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Kritik: Sex oder Stirb (2000)


Der Titel sagt eigentlich schon alles. Eine altbackene Variation des Serienmörderthemas gemischt mit "American Pie" - nicht viel neues also. Fans des Teenage-Horrors können sich gemütlich zurücklehnen: Das übertrieben blutige, beinahe schon lachhaft alberne Ende wird sie nicht stören, auch die Brechstangen-Metaphorik wird wohl kaum auf Protest stoßen. Der wahnsinnige Killer ist ein Transvestit ... auch das ist man gewohnt. Kein Klischee wird hier ausgelassen - allerdings: Dass man in diesem Film Sex haben muss, um zu überleben, das ist neu. Im Normalfall ist es doch so, dass man für seine Lust bestraft wird. Dieser Killer hier ist also etwas weniger konservativ. Dankenswerterweise erspart uns der Film aber überflüssige Sexszenen, sondern setzt mehr auf Action. Sein selten dämlicher deutscher Titel verspricht allerdings anderes - vielleicht hätte man es beim weniger reißerischen englischen Original belassen sollen. Schauspielerin Brittany Murphy hat ihre erste Hauptrolle und erinnert an eine Winona Rider, allerdings ohne deren zurückhaltende Sauberkeit. Zu Beginn des Films ist Murphys Spiel unerklärlich hysterisch und entgegen des Verlaufs der Geschichte, scheint sie sich später zu entspannen. Wer´s mag...

Da hat jemand die originellste Idee seit Jahren - und trotzdem kommt nur ein schwacher Slasher dabei heraus. Das Prinzip von "Halloween" - Promiskuität wird mit dem Tode bestraft, Exekutive ist der maskierte Vollstrecker - umzudrehen und die Entjungferung als Schutz gegen den Todesboten zu wählen, birgt nicht nur Provokation, sondern auch die Möglichkeit, an die grassierenden Genitalhumorkomödien anzuschließen.
Soweit, was "Cherry Falls" (Originaltitel) sein könnte, aber einfach nicht ist. Die üblichen Verdächtigen, das übliche Szenario: die Handlung ist so schlicht und effekthascherisch, wie die meisten düsteren Legenden der letzten Zeit. Sie ist nur etwas dunkler, brutaler und zynischer. Der mit dem brutalen Skinhead-Exzess "Romer Stomper" und seinem Nachfolger "Metal Skin" bekannt wie berüchtigt gewordene Australier hat sein US-Debüt komplett verschenkt. Statt schräger Sexhysterie und schrillen Pointen, offenbart Wright nur müde Witzchen, das obligatorische schreckliche Geheimnis und eine Sexparty ohne Sex. Ergebnis ist eine Komödie, die nicht lustig und ein Thriller der nicht spannend ist.

Fazit: Düstere Slasher-"Parodie", die ihre originelle Vorgabe mit einem stupide-stereotypem Ablauf verschenkt.




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