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Kritik: The Limey (1998)


Terence Stamp ist "The Limey", wie Amerikaner abschätzig Briten bezeichnen, ein starrsinniger, nahezu seniler Amokläufer. "Easy Rider" Peter Fonda, ebenfalls ein fast vergessenes Relikt der Sechziger, steht als verwelkter Hedonist auf seiner Zielscheibe. Steven Soderbergh entdeckt sie in einem handlungsarmen, doch komplexen Thriller wieder. Zwar spielt sein Film in den Neunzigern, ist dennoch retrospektiv den Sechzigern verbunden.
Wie in "Out of Sight", Soderberghs letztjähriger Liebesballade, verschachtelt er die Handlung in bis zu vier Erzählebenen. Weit entfernt vom "Ein Mann sieht rot"-Klischee führt er Wilsons blinde Wut ad absurdum, indem er zu allen Geschehnissen wenigstens zwei Sichtweisen präsentiert, die das Selbstverständnis der Figuren untergraben. Keiner der beiden Hauptdarsteller hat eine weiße Weste oder den schwarzen Peter, sie tragen jeweils zur eigenen Situation bei. Beide sind gezwungen ihre Ansichten durch Selbstreflexion zu überdenken.
So entwickelt "The Limey" eine ungewohnte Tiefenschärfe und Verspieltheit, die dem Thema fast ein wenig zu viel Komplexität anheftet. Ein reifes Vexierspiel, dass die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt.




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