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Kritik: Kreuz und Queer (1998)


Es gibt Filme, die hat man schon vergessen während noch der Abspann läuft, so man es überhaupt bis dahin im Kino aushält. "Kreuz und queer" (warum queer hier mit zwei ee geschrieben wird bleibt unklar wie so vieles) ist so ein Film, dessen Hauptmerkmal Oberflächlichkeit und liebloser Umgang mit den Protagonisten ist. Die britische Produktion wollte wohl so etwas wie einen zeitgenössischen Liebesreigen allgemeiner sexueller Desorientierung. Herausgekommen ist freilich ein höchst nervöses Filmchen, das sexuelle Ängste und Nöte ins Licht weitgehender Beliebigkeit stellt. Erstaunlich dabei vor allem, dass dergleichen erzählerische wie dramaturgische Ungeschicklichkeiten ausgerechnet aus einem Land kommen, das seit etlichen Jahren an der Spitze der europäischen Filmproduktion steht.
Zum Inhalt: London, Mitte der 90er Jahre. Leo ist seines Single-Daseins überdrüssig. Immer neidischer blickt er auf seinen WG-Mitbewohner Darren, der sich gerade in einer wilden Sexaffäre mit dem Immobilienmakler Jeremy austobt. Sowohl Darren wie auch die Nachbarin Angie versuchen Leo aufzumuntern, mit bescheidenem Erfolg. In seiner zunehmenden Verzweiflung treibt es Leo in die Fänge einer Männer-Erfahrungsgruppe. Hier begegnet er Brendan, der gerade die schwierige Trennungsphase mit seiner Freundin durchleidet und im Kollektiv Trost sucht. Leo verknallt sich in den vermeintlichen Hetero und ignoriert geflissentlich, dass die Sache eher aussichtslos erscheint. Und er liegt damit gar nicht mal so verkehrt, denn er kriegt wider erwarten seinen Traummann ins Bett. Doch dann taucht im ungünstigsten Moment Sally auf, eine alte Freundin von Leo. Fatalerweise ist sie ebenfalls mit Leos aktueller Flamme Brendan verbandelt. Leo sieht sich in einem Konflikt zwischen dem Verlangen nach Brendan und alter Loyalität Sally gegenüber. In dem recht unübersichtlichen Beziehungsgeflecht stehen offensichtlich einige Entscheidungen an. Es dauert jedoch eine Weile, bis die Beteiligten sich zu etwas Nachhaltigem durchringen können.
Das eigentlich schlimme an "Kreuz und queer" ist, dass der Film sein Personal nicht nur nicht ernst nimmt, sondern es stellenweise geradezu verspottet und denunziert. Vor allem die Szenen rund um die Männergruppe sind an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Überhaupt ist man von den Scherzniveau des ganzen Film eher unangenehm berührt, als das sich befreiendes Lachen einstellen will.




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