VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Wie Feuer und Flamme (2001)


Die Staatsform ist nicht nur abstrakter Überbau eines Gemeinwesens, sondern sie prägt auch das Denken und die Kultur der Menschen. Sogar die Liebe bekommt so einen neuen Dreh verpasst.

Das müssen eine junge Frau aus Westberlin und ein ostberliner Punk feststellen, als sie sich zufällig bei einem Besuch der Kreuzbergerin in der Hauptstadt der DDR kennen lernen. Im Jahr 1982 scheint die Beziehung kaum eine Chance gegen die Widrigkeiten zu haben. Dennoch lassen sie nicht voneinander. Die Situation eskaliert als ein in den Westen geschmuggelter Film über die Punkszene des Ostens vom ZDF-Magazin "Kennzeichen D" zu verfälschter, billiger Propaganda genutzt wird, indem aus der subversiven Gegenkultur ein degenerierter Haufen saufender Rechter gemacht wird. Die nachfolgende symbolische Aktion der Punks ruft die DDR-Obrigkeit auf den Plan, so dass die beiden Liebenden zwischen die Mühlsteine des Staatsapparates geraten.

Die starke Grundkonstellation einer Liebe über die trennende Mauer hinweg nutzt "Feuer und Flamme" für ein genaues Portrait der unterschiedlichen Befindlichkeiten. Während die Westberlinerin nur ihren Gefühlen freien Lauf lässt, spielen beim ostberliner Punk darüber hinaus politische Gedanken eine Rolle. Mit der Beziehung zu Einer aus dem Westen kann er neben seiner wahrhaftig empfundenen Liebe gleichzeitig ein Zeichen gegen Staatshörigkeit setzen. Als sich seine Freundin eine Übernachtungserlaubnis erschwindelt muss sie ihn erst überreden, sich von den Umständen frei zu machen und einfach nur einen intimen Moment zu genießen. Im Osten war Freiheit ein Kampf, im Westen gelebter Luxus. Von diesem propagierten Gegensatz sowie der Annäherung beider Positionen erzählt "Feuer und Flamme".






Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.