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Robert Carlyle - Ravenous - Friß oder Stirb
Robert Carlyle - Ravenous - Friß oder Stirb
© 20th Century Fox

Kritik: Ravenous - Friß oder Stirb (1999)


Nur für eingeschworene Genrefans lohnt sich diese krude Kannibalenkomödie, die Handlungsort und –Zeit in den wilden Westen verlegt hat. Trotz hehrer kritischer Ambitionen versagt “Ravenous“ als ernstzunehmendes Werk, sondern fungiert als Spaß-Katalysator für einen amüsanten Kinoabend.
Wenn ein Regisseur im Vorfeld ersetzt wird, heißt das nichts gutes. Antonia Bird (“Der Priester“) sprang für Milcho Manchevski ein und kombinierte unvereinbare Zutaten für eine blutrote Fleischbrühe: die Handlung des Kannibalen-Schockers findet zur Zeit des Wilden Westens statt und schmückt sich mit grimmigem Humor und platten Slapstickeinlagen. Anvisierte Kritikpunkte wie Indianermythologie, Kriegsverdammung und die Fehler der Zivilisation verfehlt der verschwenderisch besetzte Nonsens völlig. Getrennt betrachtet von Gusto, Aussage und Relevanz bietet “Ravenous“ aber als amoklaufende Albernheit genügend Kurzweil für einen Kinoabend mit viel Bier und guten Freunden.
Weniger schockierend als despektierlich präsentiert sich die Komödie, die Kannibalen als eine Art Vampire betrachtet, die vom Fleisch ihrer Opfer übermenschliche Kraft gewinnen – leider ebenfalls ein nur rudimentär ausgearbeiteter Punkt. Die saloppe Musik von Michaeel Nyman (“Das Piano“) gibt den klamaukhaften Ton an, der angesehenen Schauspielern die Tour vermasselt. Neben dem Starduo Guy Pearce und Robert Carlyle verstecken sich David Arquette (“Scream“-Trilogie), Jeremy Davies (“Nell“), Jeffrey Jones (“Ed Wood“) und John Spencer (“Verhandlungssache“) in Nebenrollen, um rechtzeitig im Suppentopf zu landen. Angesichts Birds barbarischer Mittel erstaunt es, dass “Ravenous“ trotz bescheidener Umsetzung noch einigermaßen unterhält.




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