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Kritik: Fette Welt (1998)


Notizen aus der Gosse: Hart und kalt ist der Spätherbst, und hart und kalt ist Jan Schüttes nüchternes Portrait des Münchner Pennerdaseins. Jürgen Vogel brilliert als Hagen, der seinem Nachnamen Trinker alle Ehre macht. Zusammen mit anderen traurigen Existenzen fristet er ein elendes Dasein im Schatten der Gesellschaft: Da wirft Gustl schon mal einen Hundeknochen in die Suppe, und Edgar klammert sich verzweifelt an die süchtige Hure Liane. Gemeinsam hausen sie in Rohbauten und unter Brücken, in Bahnhöfen und auf Parkbänken.

Daß inmitten dieser Tristesse ein zartes Pflänzchen der Hoffnung gedeiht, ist dann auch das einzige Zugeständnis dieser illusionslosen Milieustudie an die Kinokonvention. Doch auch Hagens Liebe zur 15jährige Ausreißerin Judith ist zum Scheitern verurteilt - zu konsequent meidet dieser gänzlich unsentimentale Film die üblichen Klischees: "Liebe gibt es nur im Kino", sagt Hagen.

"Fette Welt" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Helmut Krausser, der selbst ein Jahr lang in der Gosse gelebt hat und dessen Erfahrungen der Film, der ohne Action und Effekte auskommt, letztlich auch seine bedrückende Authentizität verdankt.




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