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Kritik: All die schönen Pferde (2000)


Billy Bob Thornton ist als Ehegatte von Angelina "Lara Croft" Jolie und Darsteller ("Armageddon") weitläufig bekannt. Dass er aber 1996 mit dem hervorragenden Drama "Sling Blade" als Regisseur debütierte, zählt zu den noch ausstehenden Entdeckungen. Seine zweite Regiearbeit verarbeitet Cormac McCarthys gleichnamigen Erstling seiner Border-Trilogie zu einem ambitionierten, wenngleich gemächlichen und leidenschaftslosen Spätwestern.

Ursprünglich lief Thorntons mit Matt Damon und Spanienexport Penélope Cruz attraktiv besetztes, kritisches Coming-of-Age-Drama epochale vier Stunden, die von Miramax auf die Hälfte gestutzt wurden. Eine spürbare Einschränkung: Viele Motive der vielschichtigen Vorlage werden lediglich angeschnitten und lassen ihre Tiefe nur noch vermuten. Schlimmer noch: Dadurch wird der Film nicht nur seiner Dramatik beraubt, auch vermögen sich die restlichen 117 Minuten nicht zu einem inhaltlich kompakten Ganzen zusammenfügen.

Damit bleibt Thorntons lange erwarteter und oft verschobener Zweitling eine enttäuschende Vorstellung, der es nicht erlaubt ist, Spannung aus ihrem schmerzlich realen, ohne Mythen, Helden und Mumpitz des Westergenres auskommenden Plot zu generieren. Das Ergebnis ist fade und bleibt trotz mehrfach übernommener Dialogpassagen hinter der Vorlage weit zurück. Ein Film, der zwar manche Szenen, nicht aber den Geist nachvollzieht.





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