Schatzes". Auch in diese Rolle schlüpfte er mehfach, in"Der Tempel des Todes" (1984), "Der letzte Kreuzzug" (1989) und - fast zwanzig Jahre später - "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (2008).
Über Spielberg lernte Ford außerdem seine zweite Ehefrau kennen: Melissa Mathison schrieb das Drehbuch zu "E.T." Die Ehe hielt von 1983 bis 2004 und brachte zwei Kinder hervor, Malcolm Ford (*1987) und Georgia Ford (*1991).

Als Spätzünder entpuppte sich Ridley Scotts "Blade Runner" (1982): Dem SciFi-Film Noir war zunächst wenig Erfolg beschieden. Am Ende des Jahrzehnts mauserte er sich jedoch zum Kulthit. In Peter Weirs "Der einzige Zeuge" (1985) spielt er einen Detective, der bei den Amish - eine in künstlicher Altertümlichkeit lebende amerikanische Sekte - untertauchen muss. Seine Darstellung brachte ihm eine Oscar-Nominierung für den besten Hauptdarsteller ein. Mit Peter Weirs Drama "Mosquito Coast" (1986) - das er bis heute für seinen besten Film hält - verfestigte Ford seinen neu gewonnenen Status als Charakterdarsteller.
Mit Roman Polanskis "Frantic" (1988) kehrte er ins Actionfach zurück - wenn auch auf gehobenerem Niveau. Mit Mike Nichols' "Die Waffen der Frauen" versuchte Ford sich im selben Jahr auch erstmals erfolgreich in einer romantischen Komödie.

Das nächste Jahrzehnt begann für Ford mit der Hauptrolle in Alan J. Pakulas Krimi "Aus Mangel an Beweisen" (1990). Er spielt darin einen Anwalt, der Hauptverdächtiger in einem Mordfall ist und schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen wird. Ein Jahr später stand er wieder als Anwalt vor der Kamera - für Mike Nichols' "In Sachen Henry". Das leicht kitschige Drama enttäuschte jedoch Fans und Kritiker.
In "Die Stunde der Patrioten" (1992) schlüpfte Ford erstmals in die Rolle von Tom Clancys ikonenhafter Agentenfigur Jack Ryan vor der Kamera. Zwei Jahre später nahm er den Part in "Das Kartell" wieder auf.
1993 kam Ford mit "Auf der Flucht" in die Kinos, der erfolgreichen Filmversion des Serienhits "Dr. Kimble auf der Flucht".
Weniger gelungen war dagegen Sydney Pollacks Romantikdrama "Sabrina" (1995), das Remake des gleichnamigen Klassikers von Samuel L. Taylor (1954). Auch Fords nächstes Projekt enttäuschte: "Vertrauter Feind" (1997), der letzte Film von Alan J. Pakula, wurde von Kritikern und Publikum äußerst verhalten aufgenommen - was möglicherweise auch daran lag, dass man das Drehbuch sieben mal umschrieb, woraufhin Fords Co-Star Brad Pitt entnervt das Handtuch werfen wollte und schließlich per Gerichtsbeschluss gezwungen werden musste, die Dreharbeiten zu beenden. Aus demselben Jahr stammt auch Wolfgang Petersens patriotischer Actionkracher "Air Force One", in dem Ford einen US-Präsidenten ohne Fehl und Tadel mimt. Der Film wurde von der Kritik belächelt, entwickelte sich aber zum Boxofficehit.
1998 folgte "Sechs Tage, sieben Nächte", eine romantische Action-Abenteuerkomödie mit Anne Heche - womit sich wiederum bewies, das Romantikkomödien nicht unbedingt Fords Fach sind. Auch mit Sydney Pollacks "Begnung des Schicksals" (1999) konnte Ford nicht überzeugen, so dass sein Stern ab mitte der 90er langsam ins Sinken geriet.

Das neue Jahrtausend startete Ford mit dem Ausflug in ein neues Genre - mit dem Psychothriller "Schatten der Wahrheit" (2000), der sich als Boxofficehit Erfolg entpuppte. Im Oktober des Jahres endete allerdings seine zweite Ehe: Mathison reichte die Scheidung ein, die schließlich zur teuersten in Hollywood wurde. Kein Wunder, landete Ford doch 2001 als reichster Schauspieler im Guinessbuch der Rekorde.
Der im kalten Krieg angesiedelte U-Boot-Thriller "K 19 - Showdown in der Tiefe" (2002), den Ford mitproduzierte, wurde jedoch kein großer Hit. Im selben Jahr lernte er bei der Golden Globes-Gala die 21 Jahre jüngere Schauspielerin Calista Flockhart kennen. Die beiden sind seitdem ein Paar und inzwischen auch verlobt.
Mit dem Komödienflop "Hollywood Cops" (2003) ging's dann zunächst wieder abwärts. Auch der routinierte Thriller "Firewall" (2006) enttäuschte wiederum Fans und Kritiker. 2008 feierte Ford dann jedoch ein grandioses Comeback mit der Rolle, die ihm einen Logenplatz in der Filmgeschichte sicherte - genau, der Mann mit der Peitsche. Wobei diesmal der Kassenerfolg und die Kritikermeinung wie eine Schere auseinanderklaffen, was bei den drei "klassischen" Indys nicht der Fall war.
Am 15. Juni 2010 heiratete Ford seine langjährige Freundin Flockhart in Santa Fe, wo er zu dem Zeitpunkt für "Cowboys and Aliens" vor der Kamera stand.


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