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Arlington Road - Jeff Bridges und Tim Robbins
Arlington Road - Jeff Bridges und Tim Robbins

Kritik: Arlington Road (1999)


Die vielgelobte amerikanische Vorstadtidylle – bei Mark Pellington stellt sie nur eine Fassade dar, hinter der sich das Unheil wie eine lauernde Bestie versteckt. Unbemerkt hat sich der Feind eingeschlichen, und er bedroht den Staus Quo von innen, aus dem Herzen der Gesellschaft. Der wohlbehütete Hort des Friedens beherbergt einen perfiden Fanatistenzirkel mit staatsfeindlichen Absichten. Oder träumt Michael (Jeff Bridges) nur, spielt ihm seine unruhige Phantasie einen lästigen Streich? Hat Michael's Engagement für Terrorismus ihn nur übersensibel gemacht, und er sieht Gespenster, wo nur die biederen Vorhänge von seinem neuen Nachbarn, den Langs (Tim Robbins und Joan Cusack) hängen?

Lange Zeit verschleiert Regisseur Mark Pellington ("Zu guter Letzt") die Wahrheit und lässt bis zuletzt ernsthafte Zweifel zu. Doch unzählige Indizien sprechen für den Wahn, in den sich Michael unaufhaltsam hineinsteigert. Brillant und unangenehm subtil versteht es der Werbefilmer, einem vorwiegend kommerziell und reißerisch ausgeschlachtetem Thema - siehe Edward Zwick's "Ausnahmezustand" - seine Unschuld zurückzugeben, und schafft vor allem mit der präzisen Arbeit von Kameramann Bobby Bukowski einen Kriminalfilm, der schlichtweg Nerven zerfetzend ist.

Im Zeitalter der ach so postmodernen Mystery des ausgehenden Milleniums, die nach den klassischen Mustern des Paranoiakinos gestrickt ist, reüssiert "Arlington Road" tatsächlich mit dem gewagten Brückenschlag zwischen persönlichem Verfolgungswahn und die Allgemeinheit bedrohendem Bombenterror. Letztlich zeigt die selten gesehene Kompromisslosigkeit des gleichsam überraschenden wie schockierenden Finales, mit welcher kaltschnäuzigen Hintergründigkeit Pellington vorgeht. Biedermänner waren eben schon immer die besten Brandstifter.




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