VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Solas (1998)


Ein beeindruckender Film. Die zuerst so nüchterne Geschichte entwickelt sich langsam zu einer intensiven Studie über die Unfähigkeit zu kommunizieren. Doch was sich nach einer trockenen Theorieübung anhört, ist ein sensibler Film, mit einem ungewöhnlichen, warmen Ende.

Die problematische Mutter-Tochter-Beziehung scheint zunächst Thema zu sein. Doch sie ist nur die Fortführung ganz anderer Mechanismen. Der gewalttätige Vater, die resignative Mutter, die Tochter, die unfähig ist, eine glückliche Beziehung zu Männern aufzubauen und der vereinsamte Nachbar ­ ihr aller Leben scheint sinnlos zu sein. So ist auch die Sprache ehrlich, hart und unverschönt. Doch immer wieder wird mit den kleinen Gesten mehr gesagt, als mit Worten. Und so bleibt endlich auch der Abschiedsbrief ohne Worte.

Regisseur Benito Zambrano entwickelt seine Geschichte mit minimalen Schauplatzwechseln und manchmal wunderbarer Bildsprache. Aus seinem Schauspielerensemble stechen besonders María Galiana, die die Mutter mit sparsamer Gestik und Mimik spielt, als auch Ana Fernández hervor, die die Tochter eindringlich verkörpert. Zu Recht sind die Leistungen Beider auf diversen Festivals ausgezeichnet worden. Preise unter anderem in Tokyo, Brüssel, Annecy und schließlich 5 Goyas folgten. Doch nicht nur Kritiker lieben den Film: Auf der Berlinale 1999 gewann Solas neben dem Preis der Filmkritik auch den Publikumspreis.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.