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Kritik: Romeo must Die (1999)


"Romeo Must Die" ist nicht gerade Shakespeare, sondern ein Action-Film für die ethnischen Minderheiten in Amerika. Hongkong-Superstar Jet Li mutiert mit diesem auf ihn zugeschnittenen Vehikel vom brutalen Bösewicht aus "Lethal Weapon 4" zum coolen Leinwandhelden – ein uns von Arnold Schwarzenegger gut vertrauter Werdegang in Hollywood. Lis mimisch hölzernes Agieren vor der Kamera passt gut zu diesem Bild, selbst Arnolds coole Sonnenbrille darf nicht fehlen. Jedoch, man möchte es kaum glauben: Für einen Action-Film hat "Romeo Must Die" erstaunlich viele Längen. Zudem suhlt sich der Streifen ganz demonstrativ in schwarz-gelben Klischees, die sich um Rasse, Klasse, Machotum und Ehre drehen.

Hongkong meets "Boyz 'N' The Hood": Sentimentaler Ghetto-Kitsch ist in dem routiniert gemachten Kick- und Ballerepos Hintergrund vieler zu lang geratener Dialoge, die "Romeo Must Die" das Tempo nehmen. Jet Li, der sich in diesem Film als Mischung aus Bruce Lee und Jackie Chan positioniert, sollte auch hier ans Vorbild Schwarzenegger denken – und bloß nicht so viel reden. Die bemüht wirkenden Gags und Sprüche kennt man nämlich alle schon aus anderen Genre-Filmen.

"Romeo Must Die" ist langatmig und ziemlich überflüssig – letzteres kann man freilich über viele Filme sagen, so dass man diesen Einwand nicht zu schwer gewichten darf. Unglücklicherweise ist der Film nicht "unfreiwillig cool" genug, um irgendwann, wie einst die frühen Schwarzenegger-Action-Streifen aus den 80er-Jahren, zum so genannten "Kult" zu werden. Der Mantel der Vergessenheit ist "Romeo Must Die" somit gewiss.




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