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Kritik: Die Ewigkeit und ein Tag (1998)


Filmkunst für Fortgeschrittene ist "Die Ewigkeit und ein Tag", das aktuelle, 1998 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Meisterwerk des griechischen Regisseurs Theo Angelopoulos. Der Schweizer Bruno Ganz ("Der Himmel über Berlin") tritt dabei in Marcello Mastroiannis Fußstapfen und verkörpert den todkranken Schriftsteller Alexandros, der am Ende seines Lebens mit Hilfe eines albanischen Flüchtlingsjungen über versäumte Möglichkeiten, Isolation und die Endlichkeit des Seins kontempliert.

Trist und verschwommen sind die Szenerien an Alexandros’ Lebensabend – Yorgos Arvanitis' endlose, aufwendig choreographierte Kamerafahrten erzeugen suggestive Bilder voller Poesie. Der Regisseur, dessen Film nur vollends würdigen kann, wer mit der griechischen Geschichte, Sprache und Literatur vertraut ist, greift dabei auf Motive seiner früheren Werke zurück, um Abschied und Entfremdung, Erinnerungen und vertane Chancen, Heimat und Exil zu visualisieren und schickt seinen melancholischen Protagonisten, in dessen Gesicht sich Abgeklärtheit, aber auch Sehnsucht, Schmerz, Trauer und innere Haltung spiegeln, im lässig getragenen Trenchcoat an seinem letzten Lebenstag auf eine poetische Reise in die Ewigkeit des Todes.





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