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Kritik: eXistenZ (1999)


Filme, die sich mit virtueller Realität befassen, sind meist gespickt mit Monitoren und Computern – und Menschen, die den digitalen Kram bedienen können. Ganz anders ist das beim Kanadier David Cronenberg ("Die Fliege"). Der Altmeister des schrägen Ekelkinos bringt mit seiner bizarren Phantasie das Publikum - je nach Veranlagung - zum Jubeln oder einfach nur zum Kotzen: In "eXistenZ" ist alles analog und quicklebendig, sogar die Game-Konsolen selbst sind kleine Lebewesen. Die Spieler haben sogenannte Bio-Ports im Körper, mit denen sie sich mit der virtuellen Welt von "eXistenZ" vernetzen können - ein Vorgang, der bei Cronenberg nicht zufällig an Sex erinnert.

Jennifer Jason Leighs Figur einer von Terroristen verfolgten Game-Designerin ist eine offensichtliche Hommage an Salman Rushdie. Doch Cronenberg hat alle Mühe, seine sozialkritische Botschaft mit den aufgesetzten Ekelszenen zu verschmelzen, in denen allerlei mutiertes Zeug die Zartbesaiteten im Publikum zum Stöhnen bringt.

Die scheinbare Komplexität von "eXistenZ" mit seinen virtuellen Ebenen wirkt leider ein wenig aufgesetzt. Tatsächlich ist der Plot, einschließlich seiner Wendungen, für Kenner allzu leicht durchschaubar, und so erfreut man sich in erster Linie an Details. Dazu gehört - neben dem ganzen Glibberkram - auch Dauerbösewicht Willem Dafoe in einer kleinen aber feinen Nebenrolle auf "der allerniedrigsten Stufe der Realität".





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