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Verschollen
Verschollen
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Verschollen (2000)


Der künstlerische Output von Robert Zemeckis stellt seit gut 20 Jahren so etwas wie den Inbegriff filmischen Mainstreams hollywoodscher Prägung dar. Also: Unterhaltung für ein breites Publikum bei weitgehender Vermeidung der Unterschreitung bestimmter Niveauschwellen auf der einen, wie der Überschreitung finanzieller Risikoschwellen auf der anderen Seite. Auffallend bei den Zemeckis-Filmen der 90er Jahre ist, dass der Regisseur stets bemüht war, seine Themen bis in spirituelle Tiefen auszuloten. Das gilt für den schlichtgeistigen Sinnsucher "Forrest Gump" ebenso wie für die mitleidlose Betrachtung von Eitelkeiten in "Der Tod steht ihr gut" oder die jenseitigen Sehnsüchte von Jodie Foster in "Contact". Dass es danach einige Zeit still um Zemeckis wurde, lag daran, dass er zwei Filme gleichzeitig bearbeitete. In der halbjährigen Drehpause von "Cast Away" (in der der Hauptdarsteller 25 Kilo abhungerte) wurde der leider recht laue Thriller "Schatten der Wahrheit" realisiert. Nun also "Cast Away - Verschollen", erneut mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Der spielt den von seiner Arbeit geradezu Besessenen Chuck Noland (!). Als Logistiker einer Transportfirma reist er um die ganze Welt. Zu Hause ist er selten anzutreffen. Seine Freundin Kelly hält trotz der knapp bemessenen gemeinsamen Zeit zu ihm. Auf einer Geschäftsreise ans andere Ende der Welt passiert eines Tages ein verheerender Unfall. Nolands Flugzeug stürzt über dem Ozean ab. Als einziger Überlebender kann er sich auf eine einsame Insel retten. Für einen abrupt der Zivilisation Entrissenen bedeutet das idyllische Inselparadies freilich die Hölle. Seine ganze Kraft gilt auf einmal der elementaren Beschaffung von Wasser und Nahrung. Für Noland beginnt ein täglicher Überlebenskampf. Sein einziger Komplize und Ansprechpartner in der Abgeschiedenheit wird Wilson, ein Volleyball, zu dem der Gestrandete eine ungewöhnliche Beziehung aufnimmt. So vergehen Tag um Tag und schließlich Jahr um Jahr. Nach deren vier wagt Noland schließlich die riskante Flucht per selbst gebautem Floß. Die größte Stärke des Films offenbart gleichzeitig sein offensichtliches Manko. Über weite Strecken ist "Cast Away" um Authenzität bemüht und vermeidet konsequent reißerische Einlagen. So ehrenwert dies ist, es sorgt dennoch für eine gewisse Langeweile. Auch der spirituelle Höhenflug mag nicht so recht gelingen. Spätestens wenn Noland anfängt, sich mit einem Volleyball zu unterhalten, droht das Ganze ins Lächerliche zu kippen. Dass der Film dennoch erheblichen Unterhaltungswert besitzt, liegt einmal mehr an einem überzeugenden Tom Hanks, der hier über weite Strecken auf sich selbst gestellt ist und gerade die längeren nonverbalen Parts prächtig meistert. Völlig unentschuldbar allerdings das aufdringliche Product Placement, mit dem nahezu ununterbrochen für ein amerikanisches Transportunternehmen geworben wird.




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