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American Cuisine
American Cuisine
© Universal Pictures Germany

Kritik: American Cuisine (1998)


Filme übers Kochen und somit übers Essen sind so etwas wie der Gegenpol zum angesagten Event-Movie Krawall der Marke Bruckenheimer & Co. Auf deren krachendes Beiwerk kann das kulinarische Sub-Genre getrost verzichten. An dessen Stellen tritt der sensible und durchaus gemächliche Blick auf Sinnesfreuden, die vor allem eines brauchen: Ruhe und Langsamkeit. "American Cuisine" ist ein Film der genau dies im Programm hat. Liebevoll und detailfreudig soll der kulinarische Genuß gefeiert werden. Und mit ihm, da sie bekanntlich durch den Magen geht, die Liebe. Doch was vor gut zwei Jahren der amerikanischen Produktion mit ähnlicher Thematik "Big Nights" noch hervorragend gelang, mißlingt ausgerechnet dem vorliegendem französischen Film. Dabei ist die Exposition so vielversprehend wie stimmig.
Es beginnt in Amerika. Die Leidenschaft für die gute Küche wurde Loren quasi in die Wiege gelegt. Schon als Baby ließ ihn sein Vater die Wohlgerüche dampfender Kochtöpfe einatmen. Als Heranwachsender gab es dann an seinem Berufswunsch keinen Zweifel: Loren wollte Koch werden. Eine Neigung, die einem in Amerika jede Menge Ärger einbringen kann, wie die hoffnungsvolle Nachwuchskraft gleich bei seinem ersten Arbeitgeber, der Navy, feststellen muß. Da die dortige Küche nicht eben berühmt für ihre internationale Geschmacksvielfalt ist, versucht es Loren mit innovativem kulinarischem Schwung. Der eckt jedoch bei diversen Vorgesetzten an und Loren wird entlassen. Die Trauer über den Verlust des Arbeitsplatzes hält sich aber in Grenzen. Nun kann sich Loren endlich seinen Traum erfüllen. Er macht sich auf den Weg ins gelobte Land der ungetrübten Gaumenfreuden: nach Frankreich. In Dijon führt sein kulinarisches Vorbild, der Meisterkoch Charles Boyer, ein Drei-Sterne-Restaurant. Vor Ort begegnet der feinfühlige Kochkünstler dem Amerikaner zunächst abweisend und arrogant. Erst das gemeinsame Interesse für Basketball vermag die ungleichen Männer zusammenzubringen. Loren erhält eine Stelle in Boyers weltberühmter Küche. Schnell kann er hier sein überragendes Talent unter Beweis stellen und kultivieren. Und als er schließlich die Bekanntschaft mit des Meisters attraktiver Tochter Gabrielle macht, erkennt Loren, daß hinter Boyers rauher Schale ein durchaus mildes Herz steckt.
Die Motive stimmen also durchaus. Wir haben den kulturell-kulinarischen Gegensatz von alter und neuer Welt, eine sinnesfrohe Geschichte die zwischen beiden spielt und mit Iréne Jacob gar eine bezaubernde Darstellerin, die für die erotische Note zuständig ist. Was hätte das für eine schöner Film werden können. Leider will das Ganze aber nicht so recht zusammenkommen. Vermutlich ist das Drehbuch dran Schuld, dem so etwas wie die erzählerische Führung fehlt. Ein ums andere Mal stören merkwürdige erzählerische Kapriolen die Konzentration und hemmen einen Spannungsbogen, der das Interesse an der Geschichte wachhalten könnte. Schade ist all dies aus zweierlei Gründen. Zum einen natürlich weil eine Chance vertan wurde (was ja durchaus öfters vorkommt), zum anderen aber, weil die sowieso viel zu selten beschäftigte Iréne Jacob einem gelungenen Film besser zu Gesicht steht , als einem mittelmäßigen.
Thomas

Ein Amerikaner als Gourmet? Dieses Oxymoron liegt Jean-Yves Pitouns Kinodebüt über einen jungen Navy-Koch (Jason Lee) zugrunde, der sich im Restaurant des französischen Meisterkochs Boyer (Eddy Mitchell) bewähren muß und dort - nach einigen Irrungen und Wirrungen - schließlich zu dessen Nachfolger und Schwiegersohn erkoren wird.

Die kulinarische Komödie, eine franko-amerikanische Koproduktion, begnügt sich dabei allerdings mit den üblichen Zutaten eines wenig inspirierten Kinolustspiels. Dem lukullisch interessierten Publikum ermöglicht der Film zwar einen durchaus unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen der französischen Luxusgastronomie, in Sachen Handlung und Figuren aber bleibt es beim bekannten Kino-Einheitsbrei.

Eindimensionale Charaktere, die vorhersehbare Handlung und eine konventionelle Inszenierung sind die Schwächen dieses an Reibungsflächen armen Films, der seine Klischees artig bedient. Trotzdem: bon appetit!




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