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Bube, Dame, König, Gras
Bube, Dame, König, Gras
© Universal Pictures Germany

Kritik: Bube, Dame, König. Gras (1998)


Das britische Kino ist immer für eine Überraschung gut. Dabei ist "Lock, Stock and Two Smoking Barrels", so der Originaltitel dieser mitunter aberwitzig-genialen Krimisatire, Guy Ritchies erster Spielfilm. Der 29jährige Newcomer begann seine Filmkarriere vor fünf Jahren als Laufbursche am Set, avancierte rasch zum Regisseur von Werbespots und legt mit "Bube, Dame, König, GrAS" nun eine dermaßen einfallsreiche, technisch ausgereifte und atmosphärisch überzeugende Arbeit vor, daß man den Film eigentlich für das Werk eines alten Profis halten müßte.

Ritchie, der auch das Drehbuch geschrieben hat, wandelt dabei auf den Spuren Tarantinos, ohne dessen Stil aber – wie so viele andere vor ihm – dilettantisch zu kopieren oder (siehe "Der Eisbär") der Lächerlichkeit preiszugeben. Im Gegenteil: Die originelle Story gleicht einer verrückten Achterbahnfahrt, bei der zwei antike Gewehre, eine Wagenladung Drogen und ein Koffer voll Geld immer wieder die Besitzer wechseln, bis der Film schließlich in eine grandiose Selbstauslöschung der beteiligten Parteien mündet.

Unsägliche Gewalt ist mit im Spiel, und doch verzichtet Ritchie darauf, die Leinwand in ein Blutbad zu verwandeln. Daß der Regisseur die eigentliche Brutalität geschickt aus dem Bild läßt und sie mit Hilfe gewitzter Schnitte und Einstellungen in den Kopf des Betrachters verlegt, zählt zu den größten Stärken dieser überaus originellen Farce – ist die Phantasie des Zuschauers, wenn man sie nur richtig stimuliert, doch stets noch ein Quentchen gemeiner als der schaurigste Special Effect.





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