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Kritik: Die Stille (1996)


Samira Makhmalbaf hat soeben einen Achtungserfolg bei den Filmfestspielen in
Cannes hingelegt: Als jüngste Regisseurin (mit zwanzig Jahren) bekam sie den
Preis der Jury für ihren Film "Die schwarze Tafel". Ihr Debütfilm "Der
Apfel" wird demnächst in den deutschen Kinos anlaufen. Gelernt hat sie ihr
Handwerk bei ihrem Vater. Im Alter von acht Jahren stand sie das erste Mal
vor der Kamera von Mohsen Makhmalbaf, dem, neben Abbas Kiarostami, zur Zeit
wohl populärsten iranischen Filmemacher. Und auch bei "Die Stille" hat sie
mitgewirkt – als Regieassistentin unter ihrem Vater.

Der Lauf der Geschichte orientiert sich nicht an westlichen Normen. Es gibt
keine Einteilung in das gängige Drei-Akt-Schema und das Ende darf man nur
bedingt als "Happy" bezeichnen. Mit normalen Maßstäben ist der Film nicht zu
messen, denn bei aller wohlwollenden Betrachtung: Die Story erscheint
einfach zu dürftig. Da behilft man sich am besten indem man den Film als
Märchen betrachtet. Eine Lesart übrigens, die durch das eigenwillige Spiel
der Mutter und des Musikers nur gestützt wird.

Die Bilder dagegen sind von poetischer Schönheit und die Auswahl der
Details, besonders bei der Betrachtung des Mädchens Nadereh, fasziniert. Der
Kinderfilm ist im Iran ein vielbenutztes Genre, was vor allem daran liegt,
das es politisch problemlos scheint. Dennoch wurde "Die Stille" aufgrund
einer Tanzszene von Nadereh im Laden des Instrumentenbauers zensiert. Mohsen
Makhmalbaf hat sich daraufhin entschlossen, den Film erst dann wieder im
Iran zu zeigen, wenn diese Szene wieder hinzugefügt wird.





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