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Kritik: Rembrandt (1999)


Historische Stoffe können im Kino unterschiedliche Funktionen erfüllen. Zum einen gibt es die bildungsbürgerlichen Illustrationsensembles á la „Der König tanzt“, welche wenig mehr wollen, als ein bisschen Geschichtsunterricht zu erteilen, zum anderen die Versuche, mit Hilfe der bedeutungsschwangeren Vergangenheit etwas über unsere Zeit auszusagen.

Charles Mattons „Rembrandt“ tendiert mal zur einen, mal zur anderen Seite, wodurch am Ende die Substanz durchs Raster fällt. Das Leben des berühmten Malers gestaltet der Film im Grunde genommen wie eine historische Soap Opera mit einer jungen, hübschen Frau, die Rembrandt liebt, einem gemeinen Schurken, der Rembrandt bekämpft, Freunden, die ihn verlassen und schweren Schicksalsschlägen wie dem Tod seiner Frau. Obwohl historische Ungenauigkeiten in Kauf genommen werden müssen, um eine kinokompatible Leidensdramaturgie zu füttern, geht dies ohne Probleme als Geschichtsunterricht durch. Daneben deutet der Film in einigen Passagen sein weitergehendes Potential an, wenn Rembrandt als freier Geist in einer engstirnigen Gesellschaft gezeigt wird. Das ist zwar ebenfalls wieder einer einfacheren Zugänglichkeit geschuldet, da der Maler so als eindeutiger Held erscheint, welcher sich gegen die gegnerischen Kräfte behaupten muss. Aber daraus ließe sich durchaus ein philosophisches Traktat über den menschlichen Willen und gesellschaftliche Umbrüche erschaffen. Dass dies nicht passiert liegt an der eindeutigen Konzentration auf die gradlinige Künstlerbiographie, deren Einbindung in größere Zusammenhänge nicht statt findet.

„Rembrandt“ bleibt letztlich in seiner Kolportagedramaturgie stecken, die weder die Zeit des Malers in ihren Facetten ausdeutet, noch Bezüge zu unserer Gegenwart herstellt.





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