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Kritik: Perfect Blue (1999)


Der süßliche Kitsch täuscht: das japanische Anime "Perfect Blue" kommt
zwar ohne schleimige Monster, amoklaufende Roboter,
Weltuntergangsvisionen und Fantasyeskapaden aus. Doch nachdem wir uns
auf eine fernöstliche "Spice Girls"-Variante eingestellt haben,
verschlingt ein doppelter Boden uns und alle falschen Erwartungen.

Motive von Alfred Hitchcock verwandeln Satoshi Kons Werk zum abgründigen
Strudel aus Paranoia und Bedrohung, in dem Wirklichkeit und Traum,
Einbildung und Erinnerung zum Alb verschmelzen. Nichts geringeres als
die Identität, das Selbst der hilflosen Hauptfigur droht sich aufzulösen
- in betörende Farben wie von Dario Argento.

Der Verleih Rapid Eye Movies hat erneut ein asiatisches Highlight
gefunden: einen gesellschaftskritischen und stilisiert ästhetischen
Psychothriller. Ein Film, der den Einfluss der Medien und Öffentlichkeit
verwendet, um die Auswirkungen des Starruhms auf die Persönlichkeit zur
grotesken, bluttriefenden Angstphantasie zu steigern. Ein Regisseur, der
sich von der Tradition von "Akira" bis "Prinzessin Mononoke" löst, um
ein neues altes Genre mit den Möglichkeiten der Animation zu entdecken
und sein listiges Spiel mit Protagonistin wie Zuschauer treibt.




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