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Samurai Fiction
Samurai Fiction
© Rapid Eye Movies

Kritik: Samurai Fiction (1997)


Der Video- und Werbekünstler Hiroyuki Nakano widmet die Komödie um wahrhaft "echte Kerle" überschwenglichst Japans verstorbener cineastischer Eminenz, Akira Kurosawa. Dabei gelingt ihm tatsächlich die Quadratur des Kreises: spielerisch schlägt Nakano den Bogen von klassischen Schwertkampf-Epen bis hin zu visuell exaltierter Videoclip-Kunst und kreiert ganz nebenbei ein neues Genre: Das Rock´n´Roll Samurai Movie.
Der gewagten Synthese steht ein fulminantes, visuell und musikalisch atemberaubendes Ballett der Stilelemente gegenüber, das von der meisterhaften Schnittechnik katalysiert wird. Augenzwinkernd bringt der "Kurosawa des MTV", so Nakamos Spitzname, die Choreographie von Bild und Ton auf den Punkt. Fast unvermeidliche Folge: Ein übergeordneter Spannungsbogen zerfällt in einzelne, nahezu narzißtische Szenen. Jede für sich steckt aber so voller Variationen und Überraschungen, daß sich ein kindliches Staunen ob der dargebotenen Attraktionen einstellt.
Dem genialen Tüftler Nakano ging es aber nicht um eine Neuauflage von Blut, Verrat und Ehre der Edo-Ära, sondern um eine distanzierte, ironische und liebevolle Hommage, die einem Korsett aus luftigen E-Gitarren, technischen Tricks und der rotzfrechen Anarchie einer Post-68er Generation untergeordnet ist: Pure Lebensfreude statt politischer und moralischer Botschaft. Von Multimediatalent Nakano wird man noch zu hören und sehen bekommen: Das Projekt SF trägt die Nummer eins von geplanten 140 (!) Episoden. Da kann man nur vermuten, daß "Samurai Fiction" eine Autobiographie ist...




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