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The Minus Man
The Minus Man
© Real Fiction

Kritik: The Minus Man (1999)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Sensationell freundlich stellt Hampton Fatcher, der Drehbuchautor des SF-Klassikers "Blade Runner", einen Serienkiller dar. Dass er keinerlei Reminiszenzen an sein zwei Jahrzehnte alte Leistung verschwendet, sondern in seinem späten Regiedebüt eigene, sehr sonderbare Wege beschreitet, ist nur zu begrüßen.
Mit einem großartigen Owen Wilson gelingt ein intensives, sehr subtiles Spiel, das gänzlich auf die etablierten Formeln der vielen Möchtegern-Hannibal-Lecters verzichtet. Bevor ihn "Shang-High Noon" zum Star machen wird, kann man Wilson bei seinem Auftritt als sanftester Psychopath der Filmgeschichte genießen.
Fatcher schafft durch seine detaillierten, verschmitzten Beobachtungen Distanz und Nähe, Vertrautheit und Entfremdung zugleich. Mit leiser Ironie, aber auch Poesie und surrealen Alptraumsequenzen streift er durch die Welt der auch menschlich öden Kleinstädte, in denen Wilson wie ein Nomade auftaucht und wieder verschwindet.
Wenn Wilson Junkie Sheryl Crow sanft in den Tod entschlummern lässt und damit erlöst, oder der schändliche Vermieter seine eigene Frau ermordet, fällt die Wahl auf die Identifikationsfigur leicht. Wilson ist manierlich, gepflegt und immer freundlich. Dazwischen aber lauern die Abgründe. Und diese weiß Fatcher mit Understatement, Gespür für Psychologie und fesselnden Thrill aufzuzeigen. Dadurch gewinnt "The Minus Man" eine beklemmende, hintergründige Note.




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