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Kritik: Tokyo Eyes (1998)


Ursprünglich sollte "Tokyo Eyes“ in Paris gedreht werden. Doch dann entschied sich Regisseur Jean-Pierre Limosin mit seinem Kameramann Jean-Marc Fabre mit einem japanischen Team nach Tokio zu gehen. Er besetzte die Hauptrollen mit zwei in Nippon umjubelten Teen-Stars und gewann sein Vorbild Takeshi Kitano ("Hana-Bi“) für einen einprägsamen Kurzauftritt.

Sehr hip und modern kreist die Liebesgeschichte um ein bebrillten Selbstjustizler und einen verträumten Clueless-Klon um die Suche nach Glück und den sogenannten Nerv der Zeit. Mit der Handkamera rückt Dokumentarfilmer Jean-Pierre Limosin den zwei wandelnden Markenartikeln auf den Pelz und fängt stilistisch interessante Impressionen aus der heutigen Millionenmetropole Tokio ein. Dabei vergisst er Tempo und Handlung und schwelgt länger an den optischen und akustischen Reizen, als es sein Essay verträgt.

Limosin benutzt jene Accessoires, die man landläufig mit der postmodernen Pubertät verbindet: coole Klamotten, elektronische Musik, ständig laufender Camcorder, zwei unschuldige Gesichter und ehrliche Emotionen. Nur letzteres ist wirklich ein Pluspunkt, alles andere selbstgefällige Schau. Doch die Unbeflecktheit der Adoleszenz allein transportiert keine Gefühle. Trotzdem lädt Limosin seinen zwei Figuren den ganzen Film auf die Schultern. Die vermögen das Gewicht aber nicht immer zu stemmen. Gerade dann wird "Tokyo Eyes“ zäh und ziellos, obwohl über weite Strecken ein unbeschwerter Grundton vorliegt





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