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Lucky People Center International
Lucky People Center International
© Ascot

Kritik: Lucky People Center International (1998)


Als leicht verdauliches Milleniums-Pendant von "Koyaanisqatsi", leistet sich "Lucky People Center International" den Luxus einer 80-minütigen Weltreise in esoterischem Videoclipformat. In der recht kosmopolitischen Auffassung von Abwechslung folgt platte Zivilisationskritik auf geistreiche Philosophie, hypnotischer Trance auf Ausschnitte der Love-Parade – immer zusammengehalten vom musikalischen Rhythmus wahlweise treibender oder entspannter Klänge.

Die einzelnen Stationen umspannen Afrika, Tibet, Neuseeland, Amerika und Japan, aus denen zum Schmunzeln anregende Highlights wie "Internationale der unkontrollierbaren Torpedos" oder eine vom ultimativen Orgasmus schwärmende Annie Sprinkle herausstechen. Auch Bill Clinton erscheint, kontrastiert vom Massenselbstmord der "Heaven´s Gate"-Sekte. Der Witz liegt nicht nur hier in der mutwilligen bis unsinnigen Montage. Ernstnehmen kann man die omnipräsente Aussage von "zurück zur Natur" und dem "der Rhythmus des Lebens" ohnehin nicht.

Ein wenig mehr meditative Momente hätte man sich durch den zwanglosen Streifzug durch die (musikalische) Exotik der Welt dann doch gewünscht, dass die Klasse und Intensität der "-Qatsi"-Reihe verfehlt wird, ist ohne besondere Überraschung zu konstatieren. Indes sorgt die permanente Beschallung für Wohlbefinden. Im Gegensatz zum weit gestreuten und oft nichtssagenden Inhalt, haben Bild und Ton einen weit wirkungsvolleres Format, mit dem sie den Bärenanteil an Überzeugungsarbeit leisten – auch wenn manche Passagen zu holprig geraten sind. Diverse schrullige Ansichten Marke "Anti-Ecken"-Philosophie sind durchaus einen Blick wert.




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