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Kritik: Shrek- Der tollkühne Held (2001)


Arme Mausketiere: "Atlantis", Disney's nächstes Trickfilmabenteuer, gilt schon jetzt als haus gemachter Flop, und "Die Monster AG", ein neuer CGI-Film aus der Disney-Kooperation mit Pixar ("Toy Story"), ist noch Monate entfernt. Ausgerechnet diese Krise nutzt nun Jeffrey Katzenberg, ein ehemaliger Disney-Manager, für seine süße Rache: "Shrek" stammt komplett aus dem Computer - und ist der Film, den Disney immer machen wollte. Oder zumindest sollte.

Katzenberg ist der Mann, der hinter Trickfilm-Hits wie "Aladdin", "Die Schöne und das Biest" oder "Der König der Löwen" stand. Doch dann setzte ihn Disney-Boss Michael Eisner vor die Tür, und Katzenberg gründete zusammen mit Steven Spielberg und David Geffen das Dreamworks-Studio. Dort steht er nun der Zeichentrickabteilung vor.

Die gutartige Ironie, mit der sich dieser bissige, gewitzte und technisch perfekt gemachte Film auf Katzenbergs früheren Arbeitgeber (aber auch vieles andere) stürzt, ist zum Glück kein Geheimcode, den man nur mit entsprechendem Hintergrundwissen entschlüsseln kann. "Shrek" funktioniert vielmehr auf allen Ebenen und spricht sämtliche Geschmäcker an.

Die Märchen-Persiflage besticht durch eine gute Story, treffsichere Gags aller Couleur und wunderbare Charaktere: ein ideenreicher, origineller und mit Liebe zum Detail gemachter Film, den man sich - unabhängig von Geschlecht und Alter - keinesfalls entgehen lassen sollte.

Rico Pfirstinger

Woran es liegt, dass inklusive “Shrek“ sämtliche fünf bisher produzierten Computeranimationsfilme durch die Bank auch für notorische Zeichentrickmuffel goutierbar sind, ist schwer zu sagen. Vielleicht ja daran, dass gerade bei der zwar innovativen, aber auch „kalten“ formalen Gestaltung dieser Filme besonderer Wert auf inhaltliche Komplexität und Stimmigkeit gelegt wird. “Shrek“, der zweite Film dieser Art aus dem Hause Dreamworks (nach “Antz“), ist geradezu ein Meisterwerk und Musterbeispiel für anspruchsvolle und augenzwinkernde Unterhaltung auf hohem Niveau und für nahezu alle Altersklassen. Wobei unter Zehnjährigen ein Großteil der Gags und Anspielungen vermutlich verborgen bleibt. Das Geheimnis von “Shrek“ dürfte sein, dass der Film sowohl als Märchen, wie auch als Parodie auf Märchen und Märchenfilme, speziell die aus dem Hause Disney, funktioniert....

...Irgendwann, irgendwo, vor langer Zeit lebt in einem dunklen Sumpf ein hässliches grünes Monster: Shrek, vom Stamme der Oger. Der verschrobene Einzelgänger schätzt nichts so sehr wie seine Ruhe. Trauen sich einmal Menschen in Shreks Revier, werden sie verjagt. Aber eines Tages ist es vorbei mit dem Alleinsein. Am Rande des Waldes läuft Shrek ein sprechender Esel über den Weg, der auf der Flucht vor den Soldaten des fiesen Lord Farquaard ist. Der ist auf der Jagd nach allen Fabelwesen, um sie in Shreks Sumpf zu bannen. Auch auf die schöne Prinzessin Fiona hat er es abgesehen. Eine Hochzeit würde ihn zum König machen. Also schließt Farquaad mit Shrek einen Handel ab. Wenn es dem Oger gelingt, ihm Fiona zu bringen, wird der Lord die Fabelwesen aus dem Sumpf entfernen, damit dort wieder Ruhe einkehrt.
Mit seinem ständig aufgedrehten vierbeinigen Begleiter macht sich Shrek auf den Weg. In einer rasanten Rettungsaktion wird Fiona aus den Klauen eines feuerspeienden Drachen befreit.
Auf dem Rückweg zu Farquaard entdecken Fiona und Shrek auf einmal seltsame Gemeinsamkeiten. Und ausgerechnet damit fangen die Probleme dann erst richtig an....

Das Erstaunliche an “Shrek“ ist, dass der Film bei aller atemberaubenden Perfektion in formaler wie inhaltlicher Hinsicht nie glatt oder antiseptisch kühl wirkt. Im Gegenteil, die Technik hat sich völlig der Geschichte, ihrem Charme und Witz untergeordnet. Und die immense Ideen- und Phantasiefülle wird an keiner Stelle von beim Trickfilm in letzter Zeit gerne bemühten, bombastischen Überwältigungsszenarien gebremst oder relativiert. Nur unwesentlich getrübt wird das köstliche Vergnügen durch die wie immer nervige Synchronstimme von Eddie Murphy.





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